Archive | Juni, 2014

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Konsequenzen für Mitteldeutschland?

Posted on 24 Juni 2014 by b.s.m.

Es war eine unüberhörbare Mahnung der Bundesverfassungsrichter an die Politik: mit ihrem Urteil auf eine Klage der Länder Nordrhein-Westfalen und Hamburg gegen den ZDF-Staatsvertrag wiesen sie auf die Bedeutung der politischen Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten hin. Die Botschaft: nur ein von der Parteienpolitik unabhängiger Sender ist in der Lage seinen verfassungsmäßigen Auftrag zu erfüllen. Beim ZDF müssen jetzt der Verwaltungs- und der Rundfunkrat so umgebaut werden, dass nicht mehr als ein Drittel der Gremienmitglieder „staatsnah“ sind. Gemeint sind damit nicht nur Vertreter von Regierungen und Parteien sondern auch politisch gebundene Abgesandte unterer staatlicher Strukturen oder anderer gesellschaftlicher Gruppierungen. Auch das haben die höchsten Richter klargestellt.

Das Urteil zum ZDF-Staatsvertrag

Für die „roten und schwarzen Freundeskreise“, auf die sich er Chef der sächsischen Staatskanzlei, Johannes Beermann in der Verhandlung bezogen hatte, sollen die Tage in den Aufsichtsgremien des bundesweiten Zweiten Deutschen Fernsehen also gezählt sein.

Wie ist nun Situation bei ihm zuhause, in Sachsen und Mitteldeutschland – beim Mitteldeutschen Rundfunk? Sein Rundfunkrat, der für die Programmaufsicht und die Wahl des Führungspersonals zuständig ist, hat 43 Mitglieder. Fünfzehn davon sind von Parteien bzw. politischen Institutionen entsendet worden. Das macht einen Anteil von ca. 35% aus und reißt die Verfassungsgerichtsvorgabe damit nur knapp. Alles prima also?

Prof. Dr. Stephan Ory (links) und Nikolaus Brender (rechts) .- Experten diskutieren über künftige Besetzung der Rundfunkgremien bei Medientreffpunkt Mitteldeutschland am 7. Mai 2014 in Leipzig, Foto:  MTM/ Thomas Pflaum

Prof. Dr. Stephan Ory (links) und Nikolaus Brender (rechts) – Experten diskutieren über künftige Besetzung der Rundfunkgremien bei Medientreffpunkt Mitteldeutschland am 7. Mai 2014 in Leipzig, Foto: MTM/ Thomas Pflaum

Hinterfragt man die parteipolitische Gebundenheit der von ‚gesellschaftlich relevanten Gruppen’ entsandten Vertreter, ändert sich das Bild. So können mindestens sieben weitere Mitglieder des Rundfunkrates den in den Landtagen vertretenen Parteien zugeordnet werden. Darunter finden sich ehemalige Landtagsabgeordnete und Personen, die von einer der Landesregierungen in Ämter berufen wurden. Sie hinzu gerechnet, stiege der Anteil der ‚politischen’ Gruppe auf über 50 Prozent.

Selbst wenn man nur fragt, welche Ratsmitglieder – außer den fünfzehn Parteien- und Regierungsvertretern – noch „gehobene“ staatlich-politische Funktionen innehaben, kommt man auf weitere vier. Das entspricht einer „Staatsnahen-Quote“ 44 Prozent. Auch beim MDR, seinen Aufsichtsgremien und in den drei beteiligten Ländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen will man sich dem Anschein nach der Fragestellung zumindest nicht verschließen. Ende Juni wird sich der MDR-Rundfunkrat auf einer Tagung in Suhl mit dem Thema beschäftigen. Nach Meinung von Insidern steht dabei aber erst mal nicht zu erwarten, dass es dort zu grundlegenden Änderungen kommt.

Auch beim ZDF lief bei der bisher letzten Sitzung seines Fernsehrates alles wie gehabt und der neue FDP-Vorsitzende Christian Lindner wurde in den Programmausschuss Chefredaktion berufen. Für den Fernsehrats-Vorsitzenden, den CDU-Politiker Ruprecht Polenz, ist es nun an den Landesregierungen, die Rundfunkstaatsverträge zu prüfen und gegebenenfalls zu ändern.

Ziel muss auch aus Sicht des Filmverband Sachsen die Einbeziehung eines möglichst breiten und vielfältigen Spektrums der Gesellschaft in die Aufsicht über ihren öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstalter sein. Sachkompetenz ist auch wünschenswert. Der Filmverband Sachsen als Vertreter der Filmkultur und des Filmschaffens im Freistaat ist übrigens nicht im Rundfunkrat des MDR vertreten.

Text: Christian Zimmermann, erschienen im AUSLÖSER 3/ 2014, Seite 18

Der AUSLÖSER erscheint viermal im Jahr und ist das Film- & Medienmagazin des Filmverband Sachsen e. V.

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Freienstatut verabschiedet – Effektive Mitbestimmung auch

Posted on 20 Juni 2014 by b.s.m.

size=320x180Im rbb, dem Rundfunk Berlin-Brandenburg, gibt es künftig eine institutionalisierte Vertretung für die arbeitnehmerähnlichen Freien Mitarbeiter. Als Grundlage wurde am 8. Mai ein Freienstatut vom Rundfunkrat des Senders mit einer deutliche Mehrheit von 17:9 Stimmen, aber gegen das ausdrückliche Votum der gesamten Mitarbeitervertretungen des rbb, gebilligt.

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7. Filmsommer Sachsen zwischen Kunst und Wirtschaftlichkeit

Posted on 17 Juni 2014 by b.s.m.

Zur Entwicklung einer lebendigen Filmkultur und eines leistungsfähigen Filmschaffens Continue Reading

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Drei-Punkte-Plan für das Medienland Sachsen vereinbart

Posted on 13 Juni 2014 by b.s.m.

Um die Finanzierung von Filmvorhaben im Freistaat Sachsen zu verbessern, haben sich die Verantwortlichen der Film- & Medienbrachen Sachsens mit Vertretern der Finanzwirtschaft getroffen und eine gemeinsame »Drei-Punkte-Erklärung« vereinbart. Continue Reading

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Traumjob an der Armutsgrenze?

Posted on 04 Juni 2014 by b.s.m.

Der durchschnittliche Netto-Stundenlohn für Freischaffende im TV-Bereich liegt in der Region bei knapp über dreiundzwanzig Euro. Hochgerechnet auf die in festangestellten Kreisen üblichen vierzig Wochenstunden mal vier würde das kein so schlechtes Netto-Monatseinkommen ausmachen. Ist aber leider nicht so. Das durchschnittliche Jahres-Netto-Einkommen eines Freien liegt bei etwas über 24.000 Euro, pro Monat also ziemlich genau bei zweitausend.

IG Freie Fernsehschaffende veröffentlicht erste Einkommensstudie

Für die langjährige Filmautorin mit Hochschulabschluss, den erfahrenen Kameramann und die fleißige Cutterin. Die meisten Tonassistenten, die noch dazu den Dreh quasi „wegtragen“, weil sie noch vor- und nachbereiten sowie fahren und tragen, können davon aber auch nur träumen. Aus ihren Kreisen dürften die meisten der immerhin noch sechszehn Prozent der Freien sein, die mit weniger als eintausend Euro Monatseinkommen an und unter der sogenannten Armutsgefährdungsgrenze leben. Zahlen wie diese hat jetzt die IG Freie Fernsehschaffende mit ihrer „Untersuchung zur Einkommenssituation Freier Fernsehschaffender in Mitteldeutschland“ vorgelegt. Es ist die erste, die überhaupt je gemacht wurde. Begonnen wurde sie im Jahr 2012, recht bald nach der Gründung der IGFF. Im Nachhinein belegen die Zahlen, dass es damals anscheinend höchste Zeit für die Freien war, sich in aktiven Interessenvertretungen zusammenzufinden. Denn zuvor waren die Einkommen über mindestens fünf Jahre – die Studie beginnt mit 2007 – bei etwa viertausend Euro weniger pro Jahr stagniert.

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Viele der Freien, von denen die meisten keine Anfänger mehr und für Familien verantwortlich sind, sahen durch die anhaltend und anscheinend änderungslos prekäre Einkommenssituation ihre Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage gestellt. Und das, obwohl sie – wie auch MDR-Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi bei einem der inzwischen regelmäßigen Treffen mit Vertretern von IGFF, Filmverband Sachsen und dem Mitteldeutschen Produzentenverband wieder bestätigte – einen Großteil der Programminhalte des Senders er- 10 THEMA IG Freie Fernsehschaffende veröffentlicht erste Einkommensstudie Traumjob an der Armutsgrenze? zeugen.

Inzwischen haben sich die Verhältnisse anscheinend leicht gebessert. Wirklich gut sind sie freilich noch lange nicht. Nicht wenige Kollegen, vor allem natürlich in den unteren Einkommensbereichen, sehen sich nicht in der Lage für ausreichenden Versicherungsschutz zu sorgen. Vor allem die Altersvorsorge kommt dabei zu kurz. So sind z.B. nur die Hälfte der Tonassistenten überhaupt rentenversichert. Gerade ein Drittel leistet sich eine Unfallversicherung. Dabei gibt es auch zum Teil erhebliche Einkommensunterschiede. Denn die Maximalwerte für die Jahreseinkommen liegen über die Jahre hinweg zwischen 55.000 und 75.000 Euro.

Anteil der Befragten haben eine Rentenversicherung und Unfallversicherung Grafik: IGFF

Anteil der Befragten haben eine Rentenversicherung und Unfallversicherung, Grafik: IGFF

Eine nicht ganz erwartbare Information ist auch, dass die unabhängigen Produktionsfirmen die von ihnen beschäftigten Freien regelmäßig besser bezahlen als der MDR. Allerdings wird bei Ihnen oft auch länger gearbeitet, so dass sich die arbeitszeitbezogenen Honorare wieder angleichen. Nur bei den Zuschlägen für Überstunden sowie Sonn- und Feiertagsarbeit zeigt sich der öffentlich-rechtliche Sender in Summe deutlich knauseriger als die vermeintlich gewinnorientierten unabhängigen Produktionsunternehmen. Neben den Tonassistenten scheinen es übrigens – auch wenn die Zahlen im Bericht dazu am dünnsten sind – diejenigen zu sein, die durch ihre inhaltlichen Ideen und ihre Initiative überhaupt erst dafür sorgen, dass alle mit Filmemachen ihr Geld verdienen können: die Autoren. Sie bekommen im Schnitt für typische Magazinbeiträge ein Minutenhonorar je Sendeminute von 200 bis 210 Euro, meistens brutto, inklusive Regieleistung.

Bei fünf Minuten macht das also Tausend. Für meist mehr als eine Woche Arbeit. Man schafft so zwei, manchmal drei Beiträge im Monat. Bei längeren Filmen nehmen Minutenhonorare für „Realisatoren“ noch ab. Zum Film und Fernsehen machen gehört Leidenschaft. Davon zu leben, ist für viele Freie nicht leicht.

IGFF Pressemitteilung: Onlineumfrage zur Einkommenssituation freier Fernsehschaffender in Mitteldeutschland vom 25. Mai 2014, PDF-Link

 

Text: Joachim Günther, erschienen im AUSLÖSER 3/ 2014, Seite 10

Der AUSLÖSER erscheint viermal im Jahr und ist das Film- & Medienmagazin des Filmverband Sachsen e. V.

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Neuer AUSLÖSER in frischer Optik

Posted on 02 Juni 2014 by b.s.m.

Fachzeitschrift des Filmverband Sachsen e.V.

Der AUSLÖSER berichtet als sächsisches Medienfachblatt über das Geschehen Continue Reading

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