Archive | Juli, 2014

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Kulturausgaben in Sachsen

Posted on 29 Juli 2014 by b.s.m.

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Schatzhaus der Athener in Delphi, Foto: Napoleon Vier aus nl, Sofie, CC BY-SA 3.0

Filmförderung trotz Haushaltskürzung

Sachsen gibt in diesem Jahr trotz leichter Kürzung des Kultur-Gesamthaushalts nicht weniger Geld für die kulturelle Filmförderung aus als im vergangen. Der Kulturstiftung Sachsen stehen wieder 331.700 Euro für die Unterstützung von Filmprojekten zur Verfügung. 2013 waren die Mittel auf diesen Betrag angehoben worden – um zehn Prozent, wie bei allen anderen Fördersparten auch. Zusätzlich werden immer wieder auch Mittel aus den Kapitalerträgen der Stiftung bereitgestellt. Damit bleiben die Ausgaben für die Filmförderung von einer Absenkung der gesamten Kulturausgaben Sachsens verschont.

2014 sinken diese im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Mio. auf knapp 373 Mio. Euro. Das geht aus einer Antwort des Sächsischen Wissenschafts- und Kunstministeriums sowie des Finanzministeriums auf eine kleine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. Der Anteil der Kulturausgaben am Gesamthaushalt verringert sich von 2,27 auf 2,19 Prozent. Die Mittelkürzungen betreffen vor allem den Denkmalschutz sowie die Verwaltung für kulturelle Angelegenheiten. Mehr Geld als zuvor bekommen hingegen die Kunsthochschulen und Museen in Sachsen.

Der Filmverband Sachsen hält das stabile Niveau der kulturellen Filmförderung für unbedingt notwendig, um der Entwicklung der Filmkultur und des Filmschaffens in Sachsen eine immerhin verlässliche Perspektive zu geben. Die zehnprozentige Erhöhung der Fördersumme im vergangenen Jahr war ein positives Zeichen an die Kulturschaffenden. Im Filmbereich war es eher ein Tropfen auf den heißen Stein.

Denn seit 2005 konnten im Schnitt weniger als 40 Prozent der beantragten Projekte gefördert werden. Als sehr bedauerlich sieht der Filmverband aber, dass die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) ihr – ohnehin schon geringes – Budget für die ergänzende kulturelle Filmförderung um 25.000 auf 100.000 Euro senkte. Diese Mittel sind nicht Teil des Kulturhaushalts des Freistaats sondern werden über die Rundfunkbeiträge finanziert.

Den größten Anteil an der Filmförderung in Sachsen leistet jedoch die Mitteldeutsche Medienförderung (MDM), zu deren Tätigkeitsbereich aber auch noch Sachsen-Anhalt und Thüringen gehören. Ihr stehen in diesem Jahr 14,35 Millionen Euro zur Verfügung. Sie setzen sich aus Zuweisungen der drei Länder sowie des Mitteldeutschen Rundfunks und des ZDF zusammen. Thüringen und Sachsen hatten ihre Zuweisungen ihre Zuweisungen jeweils erhöht.

Text: Christian Zimmermann, erschienen im AUSLÖSER 3/ 2014, Seite 19

Der AUSLÖSER erscheint viermal im Jahr und ist das Film- & Medienmagazin des Filmverband Sachsen e. V.

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Filmproduktion in Mitteldeutschland: Aufbruch oder Einbruch?

Posted on 22 Juli 2014 by b.s.m.

Vom 5. bis 7. Mai fand der diesjährige Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig statt. Ich nutzte die Gelegenheit, um mich auf zwei Veranstaltungen darüber zu informieren, wie sich die Situation der Produzenten, auch der vor Ort, weiterhin planmäßig und kontinuierlich verbessert. Zunächst diskutierten unter dem Titel „Vielfalt, Krise, Aufbruch – Optionen für den deutschen Film“, moderiert durch den Publizisten Uwe Kammann, Prof. Karola Wille (MDR), Bernd Neumann (FFA), Alexander Thies (Produzentenallianz) und Prof. Martin Hagemann. Letzterer stach durch ein Impulsreferat und provokante Thesen und konkrete Vorschläge wohltuend hervor.

Prof. Hagemann, FFH Potsdam

Prof. Martin Hagemann, HFF Potsdam, Foto: MTM/ Stefan Fischer

Hagemann monierte, dass die Geldflüsse in der deutschen Film- und TV-Landschaft nicht funktionieren, denn das Geld kommt nicht da an, wo es wieder investiert werden müsste. Insbesondere die Willkür bei der Finanzmittelverteilung bei den öffentlich-rechtlichen Anstalten müsse durchbrochen werden, um beispielsweise die Entwicklung von Projekten zu stärken. In diesem Zusammenhang schlug er eine Reduzierung des Produktionsausstoßes von rund 30 Prozent vor, was letztendlich auf die Qualität der Projekte durchschlagen würde und was wiederum der internationalen Konkurrenzfähigkeit der deutschen Filmwirtschaft zugute käme. Er appellierte an die Zuhörer,

  • a) nach neuen Vermarktungsformen und -partnern zu suchen, auch Experimente zuzulassen (und beschrieb dies Anhand des Studentenprojektes „Love Steaks“),
  • b) wegzugehen von der an den Herstellungskosten orientierten Bezahlung hin zur an der Verteilung der Nutzungsrechte orientierten Vergütung, denn letztendlich ist die Verbesserung der ökonomischen Situation der einheimischen Produzenten die Voraussetzung für Vielfalt und damit Konkurrenzfähigkeit des deutschen Films, und
  • c) die gängige Angebotskultur durch eine gesunde Nachfragestruktur zu ersetzen.

Damit meinte er vor allem, dass es nicht mehr zeitgemäß sei, dass die TV-Anstalten die Ansagen machen, was sie wollen und brauchen, vielmehr sollte das TV-Programm den Reichtum an Ideen und Formvielfalt des Marktes widerspiegeln. Für Mittwoch, den 7.Mai, hatten die Intendantin des MDR, Frau Prof. Karola Wille und ihr Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi zu einem Werkstattgespräch mit Produzenten eingeladen. Ebenfalls auf dem Podium saßen Jana Brandt, die Programmbereichsleiterin für Fernsehfilm, Serie und Kinder sowie Dr. Claudia Schreiner, Leiterin des Programmbereichs Kultur und Wissenschaft.

Moderiert wurde die Runde von Dr. Arnold Seul, auch alle MDR. Die Intendantin leitete sogleich ein, mit uns Produzenten im Dialog zu sein und diesen transparent zu gestalten, sei ihr wichtig. Wolf-Dieter Jacobi, auf neue Entwicklungen im MDR angesprochen, ergänzte: Programm für alle Zielgruppen hieße auch Programm für alle Altersgruppen, denn alle zahlen Gebühren. Er meinte, für ein jüngeres Publikum sollten nicht nur neue Formate angeboten werden, sondern auch bestehende verjüngt werden. In der „Sommerpause“ würde er anstatt Wiederholungen lieber Experimente wagen. Auf Bernd Schumachers (99pro media) Frage nach Entwicklungsetats folgten leider keine konkreten Vorschläge (, aber die hatte einen Tag zuvor schon Martin Hagemann unterbreitet…). Jana Brandt lockerte ihren Vortrag mit solch einem Satz auf wie: „Wir machen wenig Kino-Ko, weil wir nicht so reich sind wie BR oder SWR, dafür dann aber mit Leidenschaft.“ Frau Prof. Wille meinte übrigens noch, dass sie das kreative Potential der Region besser nutzen wolle und sei dabei, dafür die Herstellungsordnung moderner und flexibler zu machen.

Wolf-Dieter Jacobi ergänzte, dass die Region natürlich wichtig sei. Die Angebotsverfahren sollen aber auch künftig Produzenten außerhalb der Region Mitteldeutschlands einbeziehen. Hier würde ich mir wünschen, dass die anderen ARD-Anstalten entsprechend aufgefordert würden, dem MDR-Beispiel zu folgen und im Gegenzug künftig mitteldeutsche Produzenten in ihren Ausschreibungen und Programmplanungen zu berücksichtigen. Jürgen Kleinig (Alte Celluloidfabrik) fragte übrigens, wenn der BR 80% und der WDR 75% ihrer Aufträge in die Region gäben, warum die Quote beim MDR nur bei 50% liegt. Darauf entgegnete die MDR-Intendantin, die Produzentenberichte der einzelnen Anstalten wären nicht vergleichbar.

Wir sollten bitte den gemeinsamen ARD-Bericht abwarten. Insgesamt wurde das Nachfrageangebot seitens der anwesenden Produzenten eher zurückhaltend genutzt. An Dialog und Transparenz muss man sich wohl erst gewöhnen.

Text: Ralf Kukula, erschienen im AUSLÖSER 3/ 2014, Seite 13

Der AUSLÖSER erscheint viermal im Jahr und ist das Film- & Medienmagazin des Filmverband Sachsen e. V.

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