Archive | Filmproduktion

Tags: , , , , , ,

Portrait: Lars dos Santos Drawert

Posted on 02 Oktober 2015 by b.s.m.

Lars dos Santos Drawert, Foto: Kathleen Biermann, Simone Schnipp

Lars dos Santos Drawert, Fotos: Kathleen Biermann

Seine Filmographie ist lang, vielseitig und international, aber was ihn fasziniert ist unabhängig vom Genre und allumfassend. Seine Stärke als Kameramann ist der persönliche Blick um Nähe herzustellen: „Ein Gefühl dafür zu bekommen, was den Protagonisten oder die Figur ausmacht.“ – Das ist es, was ihn nicht aufhören lässt und immer voran treibt. Es fasziniert ihn Bilder zu finden, die den Charakter des Menschen vor der Kamera auf den Punkt bringen – erfahrbar und spürbar werden lassen.

„Der persönliche Blick sagt mehr als Worte”

Seine Erfahrungen und sein Wissen gibt er zunehmend auch als Dozent an der Fernseh Akademie Mitteldeutschland und dem SAE-Institut in Leipzig und in Brasilien an den Nachwuchs weiter. Zu seinem Repertoire gehören der Kurzspielfilm, Dokumentationen sowie Image- und Werbefilme.

„Ein Blick – das Verhältnis von Protagonist zur Kamera. Das fasziniert mich am meisten.“

Im Animationsfilmbereich startete er vor vielen Jahren als Cutter von „Captain Bligh“. Er lief auf insgesamt 70 Festivals rund um den Globus, u.a. bei der „Berlinale“ und dem „Olympia Filmfestival“ in Griechenland. Im Dokumentarfilmbereich zeichnet sich Lars Drawert besonders durch seine „sensible Kameraführung“ im Film „Über die Schwelle“ aus (so das Urteil der Jury). Dabei handelt es sich um eine mehrfach ausgezeichnete Dokumentation, im SWR gesendet und mit dem Preis für die Beste Kamera beim Internationalen Filmfestival Henri Langlois Poitiers 2007 in Frankreich ausgezeichnet. Ebenfalls zahlreich rund um den Erdball ausgestrahlt und z. B. in Bangkok und Moldawien auf Festivals gelaufen ist der Dokumentarfilm „Die Gesichter des Kaffees“. Entstanden in Koproduktion mit dem SWR, begleitet er drei Familien, die durch das zweitwichtigste Handelsgut der Erde miteinander verbunden sind. Am 18.4.2015 wurde im MDR einer seiner letzten Filme ausgestrahlt. „Atropos“ ist eine Produktion der Celluloid Fabrik und gewann den 1. Preis “Goldener Reiter” beim Filmfest Dresden 2012 und den 1. Preis beim Kurzsuechtig Festival 2011. „Neben der schauspielerischen Leistung des Hauptdarstellers Heinz W. Krückeberg beeindruckte vor allem die Umsetzung. Komplett ohne Schnitt, in einem Take setzten Neumann und sein Kameramann Lars dos Santos Drawert den 20-Minüter in die Tat um.“ (Kreuzer Leipzig, April 2011)

Lars dos Santos Drawert ist seit 2014 Mitglied im Filmverband Sachsen. Als wesentlichen Aspekt seiner Arbeit als Freelancer sieht er die Vernetzung
mit anderen Filmschaffenden. Es ist ihm wichtig Foren zu schaffen, die sich auch über widersprüchliche Interessen hinweg gründen und gemeinsame Anliegen bündeln. Seine Zukunft sieht er offen. Trotz seiner regionalen Verbundenheit treibt ihn seine Arbeit immer wieder rund um den Globus. Vielleicht nach …

Lars dos Santos Drawert wird 1976 im Dresdner Umland geboren. Nach einer Lehre zum Gestaltungstechnischen Assistenten von 1996 bis 1998 in Krefeld
wird er vorerst Fernsehassistent beim Lokalfernsehen und beschäftigt sich parallel insbesondere mit Portraitfotografie und Musik und dreht erste
Beiträge und Kurzfilme als Kameramann. Von 2001 bis 2007 studiert er Kamera an der Filmakademie in Ludwigsburg. Nach Auslandsaufenthalten in Polen
und Brasilien arbeitet er als Freelancer in Leipzig und Rio. 2008 ist er am Aufbau der deutsch-brasilianischen Produktionsfirma „Jatobá Filmes“ beteiligt.

Internet: www.larsdrawert.de

 

Der Text »Dirk Lienig« ist von Claudia Reh und im AUSLÖSER 2/ 2015 erschienen.

Kommentare deaktiviert für Portrait: Lars dos Santos Drawert

Tags: , , , , , , ,

Portrait: Drehbuchagentur semmelblond.com

Posted on 02 Oktober 2015 by b.s.m.

Der AUSLÖSER traf sich mit der Dresdner Semmelblond script agency im Festivalzentrum des diesjährigen 25. Filmfest Dresden. Das dreiköpfige Team aus Uwe Philipp, Steffi Braun und Catherine Fuhg ist seit kurzer Zeit ein weiteres Mitglied des Filmverbands Sachsen e.V.

Die Drehbuchagenten von semmelblond.com, Uwe Philipp, Steffi Braun und Catherine Fuhg (v.l.), Foto: semmelblond.com

Die Drehbuchagenten von semmelblond.com, Uwe Philipp, Steffi Braun und Catherine Fuhg (v.l.), Foto: semmelblond.com

„Your success is our project“

Als Drehbuchagenten bietet Ihr Filmstoffe Eurer Autoren zielgerichtet Produzenten und Sendern an und unterstützt Drehbuchautoren bei der Realisation ihrer Projekte, richtig?

Uwe: Genau. Wir bringen beide Parteien zusammen. Drehbuchagenturen sind beispielsweise in Großbritannien und den USA ein wichtiger Bestandteil der Filmlandschaft. Sie fädeln fast alle Verträge zwischen Autoren und Produzenten ein.

Doch welchen konkreten Nutzen ziehen die Autoren aus der Zusammenarbeit mit einer Drehbuchagentur?

Catherine: Die Autoren sparen Zeit und Energie für ihre eigentliche Aufgabe – nämlich das Schreiben. Währenddessen verhandeln wir mit den Produzenten, die diese Geschichten verfilmen oder in andere neue und alte Medien „übersetzen“ wollen. Wir beraten und unterstützen unsere Autoren im
gesamten Verhandlungsprozess, in absolut allen vertraglichen Angelegenheiten. Und das Beste ist, ihnen entstehen keine Kosten.

Wo liegt denn da der Vorteil für die Produzenten?

Steffi: Die Produzenten bekommen täglich soviel Material zugesendet, dabei haben sie etliche andere Angelegenheiten
zu regeln und zu organisieren. Ihre Zeit ist Geld! Mit uns im Boot müssen sie sich nicht mit jedem Autor einzeln beschäftigen. Sie erklären uns ihre
Vorlieben und Pläne, so dass wir regelmäßig aus unserem Geschichtenfundus passende Vorschläge unterbreiten
können. Vor allem bauen wir langfristige Beziehungen und damit gegenseitiges Vertrauen auf. Auffällig ist, dass Eure Internetseite sich lediglich
in Englisch präsentiert.

Kein Interesse an den deutschen Autoren?

Steffi: (lacht) Ganz im Gegenteil. Wir wollen sie besser fördern. Und Englisch ist die heutige Verkehrssprache im Medienbereich. Wir von
Semmelblond haben alle international gearbeitet. Mit diesen Erfahrungen bieten wir unseren Autoren den Vorteil, sie weltweit vertreten
zu können.

Ihr habt Euren Sitz in Dresden. Gibt es spezielle Überlegungen dazu?

Uwe: Nun, wir lieben die Region. Vor allem glauben wir an die Menschen hier, ihr Talent, ihre Kreativität und bauen auf die gewachsenen Strukturen.
Zudem haben wir hier den Vorteil der Grenznähe zu Tschechien und Polen. Beides Länder, die reich sind an großartiger Filmkultur und möglichen
Produktionspartnern.

Wonach genau sucht Ihr und wer kann sich bei Euch melden?

Steffi: Wenn man mit Produzenten spricht, so suchen doch alle dasselbe: neue Schreibtalente, gute Geschichten,
kreative Drehbücher und starke Charaktere. Das ist die Spur, der wir folgen.

Semmelblond script agency
Bautzner Straße 49, 01099 Dresden
Tel. 0351-41721447
www.semmelblond.com

Das Interview mit den »Drehbuchautoren semmelblond.com« führte Jana Endruschat, es ist im AUSLÖSER 3/ 2013 erschienen.

Kommentare deaktiviert für Portrait: Drehbuchagentur semmelblond.com

Tags: , , , , , ,

Portrait: 3. Etage Filmproduktion

Posted on 30 September 2015 by b.s.m.

Betritt man das Studio auf dem Bischofsweg 72 in Dresden, riecht es nach frisch gebrühtem Espresso und Schaffensdrang. „Miteinander statt Konkurrenzkampf“ ist der Grundgedanke der drei Filmproduktionen: 3. Etage, eineArt und Konvex, den sie gemeinsam als „Studio freier Filmschaffender“ seit 2011 verfolgen.

Miteinander statt Konkurrenzkampf

„Wir sind alle Individualisten und lieben unsere Selbstund Eigenständigkeit. Trotzdem ist es schön, Gleichgesinnte um sich zu wissen, mit denen sowohl ein Gedanken- und Ideenaustausch, als auch eine Ergänzung ganz praktischer Art stattfinden kann.“, beschreibt Frank Beitlich von 3. Etage Filmproduktion die Arbeitsatmosphäre im Studio.

Sebastian Knorr, Frank Beitlich, Susanne Hörenz und Bernhard Kübel, Foto: Kay Rachui

Sebastian Knorr, Frank Beitlich, Susanne Hörenz und Bernhard Kübel, Foto: Kay Rachui

Durch die verschiedenen Erfahrungen und Stärken, die jeder mit in den Zusammenschluss einbringt, ergänzen und bereichern sie sich gegenseitig. Treffpunkt und Ort des Austauschs ist immer die Schaufensterbank vorm Eingang. Der Arbeitsschwerpunkt aller drei Produktionsfirmen liegt im Bereich Image- und Werbefilm. Während Bernhard Kübel von eineArt Filmproduktion als Kameramann verschiedener Dokumentarfilme spezialisiert ist, produziert Sebastian Knorr von der Konvex Filmproduktion Musikvideos und Konzertmitschnitte.

Frank Beitlich und Susanne Hörenz widmen sich als 3. Etage Filmproduktion dem künstlerischen und experimentellen Film. „Tanz- und Kunstperformances gehören zu unseren Arbeiten“, sagt Susanne, „aber auch Musikvideos und den ein oder anderen Kurzfilm haben wir schon erstellt“. Das nächste Projekt soll die erste gemeinsame Spielfilmproduktion des Quartetts werden. Den Filmschaffenden aus dem Bischofsweg 72 ist es wichtig, sich neben den täglichen Arbeiten für Auftraggeber auch einen kreativen Freiraum für eigene Projekte zu leisten. „Erst dann merkt man, was man wirklich draufhat. Denn es gibt keinen Auftraggeber, hinter dessen Wünschen man sich verstecken kann“, sagt Bernhard. Aber auch bei den vier Filmemachern wird der Frust schnell deutlich, wenn es um das Thema „faire Entlohnung“ geht. Minuspunkte verteilen sie an große Filmproduktionen und Fernsehgesellschaften, „die mit Dumpinglöhnen, studentischen Hilfskräften oder unbezahlten Praktikanten den Markt kaputt machen. Es gibt keinen Raum mehr für kreative Entfaltung und alles Filmische ist nur noch Effekthascherei, um über den Mangel an Inhalt und Ästhetik hinwegzutäuschen“, betont Frank.

Das gemeinsame Büro sehen alle als einen richtigen Schritt
an. Die Möglichkeiten haben sich seit dem Zusammenschluss stark vergrößert. Kleine Aufträge übernimmt jeder für sich, größere oder aufwendigere Filme produzieren sie gemeinsam. „Wir verfügen sowohl über die nötige Technik als auch über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Fähigkeiten und Können jeder von uns schätzt.“ Die Tassen sind ausgetrunken, jeder verschwindet wieder in seinem Büro hinter den Schnittrechnern. „Man muss dem Neid und der Missgunst innerhalb der Filmindustrie etwas entgegensetzen“, sagt Bernhard, „einzeln sind wir klein genug, um zu überleben – gemeinsam stark genug, uns zu behaupten.“
3. Etage Filmproduktion GbR
Bischofsweg 72, 01099 Dresden
Tel. 0351-50061986
www.dritte-etage-film.de
Der Text »3. Etage Filmproduktion« ist von Frank Beitlich und im AUSLÖSER 3/ 2013 erschienen.

Kommentare deaktiviert für Portrait: 3. Etage Filmproduktion

Tags: , , , , ,

Portrait: Kamera Ludwig

Posted on 29 September 2015 by b.s.m.

Den Startschuss für den Aufbau einer Niederlassung in der sächsischen Metropole gab Martin Ludwig bereits 2006. Gemeinsam mit dem Licht- und Kamerabühnenverleih Maier Bros. teilte sich Ludwig Kameraverleih in den ersten Jahren Geschäftsräume in der Konsumzentrale auf der Industriestraße in Plagwitz. Das gemeinsame Konzept ging auf und beide Firmen konnten sich in der mitteldeutschen Region als zuverlässige und innovative Dienstleister im Bereich professioneller Film- und Fernsehtechnik etablieren. In diesem Jahr erfolgte der Umzug auf dem Konsumgelände in inzwischen eigene Lagerräume auf über 400qm Gesamtfläche.

kL-bilder-bewegen

„Das Produktionsaufkommen ist spürbar gestiegen und so kamen wir nicht umhin, uns zu vergrößern. Aus Platzmangel haben wir uns innerhalb der Konsumzentrale neue Räumlichkeiten angemietet. Mit dieser Erweiterung können wir nun auch großzügige Testmöglichkeiten anbieten. Ebenso neu ist eine gesicherte Nachtschleuse für Equipmentrückgaben außerhalb der regulären Öffnungszeiten“, so Ingo Lögers, Niederlassungsleiter Ludwig Kameraverleih
Leipzig.

Die insgesamt 3 festen Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun, um das Auftragsvolumen in der bekannten und gewohnten Qualität zu bewerkstelligen.

Von Alexa XT, Alexa Plus, Red Epic, Sony F55/F5 und Canon C300/500 bis hin zu GoPro Kameras, bietet Ludwig Kameraverleih natürlich auch ein umfangreiches Spektrum gängiger 35mm PL Optiken – Festbrennweiten und Zooms – sowie EF Fotooptiken und eine breite Zubehörpalette, ausgerichtet nach den aktuellen technologischen Entwicklungen und Bedürfnissen professioneller Filmschaffender. „Bilder bewegen“ ist der Claim, dem sich die Firma Ludwig verpflichtet hat, und dafür schon bald die neue Phantom Flex 4K für Super Slow Motion Aufnahmen im
Programm haben wird.

„Für Konzertaufzeichnungen oder Livesendungen haben wir eine sehr flexible und individuell skalierbare, mobile Regie auf der Basis Sony HDC 2500 Kamerazügen im Programm“, so Martin Ludwig, Inhaber und Geschäftsführer. „Aufgrund unserer filialübergreifenden Disposition können wir in Echtzeit die Equipmentverfügbarkeit in all unseren weiteren Standorten prüfen und buchen“, erklärt Ingo Lögers, „und selbstverständlich können Abholungen sowie Rückgaben beliebig an allen Ludwig-Standorten ohne Weiteres erfolgen, nur wissen müssen wir’s vorab“.

Der Stammsitz von Ludwig Kameraverleih befindet sich in München. Neben der Niederlassung in Leipzig, gibt es weitere Niederlassungen in Köln, Berlin und Hamburg. Seit einigen Monaten wird eifrig an einem Konzept in Weimar gearbeitet. Angebunden an das ca. 220qm große Greenscreenstudio der dort ansässigen Nivre Film & Studio GmbH, wird auch hier in enger Kooperation mit Maier Bros, ähnlich dem Leipziger Modell, ein weiterer Standort aufgebaut. „Wir fühlen uns der Region sehr verbunden und freuen uns darüber, als verlässlicher Partner für die Film- und Fernsehlandschaft vor Ort zu sein“.

Ludwig Kameraverleih GmbH
Filiale Leipzig
Industriestraße 85, 04229 Leipzig
Tel. +49 (0)341-33 75 60 0
Fax +49 (0)341-33 75 60 29
leipzig@rental.de
www.ludwig-kamera.de

 

Der Text »Bilder bewegen« ist von Jana Endruschat und im AUSLÖSER 4/ 2013 erschienen.

Kommentare deaktiviert für Portrait: Kamera Ludwig

Tags: , , , , , , , , ,

8. Filmsommer Sachsen » 23. Juni 2015

Posted on 09 Juni 2015 by b.s.m.

»Vision, die, Traumbild, prophetisches Zukunftsbild, Erscheinung; als Wirklichkeit empfundene anschauliche Gesichtswahrnehmung, Continue Reading

Kommentare deaktiviert für 8. Filmsommer Sachsen » 23. Juni 2015

Tags: , , , , , , ,

Portrait: Dirk Lienig

Posted on 15 Mai 2015 by b.s.m.

Es musste für Dirk Lienig, einem künstlerischen Allround-Talent und seit diesem Jahr Mitglied im Filmverband, schon die ganz große Runde sein, bevor er in seine Heimatstadt Hoyerswerda zurückkehrte. Als er achtzehn Jahre alt war, ging er nach Leipzig an die Ballettschule, danach als Tänzer und Choreograph nach Schwerin. Es kamen erste Berührungen mit der Foto- und Filmkamera, immer wieder Aufenthalte in Australien, Mittelamerika und in Europa. In Berlin war er dann freier Choreograph, Tänzer und Regisseur, Autor und Kameramann seiner eigenen Dokumentarfilme. Die Festivalauswertung einer dieser Dokumentarfilme führte ihn nach Sydney, von wo aus er nach zwei Jahren schließlich nach Hoyerswerda zurückkehrte.

Ein großer Fisch im kleinen Teich Hoyerswerda

Le Sacre du Printemps, Dreharbeiten, Foto: Rico Hofmann

Le Sacre du Printemps, Dreharbeiten, Foto: Rico Hofmann

Seit 2009 konzipiert Dirk Lienig nun Projekte mit und in der Kulturfabrik. Seine unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten weiß er dabei gut zu verschränken. Sie bieten ihm großartiges Potenzial für neue Projektideen.

Von dem Wohngebiet, in dem er aufwuchs, sind nur noch Straßen und Parkbuchten inmitten einer grünen Wiese übrig. Kein Wunder, Hoyerswerda hat in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren eine beispielhafte demografische Entwicklung erlebt. Die Stadt verlor mehr als die Hälfte ihrer Einwohner. Nach wie vor zieht es vor allem junge Menschen weg von hier. Kann man sich dem entgegenstellen? Lienigs Antwort:

„Bildet Banden. Das ist das, was ich immer mit meinen Kunstprojekten versucht habe – sich gruppieren und zusammenfinden. Die einfache Alternative leben, versuchen neue Formen von sozialem Zusammenleben auszuprobieren.“

Seit Anfang des Jahres betreibt Dirk Lienig das Tanzprojekt ,Eine Stadt Tanzt ,Le Sacre‘. In vierter Auflage des Projekts beschäftigen sich in diesem Jahr 74 Hoyerswerdaer im Alter zwischen 7 und 72 Jahren mit Sergej Rachmaninows Aufbruchswerk der Moderne ,Le Sacre du Printemps“. In mehrmals wöchentlichen Arbeitsproben choreographiert und entwickelt Dirk Lienig ein generationsübergreifendes, sehr persönliches Tanzprojekt:

„Ich sage zu ihnen, dass sie gleichzeitig Autoren sind. Ihr erzählt eure Geschichten. Ihr seid selbst die Darsteller.“

Nach der Premiere am 13.6. im ehemaligen Centrum-Warenhaus der Stadt wird nun intensiv an der Dokumentation gearbeitet. „Wir haben angefangen die Tänzer zu interviewen, welche Wünsche sie als Kinder hatten (…), wie sie sich in den einzelnen Stadien abgerieben haben und was davon übrig geblieben ist. Das ist der Erzählstoff.“

Im einstigen Kaufhaus werden Spielsettings aufgebaut, in denen sich die Protagonisten als Kind gegenübertreten. Lienig: „Ich versuche immer Leute aktiv werden zu lassen. Nicht, dass die immer nur konsumieren oder nur Darsteller sind, sondern sich auch mit ihrem Ich einbringen.“

Das sind die Grundsätze in Dirk Lienigs Arbeit. Er hofft, ,dass diese Ansammlung von vielen kleinen Versuchen zu einer Kultur führt, über die auch Politik definiert werden kann. Wichtige Veränderung kommt aus solchen Aktionen, (…) durch sie erhoffe ich mir langfristig eine Kultur, die wächst und neue Formen von Alternativen zulässt. Keine Ahnung, ob das funktioniert, aber das andere funktioniert nicht, das weiß ich!“ •

EINE STADT TANZT

Dirk Lienig  c/o Kulturfabrik Hoyerswerda

www.dirk-lienig.de/work/stadttanztsacre

Der Text »Dirk Lienig« ist von Claudia Reh und im AUSLÖSER 4/ 2014 erschienen.

Kommentare deaktiviert für Portrait: Dirk Lienig

Tags: , , , , , , ,

Über Filme und Freunde

Posted on 08 Mai 2015 by b.s.m.

Ohne Worte kommt kein Film auf die Welt: Schauspieler reden in einer Sprache, die sich ein anderer für sie ausgedacht hat. Das Gerüst der Handlung entsteht durch die Inspiration eines Drehbuchautors. Oft tritt dieser mit Beginn der Dreharbeiten in den Schatten, weil jetzt ein Team den Entscheidungen der Regie folgt. Die Welt ist voll von enttäuschten Filmautoren. Wolfgang Kohlhaase ist keiner.

Er ist Jahrgang 1931, Berliner, geschätzt und respektiert vor der Wende und nach der Wende. 23 Kinofilme, zwölf Fernseh- und Dokumentarfilme. Häufig kommen ihm Drehbuchangebote ins Haus. Manche macht er mit Sorgfalt zu seiner Sache, viele lehnt er ab, weil er sich für ein Thema nicht zuständig fühlt oder nicht genug Vergnügen verspricht. Er überlegt sich gut, mit wem er Filme macht – zuletzt mit Clemens Meyer (Romanvorlage) und Andreas Dresen (Regie): „Als wir träumten“ läuft im Wettbewerb der Berlinale 2015.

9783355018258

„Filme machen ist gesellig, im Guten wie im Bösen.“ Der Satz steht im Buch „Um die Ecke in die Welt“. Wolfgang Kohlhaase hat deutsche Filmgeschichte, aber keine Autobiografie geschrieben. Der Filmhistoriker Günter Agde konzentrierte sich auf ein Nebenwerk: auf Reden, die Kohlhaase hielt, und auf Texte, die keine Filme werden sollten. Es muss Arbeit gemacht haben, das Material – über Jahrzehnte und zwei Gesellschaftsordnungen in Archiven und privaten Schubladen
verstreut – überhaupt zu finden.

Das Buch teilt Kohlhaases Schreiberleben in zwei Hälften: Die erste, die öffentliche, sind Gedanken über eigene und fremde Filme, es sind Danksagungen wie die für den Goldenen Bären und den Deutschen Filmpreis oder Interviews. Die zweite, die privatere Stimme, spricht über Freunde, oft bei Trauerfeiern. Beide Sammlungen folgen der Chronologie. Man sollte das Buch von vorne nach hinten lesen. Wer nur blättert, wird um den Gewinn gebracht, der Entwicklung der Sprache und der historischen Bilanz von Kohlhaase zu folgen. Bei Kriegsende ist er vierzehn. Er schreibt „Volontör“ – er hat das Wort nur ungefähr im Ohr – als er 1947, mit sechzehn Jahren, eine Bewerbung an alle
Berliner Zeitungen schickt.

Der „Start“, eine Jugendzeitschrift – der Chefredakteur ist 24 – nimmt den rothaarigen Jungen in blau gefärbten Militärhosen, druckt seine Geschichten und Filmkritiken. Agde hat Beispiele für Kohlhaases freche Phase aufgenommen, wie die über „Der Engel mit der Posaune“ mit Paula Wessely: „Im Laufe des Films wird sie fast achtzig Jahre. Dem Zuschauer wird die Zeit nicht ganz so lang.“ Aber da schreibt einer auch schon mit tiefem Ernst, wie bei Wanda Jakubowskas Film „Die letzte Etappe“ über die Frauen im KZ Auschwitz.

Günter Agde hat Reden von Wolfgang Kohlhaase auf DDR-Filmkongressen und ähnlichen Veranstaltungen in das Buch aufgenommen. Man liest sie immer noch mit Gewinn. „Denken geht wie Licht in alle Richtungen.“ „Kleine Vorgänge können Großes vermelden.“ „Wer genau hinsieht, bringt nicht nur frohe Kunde.“, „Mittleres Talent ist seiner Achtung wert. Mittleres Gewissen nicht.“ Es sind Sätze gegen die Phraseure aus verschiedenen Zeiten. Am besten lernt der Leser den Autor bei den Texten über Menschen kennen, denen er nahe stand. Der über seinen Vater ist der schönste. Sein Sohn wünschte ihm am Grab, „dass man einmal zur Probe leben könnte und dann noch mal
richtig“.

Der Text ist von Regine Sylvester und im AUSLÖSER 1/ 2015 erschienen.

Wolfgang Kohlhaase, „Um die Ecke in die Welt. Über Filme und Freunde“.
Herausgegeben von Günter Agde, Verlag Neues Leben, 2014, 332 Seiten, 19,99 Euro

Kommentare deaktiviert für Über Filme und Freunde

Tags: , , , , ,

Das Nadelöhr des Filmemachens

Posted on 05 Mai 2015 by b.s.m.

Die freie Filmemacherin Maria Mohr im Interview mit Heiko Hilker

Wie ist die Idee für die Initiative entstanden?

Ein Artikel in der black box vor zwei Jahren war der Anlass. In dem Branchenblatt, das von Ellen Wietstock herausgegeben wird, fanden sich alarmierende Zahlen zu den Förderergebnissen zweier großer deutscher Filmförderungen im Herbst 2012: Bei insgesamt 47 geförderten Kinoprojekten war die Regieposition ausschließlich männlich besetzt. Bei den im Jahr 2013 vom DFFF geförderten Projekten waren von insgesamt 115 nur 13 von Regisseurinnen, bezogen auf die Budgets gingen von 62,5 Mio. Euro nur 6 Mio. an Projekte unter weiblicher Regie.

Maria Mohr, Filmemacherin, Foto: Andrea Kroth

Maria Mohr, Filmemacherin, Foto: Andrea Kroth

Davon aufgeschreckt, untersuchten die Regisseurinnen Annette Ernst, Katinka Feistl, Imogen Kimmel und Tatjana Turanskyj auch die Lage bei der Auftragsvergabe durch Fernsehredaktionen, die in Deutschland ja das Nadelöhr des Filmemachens sind: In den letzten zehn Jahren wurden weniger als 15 Prozent der Regieaufträge im Fernsehen an Frauen vergeben. Dabei liegt der Frauen-Anteil unter den Absolvent*innen der deutschen Filmhochschulen bei 42 Prozent. Um auf diesen Missstand hinzuweisen und Maßnahmen zu seiner Behebung zu finden, haben die vier Initiatorinnen weitere Mitstreiterinnen gesucht, und so gründeten wir dieses Jahr die Initiative „ProQuote Regie“, angelehnt an den Verein „ProQuote“ der Journalistinnen.

Was hat für sie den Ausschlag gegeben, bei einer solchen Initiative mitzumachen?

Ich bin seit der Berlinale 2014 mit im Boot. Schon früher habe ich mich frauenpolitisch engagiert, unter anderem als nebenberufliche Frauenbeauftragte in der Universität der Künste, wo ich Film studiert habe. So beschäftige ich mich schon lange mit den Mechanismen, durch die Frauen (meist unterbewusst) diskriminiert werden – und es ist nur konsequent, dass ich das auch im Filmbereich tue. Zum anderen bin ich Vorsitzende der Auswahlkommission für die kulturelle Filmförderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Bereich programmfüllender Spiel- und Dokumentarfilm (Produktion A) und Drehbuchförderung.

Seit 2011 gehöre ich zu dieser Jury und je mehr Einreichungen ich lese, je mehr Diskussionen ich erlebe, umso mehr Fragen drängen sich auf: Warum brauchen Frauen durchschnittlich länger, ihre Projekte finanziert zu bekommen? Warum liegen ihre Budgets meist im unteren Bereich der Skala? Warum
arbeiten sie selten mit den ganz großen Playern im Film-Business zusammen? Warum haben sie größere Schwierigkeiten, ihren zweiten oder dritten Film zu machen? Warum werden ihnen Schwächen im Drehbuch seltener verziehen als ihren männlichen Kollegen? Und warum enthalten gleichzeitig fast 40 % der Drehbücher Szenen mit halb bis nicht bekleideten Frauen? Wohl, weil Frauen immer noch eher als Muse denn als Genie gesehen werden! Warum wird einer Frau fast nicht zugetraut, ein 10-Millionen-Budget zu stemmen? Warum wird ihr seltener zugetraut, einen (kommerziell) erfolgreichen Film zu machen?

Regie ist eine Führungsposition. Und dass Frauen in Führungspositionen allgemein unterrepräsentiert sind, ist leider alles andere als neu.

Neu ist, dass sich nun auch aus der Wirtschaft die Stimmen mehren, dass unsere Gesellschaft nur dann erfolgreich in die Zukunft gehen könne, wenn ihre innere Diversität sich auch nach außen abbilde. Wenn ich Kino-, Festival- und Fernseh-Programme wälze, sind Frauen als Regisseurinnen (auch als Produzentinnen und Kamerafrauen) immer noch deutlich in der Minderheit. Das darf so nicht bleiben, wenn uns unsere Demokratie etwas wert ist.

Welche nächsten Schritte verfolgen Sie?

Wir müssen an den Bedingungen der Arbeitsmöglichkeiten für Frauen in Filmberufen ansetzen! Wir brauchen eine umfassende soziologische Studie zu Werdegang und beruflicher Situation von Regisseurinnen sowie zur Vergabepraxis von Sendern und Fördergremien unter genderspezifischen Gesichtspunkten.

ProQuote Regie fordert eine paritätische Besetzung der Entscheidungsgremien aller Filmförderungen und eine Quote für die Vergabe von Regieaufträgen im Fernseh- und Filmbereich: 30% in 3 Jahren, 42% in 5 Jahren (entsprechend dem durchschnittlichen Anteil von Frauen, die ein Regiestudium abschließen) und 50% in 10 Jahren. Eine Quote ist nie „schick“, aber sie ist das einzige politische Instrument, das sich für brauchbar erwiesen hat, da bei einem Verteilungskampf – und das ist es – alle freiwillige Selbstverpflichtung ins Leere läuft.

Wie reagiert die Branche darauf?

Auf die von uns veröffentlichten Zahlen hat die Branche schockiert reagiert. Einigen ist bewusst, dass es Frauen – wie in anderen Berufsfeldern auch – tendenziell schwerer haben, Projekte von großem ökonomischen Gewicht realisiert zu bekommen. Doch dass die Kluft zwischen Männern und Frauen so groß ist, dass beispielsweise nur 11 Prozent der Regiearbeiten für das Abendprogramm des Fernsehens von Frauen stammen, hat viele überrascht. So haben mittlerweile 230 Regisseurinnen und über 160 weitere Unterstützer*innen aus der Filmbranche unseren Aufruf unterschrieben.

Wir haben einen Verein gegründet und seit unserem Gang in die Öffentlichkeit hat sich schon viel bewegt:
Alle namhaften Medien haben über unsere Initiative berichtet. Vor dem Schritt nach draußen haben wir auch wichtige Vertreter*innen aus den Bereichen Filmförderung, Fernsehsender und Kulturpolitik angeschrieben, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen über unsere Anliegen und auch über die Möglichkeiten und Schwierigkeiten, die sie selbst sehen, wenn es um Frauen, Film und Geld geht – denn es geht um viel Geld, öffentliche Gelder! Die Reaktionen waren bisher vorwiegend positiv, viele Gesprächstermine stehen nun an. Interessant ist, dass sich die Vertreter*innen der Sender bisher
noch zurückhalten …

Sehr erfolgreich waren wir im Bereich Politik. Dank unserer Gespräche mit den Grünen, hat Ulle Schauws (BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN) am 6.11.2014 den Antrag „Grundlagen für Gleichstellung im Kulturbetrieb schaffen“ im Bundestag zur Abstimmung gebracht – unter Beifall der Linken und begleitet von großer Sympathie der SPD, die als direkte Antwort auf den Antrag eine Anhörung im Kulturausschuss auf den Weg bringen möchte. Selbst aus der CDU gab es Signale dafür, dass sie das Thema ernst nehmen und politischen Handlungsbedarf sehen.

Am 10. November hat der Bundesverband Regie eine Studie veröffentlicht mit dem Titel „Erster Regie-Diversitätsbericht des BVR 2010-2013“. Die dort veröffentlichten Zahlen bestätigen alle stichprobenartigen Erhebungen, die „ProQuote Regie“ zuvor zusammengetragen hatte. Diese Statistiken sind wichtig, denn „viele Redaktionen und Produktionsfirmen sind sich aufgrund eines fehlenden Diversitäts-Monitorings bisher nicht über die niedrige Beschäftigungsrate von Regisseurinnen in den eigenen Serien, Reihen und Fernsehfilmen bewusst“, ist auf der Internetseite des BVR zu lesen.

Die Präsentation des Berichts in München hat aber auch männliche Kritiker auf den Plan gerufen, die von einer Quote wenig halten und lieber für spezifische Frauenprogramme plädieren …
Diese Art von Kritik ist symptomatisch. Es gibt sie natürlich, die Angst mancher Männer, auf Privilegien verzichten zu müssen. „Entwicklungshilfe“ für Frauen wäre ihnen lieber als Umverteilung. Doch darum geht es ja: um das Aufbrechen gemütlich verkrusteter Strukturen!

Gibt es frauenspezifische Probleme in der Branche?

Es geht um ein gesamtgesellschaftliches Problem – und um GELD!!! Da möchte ich gerne Tatjana
Turanskyj zitieren: “It´s the economy, stupid! …
Die Ökonomie ist nicht geschlechtsneutral. Fürs Filme machen braucht man Geld. Ein Regieauftrag ist auch ein Arbeitsverhältnis. Die von uns ermittelten Zahlen kommen einem Berufsverbot gleich. Das ganze ist auch ein Arbeitskampf!“

Sollte bei einer Förderentscheidung bzw. einer Auftragsvergabe nicht das Projekt statt das Geschlecht im Vordergrund stehen?

Wie wunderbar wäre, wenn Qualität entscheiden würde, nicht das Geschlecht! Genau das ist unser Ziel!
Doch so lange wir über eine stillschweigende Bevorzugung der männlichen Regisseure sprechen, so
lange sprechen wir noch nicht von der Freiheit der Kunst! Bei einer Förderentscheidung bzw. einer Auftragsvergabe spielt doch nicht nur die “Qualität” eine Rolle, die sich ohnehin sehr schwer objektiv beurteilen lässt, da funken doch all diese anderen Faktoren hinein: Herkunft, Bekanntheitsgrad, Netzwerke, Festhalten an „Bewährtem“, Einschaltquoten, …

Jutta Brückner schreibt zur Auftragsvergabe beim Fernsehen: „Niemand grenzt [die Frauen] bewusst aus. Es steckt kein Plan dahinter, kein böser Wille und keine offene Misogynie. Aber ein Bündel von unbewussten Vorentscheidungen und zähen, eingefahrenen Reflexen führt dazu, dass einem Produzenten
(oder auch einer Produzentin) partout keine Frau einfällt, wenn er oder sie die Posten der Regie besetzt. Männer sind einfach sichtbarer. Sie werden von der Hierarchie begünstigt, und von der Herrschaft einer anderen Quote, der Zuschauerquote, an die schon seit langem viele Programmentscheidungen delegiert wurden.

Diese misst nur, ob der Fernseher eingeschaltet ist, aber nicht, wer und ob überhaupt jemand zusieht. Im Gegensatz zu dieser Quote ist eine Quote für Regisseurinnen ein rationales und gut begründetes Instrument. Und spätestens seit der Haushaltsabgabe (auch Zwangsabgabe genannt) wächst zumindest bei den öffentlichen-rechtlichen Anstalten der Legitimierungsdruck.

Wenn die Haushaltsabgabe eine Demokratieabgabe ist, wie Jörg Schönenborn, damals Chefredakteur, jetzt Programmdirektor des WDR, vollmundig sagte, lässt sich die Übermacht der Männer im Fernsehen nicht mehr rechtfertigen. Da Gleichheit sich offensichtlich nicht von selbst durchsetzt, muss ihr jetzt auf die Sprünge geholfen werden.

Beim Fernsehen sollte die Quote beginnen. Das Fernsehen ist im Bereich der Bewusstseinsindustrie in Deutschland der größte Arbeitgeber. Ohne seine Hilfe wird kaum ein Kinofilm gemacht, denn die meisten Filmförderungen schreiben die Beteiligung des Fernsehens an einem Filmprojekt vor. Hier können wir einen Arbeitskampf führen.“ (faz-blog, Ich. Heute. 10 vor 8., 24.10.2014)

Im Mai findet der Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig, im Juni der Filmsommer des Filmverbandes Sachsen statt. Werden Sie in Sachsen eine Veranstaltung durchführen und für ihr Anliegen werben?

Sehr gerne stellen wir uns und unser Anliegen in Leipzig und Sachsen vor. Es wäre uns eine große Freude, wenn Sie uns mit den jeweiligen Veranstalter* innen bekannt machen würden.

Vielen Dank!

www.mariamohr.de

Das Interview »Das Nadelöhr des Filmemachens« ist im AUSLÖSER 1/ 2015 erschienen.

Kommentare deaktiviert für Das Nadelöhr des Filmemachens

Tags: , , , , , , , ,

Ich lebe, um mich zu erinnern

Posted on 16 April 2015 by b.s.m.

Es sollte ein Film über Wieland Förster und das Entstehen der Bronzestele Uwe Johnson werden, mit der er 2007 offiziell sein bildhauerisches Werk beendete. Dieser Film wurde fertig, doch die der Künstler ließ die Filmemacherin nicht los: Von 2005 bis 2014 besuchte Hanna Lehmbäcker den Bildhauer regelmäßig in seinem Berliner Atelier und auf dem Brandenburger Land. Lehmbäcker und Kameramann Alexander Huf hatten das Glück, dass sich ihnen Wieland Förster lückenlos öffnete.

Filmporträt zum 85. Geburtstag des Bildhauers Wieland Förster

Vor der Kamera erinnert sich der 1930 in Dresden geborene an seine Kindheit und Jugend an der Elbe und reflektiert, warum er diese Stadt verlassen musste. Als ihn seine physischen Kräfte verließen um weiterhin bildhauerisch tätig zu sein widmete sich Förster der Schriftstellerei. Seine Sprache fasziniert in diesem filmischen Künstlerporträt. Die Intensität seiner Skulpturen haben auch seine Worte.

Wieland Förster

Wieland Förster

Wir erfahren, wie die Zerstörung der Heimatstadt und eine mehrjährige Gefangenschaft im Speziallager Bautzen Förster prägten. Der Film verdeutlicht, warum Schmerz, Leid und Vergänglichkeit zu wesentlichen Themen des Künstlers wurden. Förster arbeitete hauptsächliche in Ost-Berlin, aber verstand sich nie als ostdeutscher Künstler, sondern als deutscher Künstler in einem geteilten Land. Autark, aufrecht und kompromisslos schuf er sein umfangreiches bildhauerisches Werk, das im öffentlichen Raum sowie in Museen und Sammlungen im In- und Ausland zu finden ist. Den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden stiftete er 58 seiner wichtigsten Skulpturen. Das subjektive Erlebnisbild des vergangenen Jahrhunderts eines seiner bedeutenden Künstler vermittelt dieser Film eindrucksvoll.

Dass der Film pünktlich zum 85. Geburtstag von Wieland Förster im Rahmen der Berlinale Premiere feiern konnte ist Konrad Hirsch zu verdanken, der als Mitgestalter und Regisseur von Künstlerporträts einen engen Bezug zu diesem Genre hat. Er hörte von dem umfangreichen Rohmaterial, das bei Hanna Lehmbäcker schlummerte, erfuhr von Lehmbäckers vergeblichen Versuchen, das Projekt einem Fernsehsender anzubieten. Hirsch holte die Sächsische Akademie der Künste als Kooperationspartner ins Boot, überzeugte die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien das Projekt zu unterstützen und setzte sich mit Hanna Lehmbäcker an den Schneidetisch.

Dresden-Premiere hat der Film am 11. März 2015 um 18 Uhr im Festsaal der Gedenkstätte Bautzner Straße, wo derzeit die Ausstellung „Wieland Förster – Jahrhundertbilanz“ gezeigt wird.
Text: Julia Blaustein

Kommentare deaktiviert für Ich lebe, um mich zu erinnern

Tags: , , , , , ,

Mitteldeutsche Medienförderung lädt zum Film-Workshop

Posted on 15 April 2015 by b.s.m.

Die Mitteldeutsche Medienförderung lädt Filmproduzenten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu einem Workshop im Rahmen des „Medientreffpunkt Mitteldeutschland 2015“ ein. Continue Reading

Kommentare deaktiviert für Mitteldeutsche Medienförderung lädt zum Film-Workshop

Advertise Here
Advertise Here

PARTNER SEITEN

  • 1 SMWK
  • 2 KdFS
  • 3 MDM
  • 4 SLM
  • 5 DIAF
  • 6 SLUB
  • 8 Hellerau
  • 9 filmportal
  • a crew united
  • b onlinefilm.org
  • fairTV e.V. Interessenverband für faire TV-Produktionen in Deutschland
  • Grüner Drehpass
  • IG Freie
  • Netzwerk-Kultur-Dresden