Archive | Tschechische Republik

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Neiße-Fische 2014 vergeben

Posted on 12 Mai 2014 by b.s.m.

Der Wettbewerbssieger beim NEISSE FILMFESTIVAL 2014 ist die tschechisch-slowakische Produktion »Miracle« (Zázrak) von Juraj Lehotský! Continue Reading

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Filmland Tschechien

Posted on 21 April 2014 by b.s.m.

Als im Dezember 2012 das neue Filmgesetz vom tschechischen Parlament verabschiedet wurde, hatte die tschechische Filmbranche guten Grund zum Jubeln. Vorangegangene Versuche, das alte Filmgesetz von 1992 und die darauf basierende nationale Filmförderung an die aktuellen Bedürfnisse der Filmindustrie anzupassen, waren lange Zeit erfolglos geblieben.

Zusätzlicher Druck entstand auch durch die Tatsache, dass der alten Förderung das finanzielle Ende drohte. Denn der Hauptanteil der Fördergelder wurde aus den Lizenzeinnahmen der vor 1989 produzierten Filme bestritten. Dieser Betrag nahm kontinuierlich ab. Die vereinzelten Bemühungen der tschechischen Regierung, die Filmförderung aufzustocken, hatten erwartungsgemäß keine nachhaltige Wirkung. Ein Steuererleichterungsprogramm war damals noch lange nicht in Sicht. Produzenten waren ausschließlich auf die nationale Filmförderung angewiesen, wenn sie Filme auf europäischem Niveau produzieren wollten. Das Paradoxe an dieser Situation war, dass trotz des unzureichenden und instabilen Fördersystems jährlich weiterhin zwischen 20 und 50 Filmen mit hohen Besucherzahlen in die Kinos kamen. In der Top 10 der besucherstärksten Filme befanden sich regelmäßig 2 bis 3 tschechische Titel.

In den 1990er Jahren profitierte der tschechische Film zweifelsohne von großen Film- und Werbeproduktionen, die nach dem Mauerfall Prag und Tschechien als Drehort wählten und somit wesentlich zum Erhalt der tschechischen Filmindustrie und deren Infrastruktur beitrugen. In dieser Zeit ergänzte das öffentlich-rechtliche Fernsehen die staatliche Förderung von Kinofilmen durch seine intensive Koproduktionstätigkeit.

Trotz allem blieb die Filmförderung noch lange Zeit eine Schwachstelle des Systems. Die Inkraftsetzung des neuen Filmgesetzes im Januar 2013 bildete den legislativen Rahmen, um die gesammelten Probleme der letzten Jahre sukzessive angehen zu können. Doch welche konkreten Vorteile bringt die neue Filmförderung dem tschechischen Film? Zunächst eine finanzielle und strukturelle Stabilisierung, eine größere politische Unabhängigkeit und Offenheit im Bereich internationaler Koproduktionen. Ein wesentlicher Schritt hierfür ist die Umwandlung der Filmförderung in eine selbständige Institution, an deren Spitze ein Geschäftsführer steht, der entsprechende Handlungsfreiheit auch auf politischer Ebene besitzt. Ferner wurde in diesem Gesetz Herkunft und Höhe der Fördermittel geregelt, was wesentlich zur Sicherung und Stabilisierung der Film-industrie beiträgt. So bilden die Abgaben aus Werbeeinnahmen der Privatsender mehr als 60 Prozent des Fördervolumens, das ab 2014 circa 9 Mio. Euro jährlich betragen soll.

Steuererleichterungen 

Ein weiterer Topf, der von der Filmförderung verwaltet wird und seit 2010 für Produzenten im In- und Ausland zur Verfügung steht, ist das sogenannte Film Industry Support Programme. Dies beinhaltet eine Steuererleichterung, die Filmproduzenten einen 20-prozentigen Rabatt auf in Tschechien angefallene Kosten ermöglicht. Neben einem tschechischen Koproduktionspartner ist ein „Kulturtest“ Voraussetzung, den jedes Projekt durchlaufen muss. Zu Beginn belief sich das Volumen auf 12 Mio. Euro. In diesem Jahr standen 20 Mio. Euro zur Verfügung. Da diese Summe jedes Jahr aufs Neue einer Regierungsentscheidung obliegt, kann sie variieren. In dem Filmgesetz ist auch die Verwaltung des Film Industry Support Programmes durch die staatliche Filmförderung geregelt.

 

Die neue Rolle des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Tschechien

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen Cˇeská televize (CˇT) spielte in den 1990er Jahren eine entscheidende Rolle im Bereich einheimischer Koproduktionen.Ohne sein Engagement wären Debüts von Regisseuren der Nachfolgegeneration wie Petr Zelenka, Alice Nellis, Bohdan Sláma oder Saša Gedeon nicht entstanden. Durch verschiedene Umstrukturierungen reduzierte sich Anfang des Jahrtausends die Anzahl der inländischen Kinokoproduktionen in den Folgejahren spürbar.

Mit dem neuen Intendanten Petr Dvorˇák begann im Herbst 2011 eine neue Ära des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Unter seiner Führung wurde die „Abteilung für Entwicklung neuer Programme und Formate“ wesentlich ausgebaut. Deren Unterabteilung „Filmcenter des tschechischen Fernsehens“ beschäftigt sich vorwiegend mit der Stoffentwicklung von Kinoformaten im Bereich Spiel- und Dokumentarfilm sowie Kurzfilm. Dabei fungiert sie stets als minoritärer Koproduzent bei Projekten unabhängiger tschechischer Produzenten.

„Fernsehsender auf der ganzen Welt haben mit beschränkten Budgets und wachsenden Erwartungen des Publikums an die Qualität der gesendeten Inhalte zu kämpfen. Das trifft besonders den mitteleuropäischen Raum mit seinem begrenzten Marktpotential, wie z.B. die Tschechische Republik. Dabei ist die effektive Entwicklung neuer Formate besonders notwendig. Dazu gehört eine permanente Offenheit gegenüber Filmemachern und deren Ideen sowie die zügige Prüfung und Investition in die Stoffe mit dem größten Potential. Darüber hinaus ist es ebenso wichtig, Geld für Entwicklung und Produktion außerhalb des Senderbudgets zu finden. Hierbei spielen internationale Koproduktionen eine wesentliche Rolle und das trotz aller möglichen Komplikationen und Mehrkosten, die diese Projekte mit sich bringen“, erklärt Jan Maxa, Leiter Entwicklung neuer Programme des CˇT, den Standpunkt des öffentlich-rechtlichen tschechischen Fernsehens.

Im September 2013 gingen der neue Kulturkanal CˇT Art sowie der KinderkanalČCˇT:D auf Sendung. Der kürzlich unterzeichnete Vertrag zwischenČCˇT und ARTE soll zu einer stärkeren internationalen Öffnung des Senders führen.

Die beabsichtigte Kooperation zwischen CˇT und MDR soll 2014 konkretisiert werden. Laut Reinhard Krug, dem Beauftragten der Intendantin des MDR sind „konkrete Projekte mit dem CˇT im Bereich Programmaustausch, Koproduktion und Mitarbeiteraustausch geplant. Zudem sollen der deutsche und tschechische Kinderkanal stärker kooperieren.“

 

Von den anfänglichen Startschwierigkeiten der neuen Filmförderung abgesehen, hatte der tschechische Film noch nie so eine stabile Basis wie jetzt. Hinzu kommt das gestiegene Interesse an Kooperationen mit Partnern aus dem Ausland, was Tschechien zu einem attraktiven Partner innerhalb der mitteleuropäischen Filmlandschaft macht.  JANA CERNIK

 

Die tschechische Filmförderung in Stichpunkten:

  • Eine 13-köpfige Vergabekommission entscheidet über alle Anträge. In dieser sind Vertreter aller Sparten der Filmindustrie vertreten. Die Vergabekommission veröffentlicht bis zu viermal jährlich ein Konzept, als Vorgabe für die thematischen Einreichtermine, die von Jahr zu Jahr variieren können.

 

  • Thematische Einreichtermine mit insgesamt 10 Fördersparten: Drehbuchentwicklung, Produktion, Verleih, Digitalisierung, Promotion,Publikationen, Filmerbe, Training, Festivals und Urheberrecht.

Wichtige Verbände und Institutionen

State Fund for Cinematography
www.fondkinematografie.cz

Czech Film Center
www.filmcenter.cz

Czech Film Commission
www.filmcommission.cz

Audiovisual Producers´ Association
www.asociaceproducentu.cz

Institute of Documentary Film
www.dokweb.net

Association of Czech Animation Film
www.asaf.cz 

National Film Archive
www.nfa.cz

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