Archive | Zeitdokumente

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Dresdner Kultur-Netzwerk fordert faire Arbeitsbedingungen

Posted on 05 Januar 2015 by b.s.m.

Logo_Netzwerk-Kultur-Dresden1Im kommenden Jahr steht Dresden unter dem Motto: »Dresden. Weltoffene Stadt der Kreativen«. Das im Herbst gegründete Netzwerk-Kultur Dresden fordert eine gerechte Bezahlung für die freien Kulturschaffenden in der Kunst- & Kreativwirtschaft und will das „Dresdner Jahr der Kreativen“ nutzen, um auf die »unhaltbaren finanziellen Umstände hinzuweisen und Abhilfe einzufordern«.

So darf die Kulturförderung nicht länger Spielball willkürlicher Haushaltsentscheidungen sein. Die Kultur- und Wirtschaftsförderung müssen den Erfordernissen der Kunst- und Kreativwirtschaft angepasst und miteinander verzahnt werden. Und: Qualifizierte und engagierte Arbeit muss fair und angemessen entlohnt werden. […] Freie Tänzer stehen teilweise für 3,50 Euro Stundenlohn auf der Bühne, bei den freien Trägern werden Stellen gesplittet, halbiert und reduziert, dass das monatliche Entgelt letztlich kaum zum Leben reicht.

Das Netzwerk Kultur Dresden ist ein Zusammenschluss von „institutionell geförderten Trägern, Wir gestalten Dresden – Branchenverband der Kunst- und Kreativwirtschaft und freien Kulturschaffenden“. Zu den Gründungsunterstützern gehören 48 Dresdner Institutionen aus Kunst und Kultur.

 

Netzwerk Kultur Dresden
www.netzwerk-kultur-dresden.de

Unterstützer des Netzwerk Kultur Dresden
www.netzwerk-kultur-dresden.de/unterstuetzer-werden/

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Sachsens neue Medien-Visionen

Posted on 16 Dezember 2014 by b.s.m.

Der Koalitionsvertrag für die kommende Legislatur- und Regierungsperiode im Freistaat Sachsen steckt voller ambitionierter Ziele Continue Reading

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Ein großer (Ent)Wurf!

Posted on 24 Oktober 2014 by b.s.m.

Die designierten Koalitionäre der CDU und SPD haben ihren Koalitionsvertrag vorgestellt. Aus kultur- und medienpolitischer Sicht ist es ein großer Wurf. Aber wie immer gilt: Continue Reading

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Wechsel bei der AG Kurzfilm zum 1. August 2013

Posted on 04 August 2013 by b.s.m.

Sylke Gottlebe übergibt nach elf Jahren die Geschäftsführung der AG Kurzfilm an Jutta Wille und Jana Cernik. Ab 1. August 2013 bilden sie als gleichberechtigte Geschäftsführerinnen die neue Doppelspitze. Jutta Wille übernimmt neben dem Projektmanagement die organisatorisch-administrativen Aufgaben, Jana Cernik konzentriert sich auf Filmpolitik und Lobbyarbeit. Die inzwischen erheblich ausgebauten Aktivitäten des Bundesverbandes mit Geschäftsstelle in Dresden werden so kontinuierlich weitergeführt.

Jutta Wille, seit 2003 bei der AG Kurzfilm, ist mit den Aufgaben und Zielen des Verbandes bereits bestens vertraut. Neben der Unterstützung von Sylke Gottlebe bei filmpolitischen Aktivitäten war sie u.a. für die redaktionelle Betreuung des Kurzfilmkatalogs und des SHORT reports sowie für die Vorbereitung der Filmmarktpräsentationen in Clermont-Ferrand und Annecy verantwortlich. „Sylke hat zweifellos ein sehr bedeutendes Stück Arbeit geleistet, vor dem ich großen Respekt habe. Ich freue mich auf die neuen Ideen und Herausforderungen, die mich in der Zusammenarbeit mit Jana Cernik erwarten“, so Jutta Wille.

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Jutta Wille, Sylke Gottlebe und Jana Cernik (von links nach rechts), Foto: AG Kurzfilm

Jana Cernik hat im Auftrag des Tschechischen Produzentenverbandes das Czech Film Center aufgebaut, für das sie seit 2002 in verschiedenen Funktionen tätig war. Zuletzt war sie dort für Projektentwicklung und Fortbildung verantwortlich. Zuvor arbeitete sie bei der Kinemathek Hamburg, bei Filmfestivals sowie als Filmjournalistin. „Nach elfjähriger Tätigkeit für die tschechische Filmindustrie freue ich mich sehr, meine Erfahrungen in die spannenden Aktivitäten der AG Kurzfilm einbringen zu können“, sagt Jana Cernik über ihre neue Aufgabe.

Der Vorstand der AG Kurzfilm – Andrea Wink (exground filmfest Wiesbaden), Alexandra Gramatke (KurzFilmAgentur Hamburg) und Michael Orth (Landshuter Kurzfilmfestival) – begrüßt die Entscheidung für eine Doppelspitze in der Geschäftsführung: „Spektrum und Umfang der Gremien- und Projektarbeit haben sich in den letzten Jahren stetig erweitert. Die Aufteilung auf eine Doppelspitze ist eine logische Konsequenz. Wir sind froh über diese personelle Verstärkung. Sylke Gottlebe danken wir ganz herzlich für ihre Energie und Ideen. Ohne ihr großartiges Engagement wäre die AG Kurzfilm nicht da, wo sie jetzt ist.“

Sylke Gottlebe begann 2002 mit Aufbau und Leitung des Bundesverbandes Deutscher Kurzfilm. Dies geschah auf Wunsch der Filmpolitik und der deutschen Kurzfilm¬szene, um eine Interessenvertretung für den deutschen Kurzfilm zu etablieren. Inzwischen repräsentiert die AG Kurzfilm über 40 Mitglieder aus dem Kurzfilm¬bereich, darunter Festivals, Film- und Kunsthochschulen sowie Verleih- und Vertriebsfirmen. Zudem ist die AG Kurzfilm u.a. im Verwaltungsrat der Filmförderungsanstalt (FFA) vertreten sowie Gesellschafterin von German Films.

„Die enorme Kreativität der Kurzfilmszene hat mich immer wieder inspiriert und motiviert, die Verbandsarbeit voranzutreiben und neue Projekte zu konzipieren. Es erfüllt mich mit großem Stolz, dass sich die AG Kurzfilm als fester Bestand¬teil der deutschen Filmbranche etabliert hat. Ich bin glücklich, meinen Nachfolgerinnen ein gut funktionierendes Netzwerk übergeben zu können. Mein besonderer Dank gilt meinem wunderbaren Team in unserer Geschäfts-stelle in Dresden sowie allen Wegbereitern und -begleitern“, resümiert Sylke Gottlebe.

Die AG Kurzfilm will durch filmpolitische Gremien- und Lobbyarbeit sowie die Realisierung zahlreicher Projekte die öffentliche Wahrnehmung deutscher Kurzfilme im In- und Ausland verbessern und deren Bedingungen hinsichtlich Produktion, Auswertung und Vertrieb optimieren. Schwerpunkte ihrer auf Branche und Publikum ausgerichteten Aktivitäten sind:

Internet:
www.ag-kurzfilm.de

 

 Foto & Text : AG Kurzfilm

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Green Production – Grüne Filmproduktion

Posted on 19 Februar 2013 by b.s.m.

Die Filmindustrie ist eine der energieintensivsten Branchen. Und somit ist der CO2-Fußabdruck der Filmindustrie sehr hoch. Dass es auch in der Filmbranche Projekte gibt, die Treibhausgase reduzieren, ist zumindest in Deutschland noch nicht vielen Filmherstellern bekannt. Der „Auslöser“ hat sich bei einigen Filmproduktionsfirmen in Sachsen umgehört:

„Nachhaltigkeit ist ja so ein Schlagwort für sich“, sagt Carsten Stöter, Filmproduzent aus Leipzig. Seine Firma Rohfilm gibt es seit 2005, seitdem hat sie mehrere Spielfilme und Dokumentarfilme hergestellt. „Es wäre vermessen zu sagen, dass ich da immer dran denken würde. Grün leben, grün denken und Umweltschutz an sich ist für mich ein Thema, über das ich mir Gedanken mache. Aber ob wir nun wirklich grün produzieren können, daran habe ich so direkt noch nicht gedacht.“ Damit steht Stöter nicht alleine da. Für viele deutsche Filmhersteller ist Green Producing noch ein Fremdwort, die Film- und Medienbranche in Deutschland in ökologischer Hinsicht noch überwiegend ein Entwicklungsland.

Klimaschutz in Deutschland ist also beim Film noch nicht ganz angekommen.

Gruener_Drehpass_Logo

Doch verstärkt nehmen sich Filmproduzenten, Filmförderungen und die Medienpolitik des Themas „grüne Filmproduktion“ an. Immer mehr Filminitiativen versuchen Anreize zu geben, dass Filmschaffende freiwillig nachhaltig reagieren. Produkte, mit den Etiketten „grün“, „öko“, „bio“ kommen beim Konsumenten gut an – das haben bisher nicht nur Lebensmittelhersteller und Stromproduzenten festgestellt, auch Klamottenlabels und Automobilhersteller werben zunehmend damit. Ein grünes Label verkauft sich gut – auch in der Filmbranche in Deutschland kann das ermöglicht werden. So wurde die ZDF-Serie „Der Landarzt“ beispielweise „grün“ produziert.

 

Handlungsmöglichkeiten für Filmproduktionsfirmen

  • Kommunizieren Sie den Willen zur umweltfreundlichen Produktion gegenüber Ihrem Team. Allein das Wissen, dass am Set darauf geachtet werden soll, ist oft die beste Voraussetzung für umweltgerechteres Handeln.
  • Beauftragen Sie ein Teammitglied am Set, das als ‚green runner‘ einen Blick auf unnötigen Materialeinsatz, 
 Energieverschwendung und Müllvermeidung und -trennung hat.
  • Sollten Fahrzeuge gemietet werden, empfiehlt es sich, auf Hybridfahrzeuge zu setzen, da hier effektiv 
 weniger Kraftstoff verbraucht wird.
  • Energiesparende Leuchtmittel mit niedrigem Verbrauch am Set und im Büro sind empfehlenswert.
  • Vermeiden Sie den Einsatz von Plastik- oder Styroporgeschirr bzw. fordern Sie vom Caterer
  • grundsätzlich Alternativen.
  • Setzen Sie, wann immer möglich, Fahrradkuriere ein.

Quelle: Best Practice Guide der Filmcomission Schleswig-Holstein

 

In den Bereichen Energie und Treibstoff kann durch einen sinnvollen Einsatz der Transportmittel die CO2-Emission reduziert werden. Denn durch Reiselogistiken wird viel Energie verbraucht: Alle Teammitglieder vom Schauspieler über den Regisseur bis zum Catering und den Beleuchter müssen rechtzeitig von einem Drehort zum anderen transportiert werden. Das ist kostenintensiv. Meist noch kostenintensiver ist es, ökologisch zu produzieren, so denken zumindest noch viele Firmeninhaber. „Aufgrund der kurzen Zeit und des schnellen Handelns kann man nicht auch noch Müll trennen ohne Mehrkosten zu haben“, glaubt Stöter. Beim Catering werde zwar versucht auf Einwegbecher und -geschirr zu verzichten, „oftmals ist es aber gerade abends nicht einzuhalten, wenn der Cater sich schon verabschiedet hat und es noch eine Suppe gibt, werden dann die Plastikbehälter hingestellt, die dann in der Mülltüte verschwinden. Aber wir achten darauf, dass es kein Plastikeinwegbesteck gibt“, sagt der Firmeninhaber.

Auch für den Firmenchef der ariane-film GmbH, Christian Schulzki, der gemeinsam mit Axel Müller-Honow die Geschäfte führt, ist grünes Produzieren vor Ort nur bedingt möglich, da sich entsprechende Einschränkungen ergeben. Meist bestimmen Geld- und Zeitknappheit den Produktionsrhythmus. Täglicher Abfall wird nicht recycelt. „Batterien nehmen wir aber natürlich wieder mit und entsorgen sie dann. Im Büro und in der Postproduktion arbeiten wir seit zwölf Jahren mit Biostrom“, sagt Christian Schulzki. Er ergänzt: „Für die Mitarbeiter gibt es eine Beteiligung für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wie im Raum Leipzig die LVB-Umwelt-Karte oder bundesweit die BahnCard 50.“ Eine Ökobilanz hat er für sein Unternehmen bisher noch nicht gemacht. Mit ihr lassen sich die verbundenen ökologischen Auswirkungen des gesamten Produktlebenswegs analysieren, deren Energieumsätze und die daraus resultierenden Umweltbelastungen bewerten. So werden erfolgte Einsparungen und eine Veränderung des CO2-Ausstoßes in der Bilanz sichtbar.
Neben diesem Schritt ist es entscheidend, dass Filmproduktionen eine Strategie entwickeln, mit der sie in einem bestimmten Zeitraum ihren Energie- und Ressourcenverbrauch effektiv reduzieren und klimafreundlich umsetzten: Beispielsweise durch Fahrgemeinschaften oder einem Mobilitätsplan, auf dem der Benzinverbauch der Fahrzeuge dokumentiert wird.

Auch Firmenchef Carsten Stöter hat im Alltagsgeschäft noch keine Ökobilanz gezogen. Sein Augenmerk liegt vordergründig auf der Produkterstellung für Film und Fernsehen. Im Büro setzt er auf Recyc-lingpapier und schont somit die globalen Ressourcen. „Drehbücher, die in der Akquisephase gelesen werden, werden ja mehrmals ausgedruckt. Für das interne Lesen werden sie beidseitig bedruckt und später recycelt,“ sagt Stöter. Auch im E-Mail-Verkehr achtet er darauf, dass nur noch unbedingt, dann ausgedruckt wird, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Pro Seite lassen sich so ca. 200 ml Wasser, 2g CO2 und 2g Holz sparen.

Für viele Filmhersteller steht in der Regel aber erst einmal die Frage im Vordergrund, wie schaffe ich es, wirtschaftlich gute Umsätze zu erzielen. Doch die müssen nicht zwangsläufig rückläufig werden, wenn man klimafreundlich produzieren will. Dank neuer Technologien und des digitalen Zeitalters kann auf Bandmaterial verzichtet und so Nachhaltiges für die Umwelt getan werden.
Für Matthias Sievert, Geschäftsleiter der Maja-Production, ist grünes Produzieren möglich. Es sei eine Geld- und Zeitfrage, über die es sich lohnt im Vorfeld den Kopf zu zerbrechen. „Vor der Produktion muss geplant werden, was man braucht. Und dann muss es ein gemeinsames Miteinander geben. Dass man beim Kaffeetrinken Becher mehrmals nutzt, seinen Namen darauf schreibt und dann darauf achtet, in welche Tonne man ihn schmeißt.“ Dafür brauche es ein „ökologisches Gewissen. Das ist am Set da. Wir achten darauf, dass wir wiederverwertbare Materialien verwenden. Dekorationen und Bauteile werden so hergestellt, dass sie ökologisch vertretbar und im Idealfall wieder verwertbar sind.“

Damit nachhaltiges Produzieren in der Film- und Medienbranche verstärkt zum Thema wird, hat die Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein (FFHSH), den sogenannten „Grünen Drehpass“ entworfen. Diese Auszeichnung soll an umweltfreundliche Dreharbeiten vergeben werden. Ergebnisse der Ökobilanz eines Unternehmen werden bei Vergabekriterien des Grünen Drehpasses mit berücksichtigt. Der Vorteil des Grünen Drehpasses ist es, dass durch ihn die Kommunikation mit externen Partnern erleichtert werden kann. So konnten bisher städtische Dienstleister aus Hamburg als Partner für den Grünen Drehpass gewonnen werden. Man muss sich nicht mehr mit den Gegebenheiten vor Ort zufrieden geben, sondern kann beispielsweise von Service-Paketen zur umweltgerechten Abfallentsorgung profitieren.
Ob ein Film einen erfolgreichen Umsatz erzielt oder nicht, ist abhängig vom Zuschauer. Und einem ökologisch korrekt gedrehten Film gibt man nicht den Vorzug, nur weil ein grünes Label auf dem Filmplakat klebt. Es geht immer darum, interessante und anspruchsvolle Filme zu machen. Beides gemeinsam kann möglich sein – wenn man rechtzeitig mit der ökologischen Planung beginnt.  (von Jennifer Giwi)

Weblinks:
CO2 Calculator für Filmproduktionen
www.greenproductionguide.com
Grüner Drehpass
www.fchsh.de

 

 

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Der MDR unter den „Nimmersatten“?

Posted on 18 Februar 2013 by b.s.m.

Der MDR plant im Jahr 2013 657 Mio. EUR an Einnahmen. Er hat 2015 feste sowie über 1400 fest-freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese werden nach Tarif bezahlt. Intendantin und Direktoren sind besser bezahlt als Ministerpräsidenten und Ministerinnen. Der MDR veranstaltet Feste der Volksmusik und produziert einen zusätzlichen Tatort. Er verfügt über eine große Zahl an Tochterfirmen, die Gewinne erwirtschaften. Doch lebt der MDR auf einer Insel der „Nimmersatten“?

Vor 12 Jahren, im Jahr 2001, lag die Rundfunkgebühr bei 16,15 EUR im Monat. Seitdem ist sie um 1,83 EUR gestiegen. Die Gesamteinnahmen aus der Rundfunkgebühr wuchsen in den 10 Jahren von 2001 bis 2011 von 6,65 Mrd. EUR auf 7,54 Mrd. EUR, also um 13%. Doch der MDR profitierte davon nicht. Verbuchte man im Jahre 2001 Einnahmen in Höhe von 682 Millionen EUR, so waren es 2011 ca. 662 Mio. EUR. 2001 kamen 565 Millionen EUR aus der Rundfunkgebühr, 2011 waren es nur noch 533 Millionen EUR.

Doch wie kann es sein, dass trotz steigender Gebührenhöhe und wachsender Gesamteinnahmen die Einnahmen des MDR sinken? Dies hat vor allem zwei Gründe: Die Bevölkerung und damit die Zahl der Gebührenzahler nimmt im MDR-Gebiet ab. Zudem nimmt jeder, der das MDR-Sendegebiet verlässt, seinen Rundfunkbeitrag mit. (Wenn 10.000 Beitragszahler nach Bayern ziehen, dann steigen die Einnahmen des Bayrischen Rundfunks um 2,15 Millionen EUR, die des MDR sinken um diesen Betrag.)

Zudem hat sich die soziale Lage im MDR-Gebiet verschlechtert. So verdoppelte sich innerhalb von 10 Jahren der Anteil derjenigen, die von der Rundfunkgebühr befreit waren. Lag die Befreiungsquote 2001 mit 6 % noch unter dem Bundesdurchschnitt, so stand sie 2011 mittlerweile bei 12,3% .

Doch nicht nur diese Effekte sorgen dafür, dass die letzten Jahre für den MDR keine reichen Jahre waren. Seit Jahren steigt der Anteil, den der MDR für die GSEA (Gemeinschaftseinrichtungen und –aufgaben der ARD) aufbringen muss – weil die Ausgaben in den GSEAs steigen. 2013 zahlt der MDR dafür 122 Mio. EUR.
Das sind 4 Mio. EUR mehr als in 2011. Das eigene Fernsehprogramm soll 149 Mio. EUR kosten, die Radioprogramme 62 Mio. Aus den GSEA werden u.a. die degeto und die Sportrechtefirma SportA finanziert, die GEZ ist dort zu finden wie auch das ARD-Hauptstadtstudio und die Spartenprogramme. Seit Jahren steigen auch die Kosten für das ERSTE, die mittlerweile bei über 1,6 Mrd. EUR liegen. Ca. 10 Prozent davon zahlt der MDR. Allerdings ist es schwer genau herauszubekommen, welche Summen in die einzelnen Programmflächen des ERSTEN investiert werden. Bekannt ist, dass im Jahre 2010 der Sport im ERSTEN mit 450 Mio. EUR (ca. 27% der Kosten des Programms), im ZWEITEN mit 350 Mio. EUR (22% der Kosten des Programms) und in den DRITTEN mit 100 Mio. EUR zu Buche schlug und dabei zwischen 6 und 8% der Sendezeit ausmachte. Ein großer Teil dieser Mittel fließt in wenige Sportarten, wie Fußball, Boxen und Biathlon. Man müsste nur die Prioritäten im Programm verschieben und könnte Dutzende Millionen EUR anders einsetzen, in der ARD wie im MDR. Auch ein Vergleich der Kosten einzelner Programmformate wäre sinnvoll.

Die Mittel, die in die Altersversorgung fließen, steigen von Jahr zu Jahr. Die Mitarbeiter von ARD und ZDF leben nun einmal überdurchschnittlich lange. In den nächsten vier Jahren müssen 1,5 Mrd. EUR dazu genutzt werden, die betrieblich zugesicherte Altersversorgung mit zu finanzieren. So kann man, tarifvertraglich abgesichert, nach 30 Jahren gut bezahlter journalistischer Tätigkeit seine – sicher nicht schlechte – Rente um bis zu 2.000 EUR aufstocken.

Und so wird klar: die Spielräume des MDR sind kleiner, die Abhängigkeiten größer, als viele denken. Die Spielräume in der ARD sind größer. Allerdings sind die kleinen und mittleren Sender in einem Knäuel von zumeist versteckten Abhängigkeiten gefangen. Gegen das Vorurteil des „Nimmersatten“ kann da nur eines helfen: Transparenz. (von Heiko Hilker)

 

 

 

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„Die Nimmersatten“ über das System ARD und ZDF

Posted on 18 Februar 2013 by b.s.m.

Der Medienjournalist Hans-Peter Siebenhaar, hauptberuflich für das Handelsblatt tätig, nutzt die Diskussion um den Rundfunkbeitrag, in dem er versucht, mit seinem Buch ‚Die Nimmersatten‘ die Fehler des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems öffentlich anzuprangern. Mit Beispielen der Geldverschwendung, Selbstbedienungsmentalität, In-effizienz, Intransparenz und politischer Einflussnahme versucht er nachzuweisen, dass sich „Deutschland das teuerste und ineffizienteste Rundfunksystem weltweit leistet.“ Dabei bleibt Siebenhaar überwiegend bei Beispielen, die bereits in den vergangenen Jahren von sich reden gemacht haben. Auf etwa 200 Seiten sind diese Beispiele aufgeführt, weitere sieben Seiten sind für Vorschläge zur Verbesserung des Fernsehens mit weniger Geld vorgesehen.

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DIE NIMMERSATTEN von Hans-Peter Siebenhaar, Eichborn-Verlag

Viele Mitarbeiter öffentlich-rechtlicher Programme trauen sich verständlicherweise nicht aus der Deckung, aber sie kennen Siebenhaars Details aus ihrer täglichen Arbeit. Sie haben einiges zu verlieren. Einen festen Arbeitsplatz etc. Jetzt haben die Mitarbeiter von ARD und ZDF allerdings in Hans-Peter Siebenhaars schonungslos offener und zeugengestützter Analyse eine gebündelte und unbestechliche Beschreibung ihrer innerbetrieblichen Zustände gefunden, die die Öffentlichkeit und Gebührenzahler erreicht.

Über 7 Milliarden EUR nimmt die GEZ für die öffentlich-rechtlichen Sender pro Jahr ein. Was geschieht damit? Siebenhaar listet die ihm zugänglichen Proportionen auf, die eher an Disproportionen erinnern: Wie viele Mittel bekommen Innenpolitik, Außenpolitik, Sport oder besser Fußball, Kultur usw., sind Intendanten- und Direktorenposten Erbhöfe? Statt Jauch, Pilawa & Co. und deren Firmen überdimensioniert zu entgelten, Struves Altenteil zu vergolden, sollten ARD und ZDF beständig Nachwuchs entdecken und fördern und jungen Mitarbeitern Planungs- und Lebenssicherheit geben. Quoten können Orientierung geben, sind aber keine heiligen Kühe. Warum die Inflation von Krimis und Überzahl an Talkrunden mit oft eingeschränkt
rotierender Gästeschar? Wozu Digitalkanäle, die 90 Millionen EUR pro Jahr kosten und im Verhältnis kaum wahrnehmbare Zuschauerzahlen erreichen? Der ehrenwerte Ernst Elitz redet Tacheles. Wann folgen die anderen? Für die Leser des „Auslöser“ auch aufschlussreich, wie Frau Wille dem Autor begegnet.

Siebenhaar zitiert Schopenhauer: „Das Geld gleicht dem Seewasser. Je mehr davon getrunken wird, desto durstiger wird man.“

Also bitte keine italienischen oder amerikanischen Medienverhältnisse, sondern mehr Sendungen und Programme von unbestrittener Qualität wie Frontal 21, der Tagesschau, Report, die heute-show, DLR und DLF, SWR 2, BR Klassik, rbb-kulturradio, WDR 3, der Kinder-kanal, arte, 3sat, 3 nach Neun, die fleißigen Regionalprogramme u.v.a. Es gibt sie noch, die guten Sendungen. Sinnvoll auch Siebenhaars Blick zum ORF.

Bleibt abzuwarten, inwieweit all die vom Autor sehr kompakt dargestellten und kritisch hinterfragten finanziellen und anderen Verfilzungen, überhöhte Intendantengehälter im Vergleich zu Bundeskanzlerin und Bundespräsident, aufgeblasene Verwaltungsstrukturen und im Gegensatz dazu überbelastete Redakteure, ver-schwenderisch angelegte Formate, Doppelstrukturen und unterlassene Kontrollmechanismen Eingang in die Debatte finden und daraus Konsequenzen gezogen werden.

Interessiert hätte noch, welchen Einfluss die Einführung des Privatfernsehens und Privatradios seit den 80ern auf die Herausbildung oder Verkümmerung von Werten in unserer Gesellschaft genommen haben. Aber das ist ein neues Kapitel.Wenn wir jedenfalls davon ausgehen, dass viele von Siebenhaars Feststellungen zutreffen, Verbraucher wieder als Menschen definiert werden, Kompetenz und Mitarbeiterführung gefragt sind statt Vetternwirtschaft und Leiter nicht zu Geschäftsführungen mutieren, dann haben wir in der Medienlandschaft der Bundesrepublik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine neue Baustelle, aber auch eine Zukunft. Zu System und Programmauftrag, das ist klar, gibt es keine Alternative – dennoch sind seriöses Niveau, wertorientierte Prioritäten und Staatsferne immer wieder neu und auf der Höhe der Zeit zu verteidigen. Eine Aufforderung und Herausforderung an demokratische Parteien, kompetente Anstaltsräte und Kontrollgremien. Und ganz nebenbei – Island verfügte früher mal über einen fernsehfreien Tag… (von Michael Lachmann)

 

„Die Nimmersatten“
Die Wahrheit über das System ARD und ZDF
von Hans-Peter Siebenhaar, Eichborn-Verlag,
ISBN 978-3-8479-0518-9,  Preis: 14,99 EUR
www.luebbe.de/Eichborn

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Gedichtfilm-Wettbewerb: Worte sind Boote

Posted on 01 September 2012 by b.s.m.

Die Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik schreibt den Gedichtfilm-Wettbewerb „Worte sind Boote“ aus. Aufgerufen sind nationale und internationale Filmemacher zu 35 ausgesuchten Gedichten Filmbeiträge einzureichen.  Um an der Ausschreibung teilnehmen zu können – ist eine Anmeldung erforderlich und eine Gebühr zu entrichten. Die Geld- und Sachpreise im Wert von 2.600 Euro werden durch eine Jury ermittelt und  im Rahmen der „Leipziger Lyrik(fest)woche“ am 15. November 2012 in der Leipziger Stadtbibliothek verliehen.

Einsendeschluss ist der 15. Oktober 2012

Anmeldung per E-Mail an: lyrikgesellschaft@web.de.

Die Unterlagen enthalten die CD „Worte sind Boote“, die Textfassung der 35 Gedichte und die detaillierten Anforderungen für den Filmwettbewerb. (Schutzgebühr: 15/ 18 Euro)

Weitere Informationen unter:

www.lyrikgesellschaft.de/gedichtfilm-wettbewerb.php

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BEGRABT MEIN HERZ IN DRESDEN | Premiere am 6. Juni im PKO Dresden

Posted on 30 Mai 2012 by b.s.m.

Ein katholischer Friedhof in Dresden. Mitten auf einer Wiese ein kleines Grab. Am Fuß des verwitterten Grabsteins weht eine kleine amerikanische Flagge. Die Inschrift auf dem alten Stein verrät, wer hier im Jahr 1914 zur letzten Ruhe gebettet wurde: Edward Two Two, ein Häuptling der Sioux. Wie kam ein Indianer der Sioux damals ausgerechnet nach Dresden? Und warum wurde er hier, fernab seiner Heimat entgegen aller indianischen Tradition begraben? Der zweite Dokumentarfilm der aus Sachsen stammenden Regisseurin Bettina Renner, spürt der Vergangenheit des Sioux Häuptlings in Vergangenheit und Gegenwart nach und erzählt gleichzeitig von einem europäischen Traum, der bis heute lebendig ist.

 

Edward Two Two, der Häuptling der Lakota-Sioux

 

Edward Two Two, ist Anfang des 20. Jahrhunderts nicht ganz freiwillig nach Europa gekommen, aber er wollte für immer bleiben: Auf einem vergilbten Dokument ist noch heute zu lesen, dass er sich ausdrücklich wünschte, in Dresden begraben zu werden.

Pine Ridge Reservat, USA

 

Seine Lebensgeschichte und eine Annäherung an seinen ungewöhnlichen letzten Willen führen den Zuschauer in das heutige Pine Ridge Reservat, eine der ärmsten Regionen der USA. Hier leben noch einige der Nachfahren Edward Two Twos und hierher reisen auch Jahr für Jahr Touristen aus Europa. Einige Europäer haben sich sogar dafür entschieden, für immer da zu bleiben.

 

Grab von Edward TwoTwo, KatholischerFriedhof Dresden

 

Hier war Edward Two Two Ende des 19. Jahrhunderts als Lakota Sioux inmitten der Prärie aufgewachsen, hier erlebte er die dramatischen Veränderungen im Leben seines Stammes. Und von hier aus wurde er 1910 nach Europa gebracht, um in den Völkerschauen des Zoos Hagenbeck und später in den Wild West Shows großer Zirkusse das Traum- und Klischeebild der Europäer vom echten Indianer zu erfüllen. In traditioneller Kleidung, mit Federhauben auf dem Kopf mussten die Indianer sich selbst spielen, während sie in ihrer Heimat längst unterdrückt und verfolgt wurden.

 

BEGRABT MEIN HERZ IN DRESDEN
Regie:Bettina Renner, 2012, 90 Minuten
Erzählt von: Anna Thalbach und Lars Rudolph
Produktion: ma.ja.de Filmproduktion
Produzent: Heino Deckert

PREMIERE
6. Juni 2012, 20 Uhr im Programmkino Ost Dresden
Internet: www.programmkino-ost.de

Gefördert von: MDM, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Stadt Dresden

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Nachruf: Der unermüdliche Quälgeist hat seine Ruhe gefunden

Posted on 31 Januar 2012 by b.s.m.

In einem Beitrag im „Auslöser“ 4/5 2010 suchte Heinz Wittig einen Nachfolger für sein Trick-Studio, das er mit viel Mühe nach seiner Rückkehr in  Dresden auf elektronischer  Basis aufgebaut hatte. Er wollte es interessierten jungen Trickfilmern übergeben.

Nun ist Heinz Wittig nach kurzer Krankheit am 29.12.2011 verstorben und das Studio wird aufgelöst.

Geboren wurde er in Greiz, nach dem Abitur in Zeulenroda kam er nach Dresden, um an der Kunsthochschule zu studieren. Maler wollte er werden. Vor seiner Aufnahmeprüfung lernte er den Trickfilmregisseur Will Hamacher kennen, der ihm riet, nicht Malerei, sondern in der neugebildeten Fachklasse für Trickfilm bei Otto Sacher zu studieren. 1965 legte er sein Diplom ab, eine Anstellung im Trickfilmstudio der DEFA erfolgte. Wie andere hoffnungsvolle und begabte Absolventen dieses Jahrganges, fühlte er sich dort in seinem Schaffensdrang eingeschränkt und gemaßregelt, weshalb er sich 1967 für eine freiberufliche Tätigkeit entschied und ein eigenes Trickfilmstudio in Graupa bei Dresden aufbaute. In seiner umfangreichen Filmografie findet man eine große Anzahl von feinsinnigen und künstlerisch anspruchsvollen Animationsfilmen für das Kinderfernsehen, später auch Dokumentar- und Werbefilme. Porträtfilme über Künstler, wie zum Beispiel sein bedeutender Film über den Grafiker Carl Friedrich Claus.

Schon in der Hochschule war er Ideengeber und Mitgestalter von Künstlerfesten, Happenings und Performances. Legendär sind die Faschingsfeste in der Kunsthochschule in den 60er Jahren, die er als „Gauklerkönig“ organisierte. Seine Aufführungen von audiovisuellen  Livemontagen im „Kleinen Haus“, dem Staatstheater und in der Lukaskirche, bis hin zu Land-Art Projekten in der Umgebung von Graupa, sind uns in lebhafter Erinnerung.

So wie viele Künstler ging auch Heinz Wittig 1983  mehr unfreiwillig in den Westen, nachdem es ihm verwehrt wurde, eine Arbeitsgemeinschaft von Trickfilmern in Dresden zu gründen. In Ettlingen bei Karlsruhe schuf er sich eine neue Arbeitsbasis als freiberuflicher Drehbuchautor, Regisseur und Kameramann. Er drehte nun Realfilme im wissenschaftlich-technischen Bereich und in der Medizin. Die Umstellung auf nunmehr elektronische Aufnahme und Schnitt gelang ihm perfekt.

Als er nach dem Mauerfall in sein geliebtes Dresden  zurückkam, hatte sich vieles geändert. Die „fröhliche Notgemeinschaft“ der Loschwitzer Künstler gab es nicht mehr, jeder kämpfte mehr oder weniger erfolgreich ums Überleben. Doch Dresden war sein Lebensmittelpunkt und gemeinsam mit seiner Frau Ulrike schuf er sich einen neuen Lebens- und Arbeitsbereich.

An seinem ehemaligen Studienort, der Hochschule für Bildende Künste konnte er seine Erfahrungen und sein  hohes fachliches Können im Studiengang Neue Medien als Dozent an die Studenten weitergeben. Er wurde Mitglied des Filmverbandes Sachsen.

Wie schon in den früheren Jahren arbeitete er gern gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen, hatte in einer Schule in Dippoldiswalde und zuletzt in Altenberg mit Kindern kleine Trickfilme auf digitaler Basis gestaltet. Er hatte noch viele Ideen und wollte, wie er selbst im „Auslöser“ schrieb, „nie Ruhe geben“. Nun hat er seine Ruhe gefunden, uns wird sein lebendiger und inspirierender Geist fehlen.

 

von  HEIDRUN SÜNDERHAUF und ERNST HIRSCH, Foto: Ernst Hirsch

 

 

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