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15. März 2017 // Christian Zimmermann


Portrait Tellux-Film GmbH

Mit Glauben an den besonderen Film

„Die Odyssee der einsamen Wölfe“ – Der erste europäische Wolfsfilm (ZDF Terra X, ARTE, 2016) / Foto: Mike Dielhenn

Über den Dächern der Neustadt betreibt die bundesweit agierende Tellux-Gruppe eine sächsische Niederlassung, die Tellux-Film GmbH Dresden. Von historischen Spielfilmen über brisante Dokumentarfilme bis hin zu Naturdokumentationen – hier werden Filme für Kino und Fernsehen produziert.

 

Federführend sind die beiden Geschäftsführer Volker Schmidt-Sondermann (seit 2012) und Martin Choroba (Geschäftsführer der Tellux-Holding), gemeinsam mit ihrem Team aus Christina Baacke und Katja Aischmann. Kernkompetenz der Tellux-Gruppe sind christlich-religiöse Themen, die bereits seit der Gründung 1992 durch die Tellux München und das katholische Bistum Dresden-Meißen gesetzt sind. 24 Jahre nach Gründung stehen diese Themen unverändert im Fokus und werden ergänzt durch kulturelle und gesellschaftliche Inhalte, die sich auch immer wieder mit der DDR-Vergangenheit auseinandersetzen.

 

Hier, am nördlichen Ende des Alaunparks, ist die Nähe zum MDR (Landesfunkhaus Sachsen) sowie zu den Dresdner Firmen adhoc Film und Primera Fernsehproduktion ganz bewusst gewählt. Ein kleines Netzwerk ist entstanden, innerhalb dessen neben Technik auch Know-how geteilt wird. Eine Zusammenarbeit, die Schmidt-Sondermann schätzt und weiter stärken möchte. Dabei sucht er stets neue Talente und Stoffe aus der Region. Auch bei seinen Produktionen setzt er möglichst auf Filmfachleute vor Ort. Im Gespräch offenbart er seine Vision einer Zusammenarbeit mit jungen Regisseuren und Autoren aus Mitteldeutschland. Nachwuchsförderung ist für ihn ein zentrales Thema, und er wünscht sich dafür eine projektorientierte Unterstützung durch die ansässigen Filmförderinstitutionen.

 

Aufeinander zugehen und sich in Bewegung halten sind Credos und Arbeitsphilosophie der Tellux Dresden. Schmidt-Sondermanns Erfahrungen zeigen, dass nur ständiger Austausch, die Offenheit gegenüber Vorschlägen anderer und freundliche Hartnäckigkeit bei den Sendern Erfolge bringen. Denn – da ist er sich sicher – die Redaktionen sind auf Inhalte und Zuarbeit freier Produzenten angewiesen. So waren es immer auch innovative Ideen, die ihn bereits als Regisseur zum Erfolg geführt haben. Beispielsweise erhielt der ZDF-Zweiteiler „Die Reise der Störche“ – der einen besenderten Storch von Ostdeutschland nach Südafrika begleitete – beim NaturVision Filmfestival den Regie- und Publikumspreis. Oder die 13-teilige BR alpha-Serie „Deutschklasse“, die bereits 2003 die Integration von Ausländern in Deutschland thematisierte und beim Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.

 

„Jeder Film ist eine schwere Geburt und muss durch den Kreißsaal“, so Schmidt-Sondermann. Ganze zehn kirchliche Partner beispielsweise wurden für die Finanzierung der Hochglanzdokumentation „Der ewige Pilger – Bischof Benno von Meißen“ gewonnen. Als die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) das Projekt schließlich förderte und der MDR (Landesfunkhaus Sachsen) die Lizenzrechte kaufte, konnte gedreht werden.

 

Eine außergewöhnliche Herausforderung ist der Kinodokumentarfilm „Slaves“, den der Regisseur Marc Wiese derzeit in Indien, Uganda, England und Thailand dreht (WDR, ARTE, NRW-Filmstiftung, MDM, Global Screen). Die investigative Produktion über moderne Sklaverei realisiert die Tellux Dresden zusammen mit der Ifage Filmproduktion aus Wiesbaden, bei der Volker Schmidt-Sondermann neben Andrea Haas-Blenske Geschäftsführer ist.

 

In der Zusammenarbeit der Ifage Wiesbaden und der Tellux Dresden sieht Schmidt-Sondermann, der seit gut zwanzig Jahren an der Elbe heimisch ist, ein Erfolgsrezept. Von der so entstandenen West-Ost-Achse, die auf langjährig gewachsene Kontakte in die Redaktionen von ZDF, ARD, ARTE und KiKA zurückgreifen kann, profitiert neben den anderen Tellux-Niederlassungen natürlich auch die Tellux Dresden. Schmidt-Sondermann sucht produktionstechnisch immer nach der optimalen Lösung. So wurden für die Ifage-Produktion „Die tödliche Grenze“ (ZDF Zeitgeschichte), die den Tod eines Jugendlichen an der deutsch-deutschen Demarkationslinie erzählt, auch sächsische Kollegen gewonnen. Gleiches gilt für „Die Odyssee der einsamen Wölfe“ (ZDF Terra X, ZDF ARTE, ZDF Enterprises) – für diesen Ifage-Zweiteiler fand die Postproduktion in Dresden statt.

 

Und vieles steckt noch in der Pipeline. So arbeitet die Tellux Dresden beispielsweise derzeit zusammen mit der Tellux München am MDM-geförderten Drehbuch des Kinofilms „Die im Dunkeln“, eine Geschichte aus den Anfängen der DDR. Für Volker Schmidt-Sondermann ist die Fülle der Inhalte und Partner nicht Mittel zum Zweck, sondern ein tiefes Bedürfnis und Basis seiner Tätigkeit.

 

Der kleine Wackelpapst Franziskus, der vom Fenster in den Raum oberhalb des Alaunparks lächelt und winkt, hat dazu sicher seinen Segen gegeben.


www.tellux-dresden.tv


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