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Filmtips
Die Kinostarts im August 2002
von SIEGLINDE HAMACHER
weitere Filmtips:Pollock, 8 Frauen, Francisca, My Sweet Home, Samsara, Die Frau, die an Dr. Fabian zweifelte, Little Senegal, Piñero, Taking Sides - Der Fall Furtwängler, Monsoon Wedding, Nicht von dieser Welt, Tattoo, Happy Times, Der Sohn der Braut, Diese Liebe,Good by Lenin, Baran, Karlsson vom Dach,The Hours, Lampedusa, Mein Russland, Alter Affe Angst, Matrix Reloaded, Hero, Wilbur wants to kill himself, Wahle Rider, OKAY, 100 Schritte "I cento passi"
Samsara
Tashi wird nach dreijähriger Meditation in der abgeschiedenen Bergwelt Nordindiens von seinen buddhistischen Glaubensbrüdern ins Kloster, in dem er seit seinem fünften Lebensjahr gelebt hat, zurückgeholt. Trotz des Gelübdes, sein Leben nur der spirituellen Entwicklung auf der Suche nach Erleuchtung zu widmen, hat er sexuelle Erlebnisse. Als Tashi beim Erntedankfest in dem Dorf Samsara die schöne Pema sieht, verliebt er sich sofort in sie und stellt sein
Mönchdasein in Frage. Letztlich verlässt er das Kloster, heiratet und bekommt mit Pema einen Sohn. Aber Tashi ist nicht auf das weltliche Leben vorbereitet und deshalb hat er trotz des Glücks mit Frau und Kind viele Widrigkeiten und Auseinandersetzungen zu bestehen.
Als Tashi seine Frau mit der verführerischen Wanderarbeiterin Sujata betrügt und er vom plötzlichen Tod des hochverehrten alten Mönchs Apo erfährt, kommen in ihm Zweifel auf, ob der gewählte weltliche Weg der richtige ist. Er steht vor der großen Entscheidung, zurück ins Kloster oder bei seiner Frau Pema und dem Kind bleiben.
Samsara ist eine sehr schöne Liebesgeschichte am Fuße des Himalaja und die visuellen Aspekte nehmen einen wichtigen Teil im Film ein. Außergewöhnliche Landschaften, wohlüberlegte Kostüme und die wechselnden Jahreszeiten bieten optischen Genuss. Dazu starke Schauspieler mit geistiger und leidenschaftlicher Ausstrahlung. Auch der Zuschauer, der nicht mit budhistischer Philosophie vertraut ist, wird doch sehr zum Nachdenken über die übergeordnete Frage angeregt, was wichtiger ist: tausend Wünschen nachzugeben oder einen einzigen wahrhaftig zu besiegen?
Sehr sehenswert!olden Globe, USA 2000, Kinostart Juni mit Ed Harris als Jackson Pollock (Oscarnominierung), Marcia Gay Harden als Lee Krasner und Amy Madigan als Peggy Guggenheim Der Aufstieg Jackson Pollocks zum zum großen Meister der Moderne, der riesige Ausstellungen bei Guggenheim füllte und dessen Schaffen die bildende Kunst in Amerika und ganz Europa beeinflußte. Pollock einzigartig interpretiert von Ed Harris, der auch selbst zum Pinsel greift und dadurch nacherlebbar macht, wie die Bilder entstanden sind. Manchmal wirkt es fast dokumentarisch, wenn man sieht, wie Harris-Pollock die Farbe auf die Leinwände spritzt, wie mit körperlicher und emotionaler Kraft riesige weiße Flächen mit Farbpunkten zugedeckt werden. Pollock war aber nicht nur ein großer Künstler, er war auch ein exzessiver Trinker. Zwischen psychischen Krisen und Erfolg und Ruhm geht der Mann wütend und kraftvoll schaffend seinen Weg. Eine absolute Meisterleistung von Ed Harris als Schauspieler und Regisseur. Diesen Film sollte man nicht verpassen!
SAMSARA BRD 2001
Dauer: 138 Minuten,
Kinostart: 29. August 2002
Buch und Regie: Pan Nalin
Shawn Ku als Tashi
Christy Chung als Pema

Die Frau, die an Dr. Fabian zweifelte
Francisca (...auf welcher Seite stehst Du?)In der Hauptrolle: Ulrich Noethen als Helmuth Busch alias Bruno Müller Der Untertitel des Films auf welcher Seite stehst Du?, diese Frage wird Bruno (Ulrich Noethen) im Film mehrfach gestellt. Bruno war in der DDR Stasi- Informant, wollte aber so nicht weiterarbeiten und leben. Deshalb setzt er sich 1971 nach Mexico ab und will ein anderes Leben beginnen. Aber kaum in Mexico-City gelandet, wird er trotz guter Papiere erkannt, vom Geheimdienst verhaftet und vor die Alternativegestellt, für den mexikanischen Geheimdienst zu arbeiten und die politische Studentenbewegung zu bespitzeln oder, wenn er ablehnt, sofort in die DDR abgeschoben zu werden. Da er letzteres nicht will, läßt er sich auf das Angebot ein, will, so beruhigt er sich selbst, natürlich nur unwichtige Dinge seinen Spitzel-Chefs melden. Als Bruno Müller wird er also Geschichtsprofessor an der Universität
von Mexico-City. Die Situation wird schwierig, als sich Bruno in die schöne Studentin Adela (Fabiola Campomanes) verliebt. Diese dramatische Liebesgeschichte spielt vor dem Hintergrund des Massakers von Tlatelolco, bei dem Hunderte von Studenten zu Tode kommen. Der Film zeigt aber vor allem, daß man seine Vergangenheit nicht ablegen kann. Auch in einem fernen Land mit neuer Identität muß man sich den Folgen seiner Taten stellen. Für geschichtlich Interessierte ein nicht üblicher Film über den Kampf der politischen Studentenbewegung der 70er Jahre in Mexico.
Die Frau, die an Dr. Fabian zweifelte
BRD 2002, Koproduktion Arte und WDR
Kinostart 15. August 2002
Drehbuch und Regie: Andreas Rogenhagen
mit Robert Glatzeder (Sohn Paul)
und Dieter Pfaff (Vater Willi)

Little Senegal
Alloune, Rentner, Witwer und Fremdenführer im Sklavenmuseum von Gorée, entschließt sich in die USA zu reisen, um seine Verwandten zu finden, die vor über 200 Jahren als Sklaven in die Neue Welt verkauft wurden. In Little Senegal, einem afrikanischen Wohnviertel in Harlem, trifft er eine entfernte Cousine, die ihm aber nur unwillig Unterkunft gibt. Alloune hat das Ziel, seine Familie über Grenzen und Zeiten wieder zusammenzuführen. Aber die amerikanische Gegenwart zeigt ihm erbarmungslos und ungeschminkt die drastischen Widersprüche und die geistige Entfernung zwischen den USA und Schwarz-Afrika.
Der Film ist intelligent und doch auch berührend. Mit einfühlsamer Poesie deckt er grundsätzliche amerikanische Probleme auf. Ein Juwel im unüberschaubaren Dschungel des Kino-Filmangebots.
Little Senegal F/BRD/Algerien 2000
Dauer: 98 Minuten
Buch und Regie: Rachid Bouchareb
Mit Sotigui Kouyate als Alloune
und Sharon Hope als Ida
Internet:www.3b-productions.com/fr/films/little_senegal/index.html

Piñero
Ein außergewöhnlicher Streifen, der die von Alkohol und Drogenpartys geschüttelte Lebensgeschichte der Latino-Ikone Miguel Piñero erzählt.
Miguel Piñero ist in Europa nur wenigen bekannt. Er vertritt die Literaturgattung, die im New Yorker Poets Café begründet wurde und deren Werke dort auch von den Poeten selbst vorgetragen wurden. Dieses Dichtercafé existiert noch heute, wo Literatur, Performance und Rap dargeboten wird.
Der Dichter und Schauspieler Miguel Piñero lebte von 1948 bis 1988 in New York.
Schwere Kost, aber für Interessierte dieser Szene ein besonderes Kinoerlebnis (wahrscheinlich im Original mit Untertiteln)..
Piñero USA 2001, 100 Minuten
Drehbuch und Regie: Leon Ichaso
mit Benjamin Bratt als Miguel
und Talisa Soto als Suga
Der Piñero ist auf DVD erschienen, mehr dazu hier .

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