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Filmtips
Die Kinostarts im August 2003
von SIEGLINDE HAMACHER
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Whale Rider
In einem kleinem neuseeländischen Küstendorf führen die dort lebenden Maori ihre Herkunft auf den Walreiter Paikea zurück. Aus jeder Generation des
Oberhauptes trägt ein männlicher Nachfahre diesen Titel. Der mit großer Hoffnung erwartete neue Anführer stirbt aber bei der Geburt und nur dessen Zwillingsschwester überlebt. Stammesoberhaupt Koro kann, einer seit über tausend Jahren lebendigen Tradition folgend, seine Enkelin als zukünftige Anführerin nicht akzeptieren. Den Titel: Paika - der Walreiter kann nur ein männlicher Nachfahre tragen. Deshalb will Koro unter den Söhnen der Dorfbewohner den neuen Anführer ermitteln, der den Stamm der Maori aus allen Schwierigkeiten herausführen soll. Das 12-jährige Mädchen Pai lehnt sich gegen veraltete Vorstellungen und damit gegen ihren geliebten Großvater Koro auf. Durch Geburt zur Anführerin berechtigt, verfolgt die dieses Ziel mit Energie, Klugheit, starkem Willen und mit der Hilfe der Meeresgeister. Unterstützt von ihrem Vater und der Großmutter, schildert der Film den mutigen Kampf des Mädchen´ s Pai gegen überkommene Traditionen und um Liebe und Recht. Der bisher erfolgreichste neuseeländische Film, der mit Preisen in Toronto, Rotterdam , San Francisco und San Sebastian internationale Anerkennung fand. Ein Film zwischen Märchen, Mythos und Gegenwart Sehr emotional und im besten Sinne Unterhaltend. Sehenswert.
Whale Rider
Regie und Buch: Niki Caro
Kamera:Leon Narbey
Neuseeland 2002 · 101 Min. · 35mm · Farbe · Cinemascope · Dolby Digital · DF & OmU
Hauptrollen: Rawiri Parateue als Oberhaupt Koro und Keisha Castle-Hughes als Karos Enkelin Pai
Kinostart: 14.August 2003.
Internet: www.whalerider.de
Als Vorlage für diesen Film diente der gleichnamige Roman des Neuseeländers Witi Ihimaera "Whalerider. Die magische Geschichte vom Mädchen, das den Wal ritt"
Die DVD "Whale Rider" ist am 23. März 2004 erscheinen u.a. mit Audiokommentar von Regisseurin Niki Caro

OKAY
"OKAY" erhielt auf internationalen Festivals mehrere Preise , darunter " Beste Schauspielerin" für Paprika Stehen ( "Das Fest", "Idioten ", "Dancer
in the Dark "),"Beste Musik" und "Bestes Lied". Vater, Mutter, Kind - eine ganz normale Familie. Die Mutter Nete, Mitte dreißig, arbeitet als Sozialarbeiterin. Ihr Mann Kristian ist Schriftsteller, der noch nichts veröffentlicht hat und sein Geld als Dozent einer Hochschule verdient. Die gemeinsame Tochter ist auf dem Weg zum Erwachsenwerden und will sich von ihrer Mutter kein Vorschriften mehr machen lassen. Dieses normale Alltagsleben ändert sich schlagartig, als Netes Vater schwer erkrankt. Er hat nach erzwungener ärztlicher Aussage nur noch 3 Wochen zu leben. Nete will ihren Vater die letzten Wochen so angenehm wie möglich machen und halt ihn deshalb mit all seinen vielen Sachen in ihre Wohnung. Damit beginnt sich alles zu ändern. Netes Tochter verbindet sich mit dem Großvater gegen die bestimmerische Mutter. Vater Kristian entflieht dem wachsendem Chaos und beginnt mit einer Studentin eine Affäre. Netes Bemühungen, ihren schulen Bruder mit dem Vater zu versöhnen, scheitern. Die Spannungen wachsen und so vergehen die vorher bestimmten drei Wochen und mehr, aber Netes Vater stirbt nicht! Die Beziehungen in der Familie verschlechtern sich immer mehr, doch der zähen und hartnäckigen Nete gelingt es in diesem Unglück einen neunen Anfang zu finden. Probleme des Alters und das Verhältnis der erwachsenen Kinder zu ihren sterbenden Eltern sind Lebenssituationen, vor denen jeder Mensch einmal steht. "OKAY", eine unterhaltsame Komödie mit menschlichem Tiefgang und Elementen des Dramas. Aus kleinen Streitigkeiten des Alltagslebens entstehen oft große Konflikte. Aber in diesem gelungenen dänischen Film finden die Protagonisten eine Lösung, indem sie bereit sind, Kompromisse einzugehen. Deshalb ist eben am Ende: Alles Okay!
OKAY
Dänemark, 93 Minuten,
Kinostart: 7. August 2003
Ein Film von Jesper W. Nielsen( Regie)
mit Paprika Steen in der Hauptrolle als Sozialarbeiterin.

100 Schritte "I cento passi"
"100 Schritte" erzählt die Geschichte einer italienischen Familie in dem kleinen Ort Cinisi bei Palermo. In Sizilien hat die Mafia die Macht fest in den Händen und wer sich dieser Macht entgegenstellt, wird als gefährlicher Feind betrachtet. Der junge Peppino entscheidet sich mutig gegen die Mafia. Zusammen mit seinen Freunden gibt er eine Zeitung heraus und gründet ein lokales Radio, mit dem er täglich gegen die Mafia und ihren führenden Kopf Tano rebelliert. Dabei sind die politischen Kommentare mit höchst intelligenten Sprachspielen gewürzt, so dass die ganze Region, einschließlich der Mafiosi am Radio hängt Peppinos Vater schwankt zwischen der Liebe zu seinem Sohn und dem Gehorsam gegenüber dem Oberhaupt der lokalen Mafia, ist er doch selbst Mitglied und hat deren Unterstützung in schweren Zeiten genossen. "100 Schritte" zeigt, dass die Anti-Mafia-Bewegung nicht tot ist. Der Film ruft den grausamen Mord , der am 9.Mai 1978 an dem sizilianischen Radioredakteur begangen wurde,ins Gedächtnis. Trotz hoher politischer Brisanz, ist der Film auch spannende Unterhaltung. Dank der hervorragenden schauspielerischen Leistung von Luigi Lo Cascio als Peppino und Luigi Maria Burruano als dessen Vater wird nicht nur aufrüttelndes Sozialkino gezeigt! Die präzise Gesellschaftsanalyse ist gespickt mit viel Humor, Sprechwitz und leidenschaftlichen gefühlen. Ein politischer Film, der berührt, der den Zuschauer nicht so schnell wieder loslässt.
100 Schritte "I cento passi"
Von Marco Tullio Giordana
Italien 2000 1: 1,85 Dolby SR 104 Min.
FSK ab 12 Jahre beantr.
mit Luigi Lo Cascio, Luigi Maria Burruano, Lucia Sardo)
Kinostart: 28.8.2003
Der Film erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen u.a. : - 2000 Filmfest von Sao Paolo: - Publikumspreis für den Besten Film. - 2001 Nominierung für den Golden Globe - 2001 5 Italienische Filmpreise David di Donatello’

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