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Filmprofis to go

Posted on 23 März 2016 by b.s.m.

Wird das eine Eintagsfliege oder hat das Zukunft? Das fragte sich Holger Zigan, als er mit seinem Geschäftspartner Armin Eichhorn beim Amt für Wirtschaftsförderung in Leipzig vorstellig wurde – mit einer im Osten absolut exponierten Idee: Filmwebinare.

Filmprofisgoto

Das Ziel: Dem knappen Wissensangebot in der aufstrebenden sächsischen Filmkunstszene etwas entgegensetzen und der „großen Laterne Berlin“ ein paar „Motten“ abgewinnen. Unter dem Namen Kolleg Film sollte es Erwachsenenbildung werden, wie in ihrer Arbeit mit der Berliner Filmschule filmArche. Webinare sind noch ein junger, hierzulande relativ unbekannter Kanal der Wissensvermittlung. Zigan und Eichhorn ließen sich nicht entmutigen, schließlich kennen sie die zähen Kämpfe der Independent-Filmbranche. Letztlich haben sie die Förderung aus Leipzig bekommen. Vor zwei Monaten ging das Webinar-Angebot online. Finanziert wird Kolleg Film als GbR nicht von staatlicher Förderung, wie die Konkurrenz von filmseminare.de in Brandenburg und München. Die VHS Leipzig ist als Partner im Gespräch.

Mittlerweile kann Kolleg Film mit einem „bunten Blumenstrauß an Dozenten“ viele Interessen bedienen. Treue langjährige Weggefährtin ist Katti Jisuk Seo: Die Deutsch-Koreanerin studierte Geschichte und Scriptwriting und wurde Fachfrau für Story Consulting & Scriptwriting. Übersetzt: „professionelle Geschichtenerzählerin“. Film-Enthusiasten, denen zur Projektidee ein zündender dramaturgischer Kniff fehlt, bietet sie via Kolleg Film Inspiration und Geburtshilfe, beispielsweise mit dem Pool „Drehbuch und Dramaturgie“: Filmschaffende können gezielt wählen zwischen Storytelling, Spannungsbogen und Stoffentwicklung. Katti Seo greift erzählerische Tricks aus erfolgreichen Kinofilmen oder Fernsehserien auf (Der Hobbit, Breaking Bad).

Die Innovation findet an der Grenze von Mainstream und Independent statt, damit das Projekt in der Realisierung später einerseits herausstechen und andererseits auch kommerziell seinen Erfolg einfahren kann – der Spagat zwischen Plausibilität und Überraschung. Das Handwerkszeug der Webinar-Dozenten ist solide, umfassend und erfolgversprechend. Angebote sind einzeln oder im Paket buchbar, Individual-Webinare erfordern einen etwas besser gefüllten Geldbeutel. Voraussetzung für alle: funktionierendes Internet. Hauptzielgruppe von Kolleg Film sind fortgeschrittene Film- und Fernsehschaffende. Für unabhängige Filmkünstler ist das Filmwebinar womöglich interessant, um jene erzählerischen Regeln zunächst zu lernen, die sie im Anschluss brechen wollen.

Anna-Sophie Naumann,
lebt in Leipzig und arbeitet als freie Redakteurin. Sie ist fast absolvierte Master-Studentin (Information & Communication Science), mit einer großen Affinität zur Verbindung von Film und Historie. Schreibt viel und gerne. Liebt die kontroverse Kunstszene Dresdens.

 

Der Artikel »Filmprofis to go« ist von Anna-Sophie Naumann und im Auslöser 4/ 2015 erschienen.

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Keine Angst vor jungen Menschen

Posted on 13 Januar 2015 by b.s.m.

hoschule

Das Medienzentrum wurde am 22. August 2014 eröffnet. Foto: Norbert Rasch

Es ist ein Gegensatz, den man nicht übersehen kann: Mittweida, augenfällig ein verschlafenes Fünfzehntausend- Seelen-Kleinstadtidyll irgendwo zwischen Leipzig, Chemnitz und Dresden, ist architektonisch ein Mix aus sanierter Innenstadt mit Resten von DDR-Pragmatismus. Wäre da nicht dieser schwarze Quader. Zugegeben, ein wenig wie abgeworfen sieht es aus, das Zentrum für Medien und soziale Arbeit (ZMS), mag es sich doch nicht so recht ins Stadtbild einpassen.

Schon lange vor der Eröffnung im August 2014 hatten Bürger und Studenten ein Dutzend Spitznamen parat: Sarkophag, Blackbox, Kaba, um nur einige zu nennen. In Professor Wrobel-Leipold, Studiendekan des Masterstudiengangs Information and Communication Science und seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Falk Pötz erleben wir ein ebenso gegensätzliches Duo.

Professor Wrobel-Leipold, den hier alle nur AWL nennen, schüttelt an diesem Morgen jedem der 20 Masterstudenten des nächsten Kurses persönlich die Hand, und der für Hochschulverhältnisse ungewöhnlich junge Falk Pötz ruft ihnen noch die Raumänderung nach. Beiden zusammen gelingt es, eine beeindruckende Lern- und Werdensatmosphäre gepaart mit Enthusiasmus und Herzblut zu schaffen. Fast durchweg werden die Studenten von Professoren und Dozenten mit einschlägiger Praxiserfahrung unterrichtet, etwa von Professor Christof Amrhein, früher Head of Production bei cine plus in Leipzig oder dem sächsischen Filmproduzenten Gunnar Dedio. Allein die Vielzahl an Möglichkeiten, welche den Studierenden zur Verfügung steht, erstaunt.

Das voll funktionstüchtige Fernsehstudio mit 199 Plätzen ist das Herz des neuen ZMS. Die Studierenden haben darauf ebenso Zugriff wie auf acht AVID und Premiere-Schnittplätze mit einer ausgefuchsten Software zur dualen Nutzung beider Systeme. Hinzu kommen Motion-Capturing-Räume, Tonstudios, das neue Agentur-Labor, ausgestattet mit 40 brandneuen iMacs, und die hauseigene Druckerei mit eigener Offset-Druckstrecke.

Grundlage bietet die hochschuleigene Philosophie der angewandten Wissenschaften, das sogenannte „Mittweidaer Modell“. „Vormittags studieren, nachmittags produzieren“ ist der Gedanke, welcher laut Wrobel-Leipold dazu führt, dass „die Theorie es einem ermöglicht zu erkennen, warum man eine Sache in der Praxis richtig (oder auch falsch) gemacht hat.“ So können sich die Studierenden in Mittweida in fast allen Mediengattungen ausprobieren. Etwa im hochschuleigenen Lokalsender 99drei Radio Mittweida, der digitalen Medienplattform Medien Mittweida oder der NOVUM, Deutschlands einziger von Studierenden produzierten Wochenzeitung. Hinzu kommen das jährliche Campusfestival und das Medienforum Mittweida, bei dem sich im November bereits zum 18. Mal Persönlichkeiten aus Medien, Politik und Wissenschaft die Klinke in die Hand gaben.

Nach der feierlichen Übergabe des ZMS durch Ministerpräsident Stanislav Tillich im August, werden aktuell, begleitet von einer Mischung aus Fatalismus und Vorfreude, die letzten Arbeiten an Gebäude und Räumen vorgenommen. Dass der Studienstandort Mittweida attraktiv ist, zeigen die enormen Zuwächse bei den Anmeldungen für die Bachelorstudiengänge Medienmanagement und Media and Acoustical Engineering, welche sich von ca. 120 auf knapp 240 fast verdoppelt haben. Dieses Interesse führt dazu, dass die Medienfakultät inzwischen die Größte der Fachhochschule ist. Diese hochschulinterne Stellung möchte man natürlich behalten und versucht, auf der Suche nach zeitgemäßen Studiengängen, immer wieder neue Wege zu gehen.

Zentrum für Medien und Soziale Arbeit
Fakultät Medien
Hochschule Mittweida, University of Applied Sciences
Technikumplatz 17, D-09648 Mittweida

Internet: www.me.hs-mittweida.de

Text: Claudia Reh, »Keine Angst vor jungen Menschen« ist im Auslöser 5/ 2014 erschienen.

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