Tag Archive | "Film"

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Filmprofis to go

Posted on 23 März 2016 by b.s.m.

Wird das eine Eintagsfliege oder hat das Zukunft? Das fragte sich Holger Zigan, als er mit seinem Geschäftspartner Armin Eichhorn beim Amt für Wirtschaftsförderung in Leipzig vorstellig wurde – mit einer im Osten absolut exponierten Idee: Filmwebinare.

Filmprofisgoto

Das Ziel: Dem knappen Wissensangebot in der aufstrebenden sächsischen Filmkunstszene etwas entgegensetzen und der „großen Laterne Berlin“ ein paar „Motten“ abgewinnen. Unter dem Namen Kolleg Film sollte es Erwachsenenbildung werden, wie in ihrer Arbeit mit der Berliner Filmschule filmArche. Webinare sind noch ein junger, hierzulande relativ unbekannter Kanal der Wissensvermittlung. Zigan und Eichhorn ließen sich nicht entmutigen, schließlich kennen sie die zähen Kämpfe der Independent-Filmbranche. Letztlich haben sie die Förderung aus Leipzig bekommen. Vor zwei Monaten ging das Webinar-Angebot online. Finanziert wird Kolleg Film als GbR nicht von staatlicher Förderung, wie die Konkurrenz von filmseminare.de in Brandenburg und München. Die VHS Leipzig ist als Partner im Gespräch.

Mittlerweile kann Kolleg Film mit einem „bunten Blumenstrauß an Dozenten“ viele Interessen bedienen. Treue langjährige Weggefährtin ist Katti Jisuk Seo: Die Deutsch-Koreanerin studierte Geschichte und Scriptwriting und wurde Fachfrau für Story Consulting & Scriptwriting. Übersetzt: „professionelle Geschichtenerzählerin“. Film-Enthusiasten, denen zur Projektidee ein zündender dramaturgischer Kniff fehlt, bietet sie via Kolleg Film Inspiration und Geburtshilfe, beispielsweise mit dem Pool „Drehbuch und Dramaturgie“: Filmschaffende können gezielt wählen zwischen Storytelling, Spannungsbogen und Stoffentwicklung. Katti Seo greift erzählerische Tricks aus erfolgreichen Kinofilmen oder Fernsehserien auf (Der Hobbit, Breaking Bad).

Die Innovation findet an der Grenze von Mainstream und Independent statt, damit das Projekt in der Realisierung später einerseits herausstechen und andererseits auch kommerziell seinen Erfolg einfahren kann – der Spagat zwischen Plausibilität und Überraschung. Das Handwerkszeug der Webinar-Dozenten ist solide, umfassend und erfolgversprechend. Angebote sind einzeln oder im Paket buchbar, Individual-Webinare erfordern einen etwas besser gefüllten Geldbeutel. Voraussetzung für alle: funktionierendes Internet. Hauptzielgruppe von Kolleg Film sind fortgeschrittene Film- und Fernsehschaffende. Für unabhängige Filmkünstler ist das Filmwebinar womöglich interessant, um jene erzählerischen Regeln zunächst zu lernen, die sie im Anschluss brechen wollen.

Anna-Sophie Naumann,
lebt in Leipzig und arbeitet als freie Redakteurin. Sie ist fast absolvierte Master-Studentin (Information & Communication Science), mit einer großen Affinität zur Verbindung von Film und Historie. Schreibt viel und gerne. Liebt die kontroverse Kunstszene Dresdens.

 

Der Artikel »Filmprofis to go« ist von Anna-Sophie Naumann und im Auslöser 4/ 2015 erschienen.

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Sachsen im Kurzfilmfieber

Posted on 16 März 2016 by b.s.m.

Der 21. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres und damit das perfekte Datum, um den Kurzfilm zu feiern. In Sachsen und dem Rest der Republik werden am KURZFILMTAG an unzähligen Orten kurze Filme laufen. Die Idee dazu kommt aus der Cineasten-Hochburg Frankreich und wurde 2012 vom Bundesverband Deutscher Kurzfilm adaptiert. Zum KURZFILMTAG kann jeder seine ganz eigene Veranstaltung auf die Beine stellen und noch bis 20. Dezember auf www.kurzfilmtag.com anmelden. Wer eigene Filme hat, kann diese präsentieren. Alle anderen haben die Wahl zwischen 15 speziell zusammengestellten Filmprogrammen.

rosavonpraunheim

Der KURZFILMTAG hat in den letzten Jahren viele Fans und Freunde gewonnen, darunter prominente Schauspieler, Filmemacher und Filmenthusiasten. Einige von ihnen wurden in diesem Jahr zu Botschaftern, so etwa Filmregisseur Rosa von Praunheim, Grimme-Preisträger Ludwig Trepte und Filmkritiker Knut Elstermann. In Videos erzählen sie von ihrer persönlichen Beziehung zu dem kurzen Format und dem kürzesten Tag des Jahres. Auch Schirmherrin und Staatsministerin Prof. Monika Grütters liebt das kurze Format. Ihr Ministerium fördert den KURZFILMTAG ebenso wie die Sächsische Staatskanzlei und die Kulturstiftung des Freistaates.

Erstmalig rücken in diesem Jahr Kinder und Jugendliche in den Fokus. Im Rahmen des Pilotprojekts „Wir zeigen’s Euch!“ sollen Kurzfilme von bzw. für 12- bis 19-Jährige gezeigt werden. Unterstützt wird die Initiative von der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, vom Bundesverband Jugend und Film, dem Sächsischen Bildungsinstitut und von Vision Kino. Premiere feiert auch eine Kontaktbörse, die Filmschaffende und Kinobetreiber aus der jeweils selben Region zusammenbringt. Aus Sachsen sind u.a. die Leipzigerin Clara Wieck, Fabian Schmidt aus Dresden und die in Chemnitz geborene Franka Sachse vertreten. Über eine Suchfunktion lassen sich Filme aus der „Nachbarschaft“ finden und eigene regionale oder lokale Programme zusammenzustellen. „Mit dem KURZFILMTAG möchten wir das kurze Format zum Zuschauer bringen“, so Jana Cernik, Geschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Kurzfilm. „Dabei spielen die Orte eine besondere Rolle. Lichtspielhäuser und Filmclubs sind natürlich prädestiniert. Aber auch Fußballstadien, Kneipen, Hinterhöfe, Wohnzimmer oder Flüchtlingsunterkünfte können zum Kinosaal umfunktioniert werden.“ Die Telefonzelle, das Motiv des diesjährigen KURZFILMTAGES, steht symbolisch für diese Vielfalt. „In dem Fernsprechhäuschen werden am 21. Dezember aber auch tatsächlich Kurzfilme laufen. Wir von der AG Kurzfilm planen einen solchen Event in Dresden“, so Cernik. In der Kurzfilmhauptstadt wird daneben u.a. zu einer Kurzfilmnacht in eine Waldschänke und zu aktuellen indischen Dokumentarfilmen in eine Galerie eingeladen. In Leipzig sind beispielsweise das Programm „Short Attacks“ im UT Connewitz und „DOK Shorts“ in der Cinémathèque Leipzig in der naTo zu erleben.

Stefan Bast
lebt in Dresden und ist freiberuflich im Bereich Kommunikation/PR tätig, u.a. für die AG Kurzfilm.

 

Der Artikel »Sachsen im Kurzfilmfieber« ist von Stefan Bast und im  Auslöser 4/ 2015 erschienen.

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SCHLINGEL-Direktor Harbauer setzt auf Nachhaltigkeit

Posted on 09 März 2016 by b.s.m.

1996 gründete Michael Harbauer das SCHLINGEL-Festival, gerade auch, um seinem Sohn Kinderfilme im Kino zeigen zu können. Dieses Jahr öffnete er die Vorführungen auch für Flüchtlingsgruppen: „Wir versuchen alle zu erreichen, die den Status Kind haben und sich mit Medien auseinandersetzen“, sagte der Festivaldirektor zur 20. Ausgabe. Gesellschaftlich relevante Themen setzte er auch in diesem Jahr wieder ins Programm – und diese Filme erreichen die Zielgruppe.

Workshop der Filmwerkstatt, Foto: Filmfestival SCHLINGEL

Workshop der Filmwerkstatt, Foto: Filmfestival SCHLINGEL

So zeichnete die siebenköpfige Jugendjury den französischen Film „Young Tiger“ von Zypriern Vial aus. „Ich will arbeiten“, ist einer der ersten Sätze von Hauptfigur Many. Deswegen haben ihn seine Eltern von Punjab hergeschickt, aber in Frankreich dürfen Kinder nicht arbeiten. Many tut es trotzdem, schließlich hilft er auch beim Schleusen. Den Preis begründen die Schüler eines Chemnitzer Gymnasiums dieser Film ermöglicht neue Sichtweisen auf die Zwänge und Ängste von Zuwanderern. Es entwickelte sich bei uns eine Empathie, welche vor allem bezüglich der aktuellen Lage von großer Bedeutung ist.“ Zum Nachdenken bewegte auch die afghanisch-kanadische Produktion „Mina Walking“, die im Panorama zu sehen war. Die selbstbewusste, 12jährige Titelheldin (Regie: Yosef Baraki) soll von ihrem Vater an einen Freier verkauft werden und rebelliert dagegen. Von einer anderen Seite als sonst beleuchtete „Enklave“ den Krieg. Der 10jährige Nenad muss mit dem Panzer zur Schule gefahren werden, weil er als Serbe mitten im Kosovo wohnt. „Die Schüler zeigten Empathie mit der Situation, nach einer Schlüsselszene war der ganze Saal still“, sagte Harbauer.

Hauptpreise erhöht

„Enklave“ wurde von der Fachjury mit dem Hauptpreis der Stadt Chemnitz und der Sächsischen Landesmedienanstalt SLM ausgezeichnet,
der in der Altersgruppe 5 bis 13 vergeben wird. Durch die Zusammenlegung dieser zwei Förderer ist das Preisgeld hier mit 10.000 Euro dotiert und unterstützt die Herausbringung im deutschsprachigen Raum. Zudem erhöhte die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Eva-Maria Stange den Europäischen Kinderfilmpreis, der ebenfalls der Vermarktung zugutekommen soll, von 5.000 auf 12.500 Euro. Michael Harbauer setzt auf Nachhaltigkeit: „Die Filme sollen auch nach dem Festival noch im Gespräch bleiben.“ Die Preisgelder sollen Sender und Verleiher ermutigen, die Filme in ihr Programm aufzunehmen. „Dieses Preisgeld wird komplett für die deutsche Synchronisation verwendet“, erzählte Harbauer. Der Festivaldirektor konnte zudem die Leipziger Synchronfirma STL als Kooperationspartner gewinnen. Diese übernahm für Arsenal schon die Synchronisation des frankokanadischen Eishockey-Films „Die Pee-Wees“, der 2013 beim SCHLINGEL gewonnen. hat.

 

Der Artikel »SCHLINGEL-Direktor Harbauer setzt auf Nachhaltigkeit« ist von Gisela Wehrl und im  Auslöser 4/ 2015 erschienen.

 

 

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»Ich habe nicht die Aufgabe zu missionieren!«

Posted on 17 Februar 2016 by b.s.m.

Mit seinem ersten „Tatort“ bezieht sich der Leipziger Regisseur Thomas Stuber auf den realen Fall von Oury Jalloh. Der Asylbewerber aus Sierra Leone verbrannte 2005 in Dessau im Polizeigewahrsam. Die genauen Umstände wurden nie geklärt. In „Verbrannt“ fiktionalisiert Thomas Stuber, Gewinner des Studenten-Oscars für „Von Hunden und Pferden”, die Vorkommnisse.

Durften Sie sich das Thema für Ihren ersten Tatort aussuchen?
NDR-Fernsehspielchef Christian Granderath und ich haben gemeinsam überlegt, was der richtige Tatort wäre. Granderath hatte ein Jahr davor mit Autor Stefan Kolditz über ein Projekt zum Fall Jalloh gesprochen. Auf dieses Thema bin ich schnell angesprungen.

Warum?
Ich kannte den Hintergrund zum Fall Oury Jalloh. Das ist ein sehr brisantes und relevantes Thema. Ich wollte nicht irgendeinen „Wo waren Sie gestern Abend?“-Kram machen und das war natürlich eine tolle Chance.

flucht-film-thema

Eine Szene des Tatorts hinterfragt, wie man respektvoll mit Flüchtlingen umgeht. Kommissarin Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) kauft einer schwarzen Frau eine Flasche Wein, weil sie die auf ihre Lebensmittelbezugsscheine nicht bekommt. Die Frau weist das Almosen entrüstet von sich.
Die Szene war von Anfang an in Stefan Kolditz’ Drehbuch. Wegen Überlänge ging es oft darum, ob man die nicht rausnehmen soll. Ich wollte die immer behalten. Ich weiß nicht, ob man das Respekt nennt. Aber die Szene zeigt in wunderbaren Nuancen, wie schwierig es ist, sich richtig zu verhalten. Und wie sehr Respekt und Gutmenschentum zwei völlig unterschiedliche Sachen sind. Man muss die Leute als normale Menschen behandeln und nicht als besonders und damit andersartig. Da kommt Respekt her. Gutmenschentum ist letzten Endes wieder eine Form von Rassismus.

Kann man mit einem Tatort mehr Menschen erreichen und vielleicht auch welche der sogenannten „besorgten Bürger“?
Das weiß ich nicht. Ich muss es mit einem Tatort, erst recht nicht bei einem gesellschaftlich relevanten Thema, nicht allen recht machen. Weder der Polizei, die sich natürlich aufgeregt hat, noch den besorgten Bürgern. Wir haben häufig gehört: „Ach, muss das jetzt sein.“ Was natürlich lächerlich ist, als ob das Thema zu viel behandelt wird. Es ist das Thema gerade. Natürlich ist der Tatort der Deutschen liebstes Fernsehunterhaltungskind, und allein, wenn die Leute genervt sind, allein das ist mir recht. Ja, dann kann man die erreichen, auch, wenn man denen etwas zeigt, was sie nicht sehen wollen. Ich glaube nicht, dass ich es allen besorgten Bürgern recht gemacht habe, schon gar nicht, dass ich sie umgekrempelt habe. Das ist auch gar nicht Aufgabe des Tatorts. Aber es soll ruhig jeder mitkriegen, das ist natürlich der Vorteil von dem Format.

Kann ein Tatort Meinungen verändern?
Das weiß ich nicht, das ist auch nicht meine Aufgabe. Das war genauso Thema bei Podiumsdiskussionen, die wir in Berlin und Dessau mit dem Film gemacht haben. Ich habe immer gesagt, ich mache nur den ersten Schritt, ich mache ja nur einen Spielfilm. Ich habe nicht die Aufgabe zu missionieren. Das würde ich nicht wollen, und das sollte ich auch nicht. Da kommt nur ein schlechter Film raus. Nur weil ich versuche, nicht zu missionieren, ist, glaube ich, ein ganz guter Tatort entstanden. Wenn sich daraus wie hier eine Diskussion entwickelt, dann ist das gut. Aber dann löst sich Diskussion natürlicherweise von meinem Spielfilm und hat damit nichts mehr zu tun. Aber ein Spielfilm ist dazu da, Fragen zu stellen, aufzurütteln, vielleicht ans Herz zu gehen. Er kann die Initialzündung für die Aufmerksamkeit auf ein Thema geben.

Muss man als Regisseur politisch sein?
Nein.

Wollen Sie als Regisseur politisch sein?
Das ist der große Widerspruch von: Kunst ist nicht politisch. Oder: Jede Kunst ist politisch. Ich sage es mal so, ich habe eine klare Haltung zu vielen Dingen. Und auch hier habe ich eine ganz klare Haltung, da muss ich wiederum aufpassen, dass ich mit dieser Haltung nicht missioniere, sondern lieber irritiere oder verstöre. Dann ist das gut, dann ist das genug der Aufgabe der Kunst. Grundsätzlich glaube ich aber, ja, jede Kunst ist politisch.

Der Dienststellenleiter der Polizei wird im Film mehrfach programmatisch: „Hohe Arbeitslosigkeit.
Na, jetzt kommt noch das Asylbewerberheim dazu. Fremde Kulturen, Drogen und so weiter.“ Gibt man damit Ressentiments eine Plattform?
Ich denke da erstmal nur an die Figur und natürlich an die Spannung, dass man über so einen Satz drüber rutscht und erst danach nachdenkt: Moment, was hat er gesagt? Und das ist doch dasselbe wie zu kapieren, was eigentlich um uns herum passiert. Wie kann ich eine Nuance erzählen, um zu zeigen, wie sehr diese Rassismen in die bürgerliche Mitte reinrutschen und für normal gehalten werden. Ich glaube, die Gefahr ist nicht, dass Neonazis in Springerstiefeln Angst und Schrecken verbreiten, wie vielleicht Anfang der 90er. Das hat sich gewandelt, das ist in die bürgerliche Mitte gerutscht. Und der große Kampf ist jetzt, diese Mitte muss entscheiden, kippt sie auf die eine Seite oder auf die andere Seite. Bei der Zahl der Gegendemonstranten habe ich immer noch Hoffnung. Als Regisseur war der Tatort die Chance, die ich dafür ergriffen habe. Und wenn das im Fernsehen geht, dann ist das ein Geschenk und ein großes Wunder.

Thomas Stuber kehrte nach seinem Studiuman der Filmakademie Baden-Württemberg in seine Heimatstadt Leipzig zurück. Für „Von Hunden und Pferden“ gewann er den Deutschen Kurzfilmpreis und den Studenten-Oscar in Silber. Sein erster langer Kinofilm „Herbert“ kommt im März 2016 ins Kino.

 

Das Interview »Ich habe nicht die Aufgabe zu missionieren!“« hat Gisela Wehrl geführt und im Auslöser 4/ 2015 erschienen.

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Gemeinsam etwas bewegen – Superheldinnen des Alltags

Posted on 03 Februar 2016 by b.s.m.

„Die Superheldin, die in uns steckt, die uns inspiriert, die wir neu erfinden“ wollen vier Frauen des Vereins Kulturkosmos wecken. Continue Reading

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MDNKNST IN SCHSN

Posted on 27 Januar 2016 by b.s.m.

Nein. Die Überschrift des Artikels enthält keinen Schreibfehler. Sie lesen richtig! Continue Reading

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Doppelte Integration

Posted on 20 Januar 2016 by b.s.m.

„Jemand, der nichts zu essen hat, ist ein Wirtschaftsflüchtling. Wir brauchen halt alle etwas zu essen und wir wollen alle nicht frieren“, Continue Reading

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Preisträger

Posted on 01 November 2015 by b.s.m.

„An diesem Film führt kein Weg vorbei!“ – so das Voting der Jury zum 26. Filmfest in Dresden: „Die traumatische Biographie eines Menschen findet in einer eigenwilligen Ästhetik die konsequente Zusammenführung von Thema und filmischen Mitteln. Die Regisseurin schafft damit die ungewöhnliche Verschmelzung von Dokumentarischem und Experimentellem. Eine Tour de Force, die nicht Erzählbares zum verstörenden Kinoerlebnis macht.“ Mit diesen Worten der Jury gewinnt Susann Maria Hempel in Dresden erst den Goldenen Reiter der Jugendjury und dann den Förderpreis der sächsischen Kunstministerin. Susann Maria Hempels experimenteller Film ist „ein Hybrid aus vielen filmischen Formen der Narration, Experiment und Dokumentation ineinander verzahnt und wie ein Perpetuum Mobile scheinbar spielerisch ineinander übergehend miteinander in Dialog treten lässt.“, so Katrin Küchler vom FILMFEST DRESDEN.

Filmfest Dresden
Förderpreis der Kunstministerin: Sieben Mal am Tag beklagen wir unser Los und nachts stehen wir auf, um nicht zu träumen

preistraeger-dresden-2015

Es kreisen wirre Gedanken in Form eines wild gewordenen Andachtsbuches. Es sind die Gedanken von Herrn P., einem thüringischem EU-Rentner, die sich immer wieder um die erfahrene Schutzlosigkeit und Versehrtheit drehen. In Form von Interviews zeichnet Susann Maria Hempel die Gespräche mit Herrn P. von 2009 bis 2011 in Greiz auf. Diese Gespräche sind das Fundament, nie aber Bestandteil des Films. Schockierend diskret spricht und schreibt Susann Maria Hempel für Herrn P. Sie fasst für ihn in Worte und Bilder, was er die ganze Zeit zu fassen versucht, ihn aber die Fassung verlieren lässt, findet Formen, um Ordnung bemüht, aber ungelenk, sie nicht findend: wie Herr P. von Mitinhaftierten zusammengeschlagen wird, bei dem Versuch sich für die Jugendlichen hinter Gittern einzusetzen, die von eben diesen misshandelt wurden; wie den Ärzten ein Kunstfehler unterläuft und Herr P. gegen seinen Willen sterilisiert wird und sich doch eigentlich Kinder wünscht; Heimkinder aufnimmt, von denen er geschlagen wird, das Gerücht entsteht Herr P. hätte sie misshandelt; ein Freund, der doch kein Freund ist und vereinsamt.

Die Tonspur lässt auf vermeintliche Glücksmomente in Herrn P.s Leben schließen, nur um dann als Lug und Trug entlarvt zu werden: „SIEBEN MAL AM TAG… ist der Film gewordene Alptraum über das zum Alptraum gewordene Leben, P.: »Das ist das Rest meines Lebms, das weess ich ganz genau! Un das is halt für mich so’n Gefühl wie: Na das kann ja e Scheiss wer’n!«“ (Museen Böttcherstraße, Bremen)

Zum 26. Filmfest Dresden 2014 erhielt der Film zwei Goldene Reiter, schließlich räumte er auf dem Osnabrücker European Art Festival den EMAF-Medienkunstpreis der deutschen Filmkritik ab und auf den 60. Kurzfilmtagen Oberhausen den Preis für den Besten Beitrag des deutschen Wettbewerbs.

 

Der Artikel »Preisträger“« ist im  Auslöser 3/ 2014 erschienen.

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Portrait: Bony Stoev

Posted on 05 Oktober 2015 by b.s.m.

Bony Stoev – ein junger, enthusiastischer, aufstrebender Sounddesigner, Foto: Mesut ahin, Jeremias Erbe

Bony Stoev – ein junger, enthusiastischer, aufstrebender Sounddesigner, Fotos: Mesut Sahin, Jeremias Erbe

Bony Stoev wurde 1991 in Bulgarien geboren. 10 Jahre später kehrte er mit seiner Mutter nach Deutschland zurück und lebte in der Nähe von Dresden.
Nach der Schule zog es ihn nach Berlin für eine Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton. In seiner Freizeit begann er als Freelancer für verschiedene Projekte zu arbeiten. Seit diesem Jahr ist er Mitglied im Filmverband Sachsen. Seit 2012 ist er als Autor bei Delamar tätig und rezensiert die neuesten technischen Entwicklungen im Tonbereich. Delamar ist eines der wichtigsten Fachmagazine für Musiker und Kreative. Regelmäßig erscheinen Testberichte und Tutorials rund um das Thema Ton im Video. Und zusammen mit dem bekannten Blogger und Podcaster Matthias Fromm begrüßt er regelmäßig spannende Gäste aus den unterschiedlichsten Tonbereichen auf www.phonolog.fm. Unter anderem Tobias Fleig, Mischtonmeister diverser Tatorte und Filme wie „Nachtzug nach Lissabon“, und Thomas Koch, Klangkünstler aus Berlin.

Seine Arbeit bewegt sich vom Mixing über Sounddesign bis hin zu kompletten Tonproduktionen, kreativem Sound Design, Mischungen für TV und Web sowie der Aufbereitung und Restauration von Audiomaterial. Großartige Referenzen gehen zum Beispiel aus Kooperationen mit Sascha Quade, Peter Wedel, aber auch Sebastian Linda hervor. Für ihn hat er unter anderem bei “Travel where you live” die komplette Tongestaltung übernommen. Für Bony Stoev gibt es zwei Ebenen der Tongestaltung. „Die erste ist die handwerkliche: Durch unsere Hörerfahrung erwarten wir, dass wir zum Beispiel von Menschen, die wir im Film laufen sehen, auch die Schritte hören. Diese sollten natürlich in die akustische Umgebung der Szene eingebettet sein und nicht zu Irritationen führen. Die zweite ist die kreative Ebene. Diese dient in meinen Augen dazu, Emotionen hervorzurufen und das nötige Gänsehaut-Feeling im Zuschauer zu wecken. Wenn zum Beispiel eine Winter-Szene gezeigt wird, kann das Geräusch des Windes dazu dienen, ein Kälte-Gefühl hervorzurufen oder beim Sprung von einer Klippe in einen See erzeugen Whoosh-Klänge das nötige „Wow”-Gefühl.“ 100 Klänge pro Minute brauchte es zum Beispiel bei “Travel where you live”. Weitaus mehr sollen in diversen Projekten folgen.

Bony Stoev
Internet: http://www.www.bony-stoev.de

 

Der Text »100 Klänge pro Minute« ist von Chime Yangzom sowie Claudia Reh und im AUSLÖSER 2/ 2015 erschienen.

 

 

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Portrait: Drehbuchagentur semmelblond.com

Posted on 02 Oktober 2015 by b.s.m.

Der AUSLÖSER traf sich mit der Dresdner Semmelblond script agency im Festivalzentrum des diesjährigen 25. Filmfest Dresden. Das dreiköpfige Team aus Uwe Philipp, Steffi Braun und Catherine Fuhg ist seit kurzer Zeit ein weiteres Mitglied des Filmverbands Sachsen e.V.

Die Drehbuchagenten von semmelblond.com, Uwe Philipp, Steffi Braun und Catherine Fuhg (v.l.), Foto: semmelblond.com

Die Drehbuchagenten von semmelblond.com, Uwe Philipp, Steffi Braun und Catherine Fuhg (v.l.), Foto: semmelblond.com

„Your success is our project“

Als Drehbuchagenten bietet Ihr Filmstoffe Eurer Autoren zielgerichtet Produzenten und Sendern an und unterstützt Drehbuchautoren bei der Realisation ihrer Projekte, richtig?

Uwe: Genau. Wir bringen beide Parteien zusammen. Drehbuchagenturen sind beispielsweise in Großbritannien und den USA ein wichtiger Bestandteil der Filmlandschaft. Sie fädeln fast alle Verträge zwischen Autoren und Produzenten ein.

Doch welchen konkreten Nutzen ziehen die Autoren aus der Zusammenarbeit mit einer Drehbuchagentur?

Catherine: Die Autoren sparen Zeit und Energie für ihre eigentliche Aufgabe – nämlich das Schreiben. Währenddessen verhandeln wir mit den Produzenten, die diese Geschichten verfilmen oder in andere neue und alte Medien „übersetzen“ wollen. Wir beraten und unterstützen unsere Autoren im
gesamten Verhandlungsprozess, in absolut allen vertraglichen Angelegenheiten. Und das Beste ist, ihnen entstehen keine Kosten.

Wo liegt denn da der Vorteil für die Produzenten?

Steffi: Die Produzenten bekommen täglich soviel Material zugesendet, dabei haben sie etliche andere Angelegenheiten
zu regeln und zu organisieren. Ihre Zeit ist Geld! Mit uns im Boot müssen sie sich nicht mit jedem Autor einzeln beschäftigen. Sie erklären uns ihre
Vorlieben und Pläne, so dass wir regelmäßig aus unserem Geschichtenfundus passende Vorschläge unterbreiten
können. Vor allem bauen wir langfristige Beziehungen und damit gegenseitiges Vertrauen auf. Auffällig ist, dass Eure Internetseite sich lediglich
in Englisch präsentiert.

Kein Interesse an den deutschen Autoren?

Steffi: (lacht) Ganz im Gegenteil. Wir wollen sie besser fördern. Und Englisch ist die heutige Verkehrssprache im Medienbereich. Wir von
Semmelblond haben alle international gearbeitet. Mit diesen Erfahrungen bieten wir unseren Autoren den Vorteil, sie weltweit vertreten
zu können.

Ihr habt Euren Sitz in Dresden. Gibt es spezielle Überlegungen dazu?

Uwe: Nun, wir lieben die Region. Vor allem glauben wir an die Menschen hier, ihr Talent, ihre Kreativität und bauen auf die gewachsenen Strukturen.
Zudem haben wir hier den Vorteil der Grenznähe zu Tschechien und Polen. Beides Länder, die reich sind an großartiger Filmkultur und möglichen
Produktionspartnern.

Wonach genau sucht Ihr und wer kann sich bei Euch melden?

Steffi: Wenn man mit Produzenten spricht, so suchen doch alle dasselbe: neue Schreibtalente, gute Geschichten,
kreative Drehbücher und starke Charaktere. Das ist die Spur, der wir folgen.

Semmelblond script agency
Bautzner Straße 49, 01099 Dresden
Tel. 0351-41721447
www.semmelblond.com

Das Interview mit den »Drehbuchautoren semmelblond.com« führte Jana Endruschat, es ist im AUSLÖSER 3/ 2013 erschienen.

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