Tag Archive | "Filmförderung"

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Zwei Kriterien, zwei Prozent

Posted on 16 Dezember 2014 by b.s.m.

Jedes Jahr im März stehen bei der Filmförderanstalt (FFA) ca. 700.000 € bereit, um die Hersteller von deutschen Kurzfilmen bei ihren zukünftigen Filmprojekten zu unterstützen. Es wird grundsätzlich jeder Film gefördert, der mindestens 15 Referenzpunkte erlangt hat. Jedoch „verdient“ man sich diese nur durch Filmpreise, die Teilnahme an renommierten Festivals oder mit dem Prädikat besonders wertvoll. 2014 wurde pro Punkt ein Betrag von 552 € ausgezahlt. Für den Film mit den meisten Referenzpunkten kam so die stolze Summe von 38.630 € zusammen. Die Fördergelder aus der Referenzförderung müssen dann innerhalb der nächsten zwei Jahre für die Produktion eines neuen Kurzoder Langfilms verwendet werden, können aber auch für die Projektvorbereitung von Kurz- oder Langfilmen (z.B. an einem Drehbuch) bei der FFA abgerufen werden. „Die Freiheit, die Gelder so zu verwenden, wie man es möchte, ist ein großer Vorteil der Kurzfilmförderung“, sagt Jürgen Schöler, Förderreferent für Zuerkennung und Auszahlung der Referenzförderung bei der FFA.

Die Kurzfilm-Referenzförderung der FFA

Filmfinanzierung , Foto. b. s .m.

Filmfinanzierung , Foto. b. s .m.

Um an der Zuerkennung teilnehmen zu können, darf der Film inklusive Vor- und Abspann nicht kürzer als eine und nicht länger als 15 Minuten sein – oder bis zu 45 Minuten, wenn der Filmemacher an einer Hochschule studiert bzw. es sich um seinen Erstlingsfilm handelt. Darüber hinaus sind aber auch Kinderfilme bis zu einer Länge von 59 Minuten berechtigt für die Teilnahme an der Referenzkurzfilmförderung. Alle Filme benötigen außerdem eine FSK-Freigabe, die Bestätigung der Einlagerung einer Kopie im Bundesarchiv und einen Bafa-Bescheid, der die kulturellen Eigenschaften und die deutsche Herkunft der finanziellen Mittel bestätigt. „Liegen nicht alle Nachweise sofort vor, ist es auch möglich, diese später nachzureichen. Wichtig aber ist, dass alle Kriterien erfüllt sein müssen, sonst kann der Film nicht an der Förderung teilnehmen. Das sind nun einmal die rechtlichen Voraussetzungen, wie sie das Filmfördergesetz (FFG) vorgibt“, betont Jürgen Schöler.

Ob auch die Erfolgsvoraussetzungen für eine Förderung gegeben sind, entscheidet sich bei insgesamt mehr als 80 unterschiedlichen Sektionen der „bedeutsamen“ Festivals. Die vollständige Liste findet man auf der FFA-Webseite. Die Wettbewerbsteilnahme bei großen Festivals und die Auszeichnung mit kleineren Preisen sowie der FFA-Kurzfilmpreis Short-Tiger bringen 5 Punkte – übrigens nicht zu verwechseln mit dem Tiger- Award für Kurzfilme, der in Rotterdam vergeben wird, der zählt nämlich gleich 10 Punkte… Auch der Goldene Berliner Bär, der Goldene Spatz, der Goldene Reiter und sein großer Freund, der Oscar®, lassen das Referenz-Konto – um jeweils 10 Punkte – weiter wachsen. Hat ein Film alle oben aufgeführten Preise abgeräumt und die FBW zusätzlich das Prädikat „besonders wertvoll“ vergeben, kommt man auf immerhin 65 Punkte. Da das Ergebnis ab 40 Punkten aufwärts mit dem Faktor 1,5 multipliziert wird, werden am Ende rund 98 Punkte anerkannt. Für das Jahr 2014 bedeutet dies, dass unter dem Strich 64 Filme mit ca. 1.365 gesammelten Punkten an der Referenzförderung der FFA teilnahmen, für die 2 Prozent des Jahreshaushalts der Filmförderungsanstalt zur Verfügung stehen. „Kurzfilme zu produzieren ist heutzutage auf Grund der zur Verfügung stehenden Technik sehr viel einfacher geworden“, meint Herr Schöler mit Blick auf die kommenden Jahre. “Daher ist es abzusehen, dass es mehr Filme geben wird – und somit wahrscheinlich auch mehr Teilnehmer, die die Förderung beantragen werden. Schon in der Vergangenheit wurden immer mehr Punkte ausgelöst, obwohl die zur Verfügung stehenden Mittel mehr oder weniger gleich blieben und nach dem derzeitigen FFG auch erst einmal unverändert bleiben werden.

Dies war auch bereits der Grund für eine Anpassung im letzten FFG, in dem die Referenzpunktevergabe gestrafft und die Werthaltigkeit der Referenzpunkte erhöht wurde. Wenn man den ganzen Aufwand betrachtet und am Ende dreitausend Euro erhält, so war das für die Produktion eines neuen Filmes zu wenig. Die FFA hat daher das Wertungssystem so angepasst, dass es jetzt wieder mehr Geld pro Punkt gibt, und damit eine größere wirtschaftliche Tragfähigkeit bei der Ausschüttung zustande kommt.“

Die FFA ist allerdings an das vom Bundestag beschlossene FFG gebunden. Die AG Kurzfilm, der Bundesverband deutscher Kurzfilm mit seiner Geschäftsstelle in Dresden, berät die Bundestagsfraktionen und Ausschüsse und konnte mit der Anpassung erfolgreich eine Verbesserung der Situation bewirken.

Die Zahl der geförderten Filme stieg in den letzten Jahren an und der Wert pro Punkt sank 2012 auf 339,50 € ab. Die FFA handelte, zog die Mindestpunktzahl auf 15 an und drosselte den Punkteanstieg, so dass sich die Referenzförderung künftig wieder mehr lohnen soll.

Text: Justus Haufe, er lebt in Bayreuth,und studiert Medienwissenschaft und Praxis. Im September 2014 absolvierte er ein Praktikum in der Geschäftsstelle des Filmverbands Sachsen. Der Artikel Zwei Kriterien, zwei Prozent erschien im AUSLÖSER 5/ 2014, Seite 30.

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Neuer Auslöser ist da!

Posted on 07 Dezember 2014 by b.s.m.

Fachzeitschrift des Filmverband Sachsen e.V.

Der AUSLÖSER berichtet als sächsisches Medienfachblatt über das Geschehen in der Film-, Video- und TV-Landschaft des Freistaates Sachsen. Continue Reading

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7. Filmsommer Sachsen zwischen Kunst und Wirtschaftlichkeit

Posted on 17 Juni 2014 by b.s.m.

Zur Entwicklung einer lebendigen Filmkultur und eines leistungsfähigen Filmschaffens Continue Reading

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Neuer AUSLÖSER in frischer Optik

Posted on 02 Juni 2014 by b.s.m.

Fachzeitschrift des Filmverband Sachsen e.V.

Der AUSLÖSER berichtet als sächsisches Medienfachblatt über das Geschehen Continue Reading

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Impressionen vom Filmsommer Sachsen

Posted on 31 Mai 2014 by b.s.m.

Der 7. FILMSOMMER SACHSEN geht der Frage nach, ob es speziell in Sachsen und Mitteldeutschland möglich ist, qualitativ hochwertige Filmproduktionen zu realisieren und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich agieren zu können. Eine Selbstverständlichkeit ist das bisher nicht. Mit wirtschaftlichem Druck, unsicheren Finanzierungen und permanenter Selbstausbeutung hat hier nahezu jede Firma zu kämpfen. Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma?

filmsommer2

Wir widmen uns verschiedenen Aspekten der Finanzierung, diskutieren über Crowdfunding und informieren über Verwertungsgesellschaften. Zusätzlich stellt Ludwig Kameraverleih zum Filmsommer Tech Day seine neueste Kameratechnik vor.

Allen Teilnehmern wünschen wir einen anregenden, kreativen Austausch, spannende Diskussionen, reichhaltigen Input und einen wunderbaren 7. FILMSOMMER SACHSEN.

Sandra Strauß
1. Vorsitzende Filmverband Sachsen

Impressionen Filmsommer Sachsen am 12. Juni 2014 im Mediencampus Villa Ida 

 

Fishbowl: "Medienfischglas" zum Thema Kunst  vs. Wirtschaft, mit: Alice Agneskirchner(Dehbuchautorin), Michael Krömel (Unternehmer), Manfred Schmidt (MDM), Gunnar Dedio (LOOKS Film), Joachim Güther (Filmverband) & dem Moderator Peter Statowy

Fishbowl: „Medienfischglas“ zum Thema Kunst vs. Wirtschaft, mit: Alice Agneskirchner (Drehbuchautorin), Michael Kölmel (Unternehmer), Manfred Schmidt (MDM), Gunnar Dedio (LOOKS Film), Joachim Günther (Filmverband/ Filmproduzent) & dem Moderator Peter Stawowy, Foto: b. s. m.

 

 

Filmsommer Sachsen Meet Up 2014

Filmsommer Sachsen Meet Up 2014, Foto: b. s. m.

 

Tech Day beim Filmsommer - Kameraverleih Ludwig und Maier Bros. präsentieren die neue Phantom Flex4K. Foto: b. s. m.

Tech Day beim Filmsommer – Kameraverleih Ludwig und Maier Bros. präsentieren die neue Phantom Flex4K. Foto: b. s. m.

Hishspeed-Kamera Phantom Flex4K beim heißen Einsatz! Foto: b. s. m.

Hishspeed-Kamera Phantom Flex4K beim heißen Einsatz! Foto: b. s. m.

 

Diskussionsrunde zum Thema "Crowdfunding Filmproduktion", Moderator Scharwell, Foto: b. s. m.

Diskussionsrunde zum Thema „Crowdfunding Filmproduktion“, Moderator Scharwell, Foto: b. s. m.

 

Eintritt frei! Anmeldung bis zum 6. Juni 2014 unter:

Anmeldung 7. Filmsommer Sachsen
 

PROGRAMM: 7. FILMSOMMER SACHSEN | 12. JUNI 2014

10.30 Uhr: Empfang

11.00 Uhr: Impulsreferat

11.30 Uhr: MEDIENFISCHGLAS

»Fishbowl« zum Thema Kunst oder Wirtschaft – Ist es in Sachsen möglich, qualitativ hochwertige Filmproduktionen zu realisieren und gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich zu agieren?

Mit dem im vergangenen Jahr eingeführten „Medienfischglas“ wird der Filmsommer in diesem Jahr grundsätzliche Fragen der Filmproduktion in Sachsen diskutieren. Alle Gäste sind eingeladen, sich an der Diskussion aktiv zu beteiligen, welche erneut Förderer, Politik und die Filmwirtschaft an einen Tisch bringen soll. Dabei liegt der Schwerpunkt der Diskussion nicht auf der bloßen Aufzählung von Schwierigkeiten sondern darauf, wie alle Beteiligten die Weiterentwicklung der sächsischen und mitteldeutschen Filmlandschaft gemeinsam voranbringen. Moderiert wird das „Medienfischglas“ erneut von Peter Stawowy, Medienjournalist aus Dresden.

13 Uhr: PAUSE

 

 

Medienfischglas, Diskussionsrunde zur Film- & Medienwirtschaft in Sachsen mit: Joachim Güther, FVS; Monika Zimmermann SK Sachsen; Peter Stawowy (Moderator); Leonhardt Klaus (MDR) ...(von links nach rechts)

Medienfischglas, Diskussionsrunde zur Film- & Medienwirtschaft in Sachsen mit: Joachim Güther, FVS; Monika Zimmermann SK Sachsen; Peter Stawowy (Moderator); Leonhardt Krause (MDR), Heiko Hilker (MDR Rundfunkrat), von links nach rechts, Foto: b. s. m.

 

13.30 Uhr: FILMSOMMER TECH DAY

Ludwig Kameraverleih präsentiert und erläutert die neue Phantom Flex 4K (Workshop)

Mit dem Tech Day bietet Ludwig Kameraverleih eine Plattform, die jede Perspektive der professionellen Filmproduktion abdeckt: Professionals berichten vom Set und aus der Postproduktion, Hersteller zeigen ihre Produkte in praxisnahen Workshops. In ungezwungener Atmosphäre werden neue Geräte vorgestellt und getestet, Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht

14.30 Uhr: VERWERTUNGSGESELLSCHAFTEN

Vortrag von Dr. Friedrich Kühn und anschließende Diskussion zum Thema

An der Oberfläche ist es der seit Jahren schwelende Streit zwischen Google (über seine Youtube-Plattform) und der GEMA. Die Folgen dieses Rechtsstreits, welcher nach einem Urteil der VG Wort weitere Schärfe gewonnen hat, sind inzwischen an vielen Stellen spürbar geworden. So ist beispielsweise die DEFA-Stiftung in ihrem Handlungsspielraum extrem beschränkt. Insgesamt wird der Stau der Gelder auf ca. eine Milliarde Euro beziffert. Dr. Friedrich Kühn (Mitglied der Mitteldeutschen Vereinigung für Medienrecht e.V. und Lehrbeauftragter für Medienrecht an der Universität Leipzig) referiert zum Thema Verwertungsgesellschaften und diskutiert im Anschluss mit Ralf Schenk (DEFA-Stiftung), der VG-Bild und Robert Zimmermann (ultimaratiofilm).

15.30 Uhr: PAUSE

 

 

Gespräche beim 6. Filmsommer Sachsen, 28. Juni 2013 im Mediencampus Leipzig

Schwarwel (Glücklicher Montag) im Gespräche beim 6. Filmsommer Sachsen, 28. Juni 2013 im Mediencampus Leipzig, Foto: b. s. m.

 

17.30 Uhr: CROWDFUNDING

ein Erfahrungsbericht von und eine Diskussionsrunde mit Enno Seyfried und Alexandra Schmidt, Stefan Popp, Karsten Wenzlaff zum Thema Crowdfunding

Ist Crowdfunding der neue Weg der Kunst- und Kulturförderung? Kann oder sollte es grundsätzlicher Teil einer Projektfinanzierung werden? Kann gar die institutionelle Förderung mit der Crowd aufgestockt werden? Reichen die Crowdfundingmittel aus, um für angemessene Bezahlung Kreativschaffender zu sorgen? Oder muss Kunst und Kultur auch ohne Schwarmfinanzierung möglich sein, weil sie vielleicht nicht ausreichend gefällig ist? Wir diskutieren mit Enno Seyfried (Produzent), Stefan Popp (Vision Bakery), Alexandra Schmidt (Filmfest Dresden), Karsten Wenzlaff (Gründer und Geschäftsführer des Instituts für Kommunikation in sozialen Medien – ikosom und Verfasser der ersten europäischen Crowdfunding- Studie).

17 Uhr: AUSKLANG

mit dem Stammtisch der Filmfachkräfte DrehFreiBier (17 – 20 Uhr)

Veranstaltungsort:
Mediencampus Villa Ida
Poetenweg 28
04155 Leipzig

Internet: www.mediencampus-villa-ida.de

Programm: 7. Filmsommer Sachsen am 12. Juni 2014 Flyer | PDF

Anmeldung 7. Filmsommer Sachsen

Weitere Informationen unter:

Filmverband Sachsen e.V.
Ansprechpartner: Claudia Reh, Christian Zimmermann
Schnandauer Straße 64
01277 Dresden

Tel.: 0351 31 540 630
Fax: 0351 31 540 635
E-Mail: info@filmverband-sachsen.de

Der Filmsommer Sachsen ist eine Kooperationsveranstaltung der
Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und des Filmverband Sachsen e.V.

Mit freundlicher Unterstützung der Mitteldeutschen Medienförderung GmbH und der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig.

Sponsoren

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Filmland Tschechien

Posted on 21 April 2014 by b.s.m.

Als im Dezember 2012 das neue Filmgesetz vom tschechischen Parlament verabschiedet wurde, hatte die tschechische Filmbranche guten Grund zum Jubeln. Vorangegangene Versuche, das alte Filmgesetz von 1992 und die darauf basierende nationale Filmförderung an die aktuellen Bedürfnisse der Filmindustrie anzupassen, waren lange Zeit erfolglos geblieben.

Zusätzlicher Druck entstand auch durch die Tatsache, dass der alten Förderung das finanzielle Ende drohte. Denn der Hauptanteil der Fördergelder wurde aus den Lizenzeinnahmen der vor 1989 produzierten Filme bestritten. Dieser Betrag nahm kontinuierlich ab. Die vereinzelten Bemühungen der tschechischen Regierung, die Filmförderung aufzustocken, hatten erwartungsgemäß keine nachhaltige Wirkung. Ein Steuererleichterungsprogramm war damals noch lange nicht in Sicht. Produzenten waren ausschließlich auf die nationale Filmförderung angewiesen, wenn sie Filme auf europäischem Niveau produzieren wollten. Das Paradoxe an dieser Situation war, dass trotz des unzureichenden und instabilen Fördersystems jährlich weiterhin zwischen 20 und 50 Filmen mit hohen Besucherzahlen in die Kinos kamen. In der Top 10 der besucherstärksten Filme befanden sich regelmäßig 2 bis 3 tschechische Titel.

In den 1990er Jahren profitierte der tschechische Film zweifelsohne von großen Film- und Werbeproduktionen, die nach dem Mauerfall Prag und Tschechien als Drehort wählten und somit wesentlich zum Erhalt der tschechischen Filmindustrie und deren Infrastruktur beitrugen. In dieser Zeit ergänzte das öffentlich-rechtliche Fernsehen die staatliche Förderung von Kinofilmen durch seine intensive Koproduktionstätigkeit.

Trotz allem blieb die Filmförderung noch lange Zeit eine Schwachstelle des Systems. Die Inkraftsetzung des neuen Filmgesetzes im Januar 2013 bildete den legislativen Rahmen, um die gesammelten Probleme der letzten Jahre sukzessive angehen zu können. Doch welche konkreten Vorteile bringt die neue Filmförderung dem tschechischen Film? Zunächst eine finanzielle und strukturelle Stabilisierung, eine größere politische Unabhängigkeit und Offenheit im Bereich internationaler Koproduktionen. Ein wesentlicher Schritt hierfür ist die Umwandlung der Filmförderung in eine selbständige Institution, an deren Spitze ein Geschäftsführer steht, der entsprechende Handlungsfreiheit auch auf politischer Ebene besitzt. Ferner wurde in diesem Gesetz Herkunft und Höhe der Fördermittel geregelt, was wesentlich zur Sicherung und Stabilisierung der Film-industrie beiträgt. So bilden die Abgaben aus Werbeeinnahmen der Privatsender mehr als 60 Prozent des Fördervolumens, das ab 2014 circa 9 Mio. Euro jährlich betragen soll.

Steuererleichterungen 

Ein weiterer Topf, der von der Filmförderung verwaltet wird und seit 2010 für Produzenten im In- und Ausland zur Verfügung steht, ist das sogenannte Film Industry Support Programme. Dies beinhaltet eine Steuererleichterung, die Filmproduzenten einen 20-prozentigen Rabatt auf in Tschechien angefallene Kosten ermöglicht. Neben einem tschechischen Koproduktionspartner ist ein „Kulturtest“ Voraussetzung, den jedes Projekt durchlaufen muss. Zu Beginn belief sich das Volumen auf 12 Mio. Euro. In diesem Jahr standen 20 Mio. Euro zur Verfügung. Da diese Summe jedes Jahr aufs Neue einer Regierungsentscheidung obliegt, kann sie variieren. In dem Filmgesetz ist auch die Verwaltung des Film Industry Support Programmes durch die staatliche Filmförderung geregelt.

 

Die neue Rolle des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Tschechien

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen Cˇeská televize (CˇT) spielte in den 1990er Jahren eine entscheidende Rolle im Bereich einheimischer Koproduktionen.Ohne sein Engagement wären Debüts von Regisseuren der Nachfolgegeneration wie Petr Zelenka, Alice Nellis, Bohdan Sláma oder Saša Gedeon nicht entstanden. Durch verschiedene Umstrukturierungen reduzierte sich Anfang des Jahrtausends die Anzahl der inländischen Kinokoproduktionen in den Folgejahren spürbar.

Mit dem neuen Intendanten Petr Dvorˇák begann im Herbst 2011 eine neue Ära des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Unter seiner Führung wurde die „Abteilung für Entwicklung neuer Programme und Formate“ wesentlich ausgebaut. Deren Unterabteilung „Filmcenter des tschechischen Fernsehens“ beschäftigt sich vorwiegend mit der Stoffentwicklung von Kinoformaten im Bereich Spiel- und Dokumentarfilm sowie Kurzfilm. Dabei fungiert sie stets als minoritärer Koproduzent bei Projekten unabhängiger tschechischer Produzenten.

„Fernsehsender auf der ganzen Welt haben mit beschränkten Budgets und wachsenden Erwartungen des Publikums an die Qualität der gesendeten Inhalte zu kämpfen. Das trifft besonders den mitteleuropäischen Raum mit seinem begrenzten Marktpotential, wie z.B. die Tschechische Republik. Dabei ist die effektive Entwicklung neuer Formate besonders notwendig. Dazu gehört eine permanente Offenheit gegenüber Filmemachern und deren Ideen sowie die zügige Prüfung und Investition in die Stoffe mit dem größten Potential. Darüber hinaus ist es ebenso wichtig, Geld für Entwicklung und Produktion außerhalb des Senderbudgets zu finden. Hierbei spielen internationale Koproduktionen eine wesentliche Rolle und das trotz aller möglichen Komplikationen und Mehrkosten, die diese Projekte mit sich bringen“, erklärt Jan Maxa, Leiter Entwicklung neuer Programme des CˇT, den Standpunkt des öffentlich-rechtlichen tschechischen Fernsehens.

Im September 2013 gingen der neue Kulturkanal CˇT Art sowie der KinderkanalČCˇT:D auf Sendung. Der kürzlich unterzeichnete Vertrag zwischenČCˇT und ARTE soll zu einer stärkeren internationalen Öffnung des Senders führen.

Die beabsichtigte Kooperation zwischen CˇT und MDR soll 2014 konkretisiert werden. Laut Reinhard Krug, dem Beauftragten der Intendantin des MDR sind „konkrete Projekte mit dem CˇT im Bereich Programmaustausch, Koproduktion und Mitarbeiteraustausch geplant. Zudem sollen der deutsche und tschechische Kinderkanal stärker kooperieren.“

 

Von den anfänglichen Startschwierigkeiten der neuen Filmförderung abgesehen, hatte der tschechische Film noch nie so eine stabile Basis wie jetzt. Hinzu kommt das gestiegene Interesse an Kooperationen mit Partnern aus dem Ausland, was Tschechien zu einem attraktiven Partner innerhalb der mitteleuropäischen Filmlandschaft macht.  JANA CERNIK

 

Die tschechische Filmförderung in Stichpunkten:

  • Eine 13-köpfige Vergabekommission entscheidet über alle Anträge. In dieser sind Vertreter aller Sparten der Filmindustrie vertreten. Die Vergabekommission veröffentlicht bis zu viermal jährlich ein Konzept, als Vorgabe für die thematischen Einreichtermine, die von Jahr zu Jahr variieren können.

 

  • Thematische Einreichtermine mit insgesamt 10 Fördersparten: Drehbuchentwicklung, Produktion, Verleih, Digitalisierung, Promotion,Publikationen, Filmerbe, Training, Festivals und Urheberrecht.

Wichtige Verbände und Institutionen

State Fund for Cinematography
www.fondkinematografie.cz

Czech Film Center
www.filmcenter.cz

Czech Film Commission
www.filmcommission.cz

Audiovisual Producers´ Association
www.asociaceproducentu.cz

Institute of Documentary Film
www.dokweb.net

Association of Czech Animation Film
www.asaf.cz 

National Film Archive
www.nfa.cz

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Filmfest Dresden 2014

Posted on 19 April 2014 by b.s.m.

»Un mundo para Raúl« (Eine Welt für Raul) von Mauro Mueller hat den Goldenen Reiter Kurzspielfilm beim Filmfest Dresden gewonnen, die weiteren Preise gehen an…

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Regionaler Fokus

Posted on 19 März 2014 by b.s.m.

Programm: Regionaler Fokus / 360° Heimat

17. April 2014, 20 Uhr im Programmkino Ost, Schandauer Str. 73, 01277 Dresden Continue Reading

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FILMWINTER SACHSEN 2014

Posted on 02 März 2014 by b.s.m.

Am 19. März 2014 wird der Filmverband seine zweite große Netzwerkveranstaltung, den FILMWINTER SACHSEN in Dresden ins Leben rufen. Zur Anmeldung…

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11. Leipziger Kurzfilmfestival | Last Call

Posted on 02 März 2014 by b.s.m.

Im April zeigt das mitteldeutsche Filmfestival KURZSUECHTIG (9. bis 12. April 2014) wieder kurze & Continue Reading

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