Tag Archive | "Filmproduktion"

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Filmprofis to go

Posted on 23 März 2016 by b.s.m.

Wird das eine Eintagsfliege oder hat das Zukunft? Das fragte sich Holger Zigan, als er mit seinem Geschäftspartner Armin Eichhorn beim Amt für Wirtschaftsförderung in Leipzig vorstellig wurde – mit einer im Osten absolut exponierten Idee: Filmwebinare.

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Das Ziel: Dem knappen Wissensangebot in der aufstrebenden sächsischen Filmkunstszene etwas entgegensetzen und der „großen Laterne Berlin“ ein paar „Motten“ abgewinnen. Unter dem Namen Kolleg Film sollte es Erwachsenenbildung werden, wie in ihrer Arbeit mit der Berliner Filmschule filmArche. Webinare sind noch ein junger, hierzulande relativ unbekannter Kanal der Wissensvermittlung. Zigan und Eichhorn ließen sich nicht entmutigen, schließlich kennen sie die zähen Kämpfe der Independent-Filmbranche. Letztlich haben sie die Förderung aus Leipzig bekommen. Vor zwei Monaten ging das Webinar-Angebot online. Finanziert wird Kolleg Film als GbR nicht von staatlicher Förderung, wie die Konkurrenz von filmseminare.de in Brandenburg und München. Die VHS Leipzig ist als Partner im Gespräch.

Mittlerweile kann Kolleg Film mit einem „bunten Blumenstrauß an Dozenten“ viele Interessen bedienen. Treue langjährige Weggefährtin ist Katti Jisuk Seo: Die Deutsch-Koreanerin studierte Geschichte und Scriptwriting und wurde Fachfrau für Story Consulting & Scriptwriting. Übersetzt: „professionelle Geschichtenerzählerin“. Film-Enthusiasten, denen zur Projektidee ein zündender dramaturgischer Kniff fehlt, bietet sie via Kolleg Film Inspiration und Geburtshilfe, beispielsweise mit dem Pool „Drehbuch und Dramaturgie“: Filmschaffende können gezielt wählen zwischen Storytelling, Spannungsbogen und Stoffentwicklung. Katti Seo greift erzählerische Tricks aus erfolgreichen Kinofilmen oder Fernsehserien auf (Der Hobbit, Breaking Bad).

Die Innovation findet an der Grenze von Mainstream und Independent statt, damit das Projekt in der Realisierung später einerseits herausstechen und andererseits auch kommerziell seinen Erfolg einfahren kann – der Spagat zwischen Plausibilität und Überraschung. Das Handwerkszeug der Webinar-Dozenten ist solide, umfassend und erfolgversprechend. Angebote sind einzeln oder im Paket buchbar, Individual-Webinare erfordern einen etwas besser gefüllten Geldbeutel. Voraussetzung für alle: funktionierendes Internet. Hauptzielgruppe von Kolleg Film sind fortgeschrittene Film- und Fernsehschaffende. Für unabhängige Filmkünstler ist das Filmwebinar womöglich interessant, um jene erzählerischen Regeln zunächst zu lernen, die sie im Anschluss brechen wollen.

Anna-Sophie Naumann,
lebt in Leipzig und arbeitet als freie Redakteurin. Sie ist fast absolvierte Master-Studentin (Information & Communication Science), mit einer großen Affinität zur Verbindung von Film und Historie. Schreibt viel und gerne. Liebt die kontroverse Kunstszene Dresdens.

 

Der Artikel »Filmprofis to go« ist von Anna-Sophie Naumann und im Auslöser 4/ 2015 erschienen.

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»Ich habe nicht die Aufgabe zu missionieren!«

Posted on 17 Februar 2016 by b.s.m.

Mit seinem ersten „Tatort“ bezieht sich der Leipziger Regisseur Thomas Stuber auf den realen Fall von Oury Jalloh. Der Asylbewerber aus Sierra Leone verbrannte 2005 in Dessau im Polizeigewahrsam. Die genauen Umstände wurden nie geklärt. In „Verbrannt“ fiktionalisiert Thomas Stuber, Gewinner des Studenten-Oscars für „Von Hunden und Pferden”, die Vorkommnisse.

Durften Sie sich das Thema für Ihren ersten Tatort aussuchen?
NDR-Fernsehspielchef Christian Granderath und ich haben gemeinsam überlegt, was der richtige Tatort wäre. Granderath hatte ein Jahr davor mit Autor Stefan Kolditz über ein Projekt zum Fall Jalloh gesprochen. Auf dieses Thema bin ich schnell angesprungen.

Warum?
Ich kannte den Hintergrund zum Fall Oury Jalloh. Das ist ein sehr brisantes und relevantes Thema. Ich wollte nicht irgendeinen „Wo waren Sie gestern Abend?“-Kram machen und das war natürlich eine tolle Chance.

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Eine Szene des Tatorts hinterfragt, wie man respektvoll mit Flüchtlingen umgeht. Kommissarin Lorenz (Petra Schmidt-Schaller) kauft einer schwarzen Frau eine Flasche Wein, weil sie die auf ihre Lebensmittelbezugsscheine nicht bekommt. Die Frau weist das Almosen entrüstet von sich.
Die Szene war von Anfang an in Stefan Kolditz’ Drehbuch. Wegen Überlänge ging es oft darum, ob man die nicht rausnehmen soll. Ich wollte die immer behalten. Ich weiß nicht, ob man das Respekt nennt. Aber die Szene zeigt in wunderbaren Nuancen, wie schwierig es ist, sich richtig zu verhalten. Und wie sehr Respekt und Gutmenschentum zwei völlig unterschiedliche Sachen sind. Man muss die Leute als normale Menschen behandeln und nicht als besonders und damit andersartig. Da kommt Respekt her. Gutmenschentum ist letzten Endes wieder eine Form von Rassismus.

Kann man mit einem Tatort mehr Menschen erreichen und vielleicht auch welche der sogenannten „besorgten Bürger“?
Das weiß ich nicht. Ich muss es mit einem Tatort, erst recht nicht bei einem gesellschaftlich relevanten Thema, nicht allen recht machen. Weder der Polizei, die sich natürlich aufgeregt hat, noch den besorgten Bürgern. Wir haben häufig gehört: „Ach, muss das jetzt sein.“ Was natürlich lächerlich ist, als ob das Thema zu viel behandelt wird. Es ist das Thema gerade. Natürlich ist der Tatort der Deutschen liebstes Fernsehunterhaltungskind, und allein, wenn die Leute genervt sind, allein das ist mir recht. Ja, dann kann man die erreichen, auch, wenn man denen etwas zeigt, was sie nicht sehen wollen. Ich glaube nicht, dass ich es allen besorgten Bürgern recht gemacht habe, schon gar nicht, dass ich sie umgekrempelt habe. Das ist auch gar nicht Aufgabe des Tatorts. Aber es soll ruhig jeder mitkriegen, das ist natürlich der Vorteil von dem Format.

Kann ein Tatort Meinungen verändern?
Das weiß ich nicht, das ist auch nicht meine Aufgabe. Das war genauso Thema bei Podiumsdiskussionen, die wir in Berlin und Dessau mit dem Film gemacht haben. Ich habe immer gesagt, ich mache nur den ersten Schritt, ich mache ja nur einen Spielfilm. Ich habe nicht die Aufgabe zu missionieren. Das würde ich nicht wollen, und das sollte ich auch nicht. Da kommt nur ein schlechter Film raus. Nur weil ich versuche, nicht zu missionieren, ist, glaube ich, ein ganz guter Tatort entstanden. Wenn sich daraus wie hier eine Diskussion entwickelt, dann ist das gut. Aber dann löst sich Diskussion natürlicherweise von meinem Spielfilm und hat damit nichts mehr zu tun. Aber ein Spielfilm ist dazu da, Fragen zu stellen, aufzurütteln, vielleicht ans Herz zu gehen. Er kann die Initialzündung für die Aufmerksamkeit auf ein Thema geben.

Muss man als Regisseur politisch sein?
Nein.

Wollen Sie als Regisseur politisch sein?
Das ist der große Widerspruch von: Kunst ist nicht politisch. Oder: Jede Kunst ist politisch. Ich sage es mal so, ich habe eine klare Haltung zu vielen Dingen. Und auch hier habe ich eine ganz klare Haltung, da muss ich wiederum aufpassen, dass ich mit dieser Haltung nicht missioniere, sondern lieber irritiere oder verstöre. Dann ist das gut, dann ist das genug der Aufgabe der Kunst. Grundsätzlich glaube ich aber, ja, jede Kunst ist politisch.

Der Dienststellenleiter der Polizei wird im Film mehrfach programmatisch: „Hohe Arbeitslosigkeit.
Na, jetzt kommt noch das Asylbewerberheim dazu. Fremde Kulturen, Drogen und so weiter.“ Gibt man damit Ressentiments eine Plattform?
Ich denke da erstmal nur an die Figur und natürlich an die Spannung, dass man über so einen Satz drüber rutscht und erst danach nachdenkt: Moment, was hat er gesagt? Und das ist doch dasselbe wie zu kapieren, was eigentlich um uns herum passiert. Wie kann ich eine Nuance erzählen, um zu zeigen, wie sehr diese Rassismen in die bürgerliche Mitte reinrutschen und für normal gehalten werden. Ich glaube, die Gefahr ist nicht, dass Neonazis in Springerstiefeln Angst und Schrecken verbreiten, wie vielleicht Anfang der 90er. Das hat sich gewandelt, das ist in die bürgerliche Mitte gerutscht. Und der große Kampf ist jetzt, diese Mitte muss entscheiden, kippt sie auf die eine Seite oder auf die andere Seite. Bei der Zahl der Gegendemonstranten habe ich immer noch Hoffnung. Als Regisseur war der Tatort die Chance, die ich dafür ergriffen habe. Und wenn das im Fernsehen geht, dann ist das ein Geschenk und ein großes Wunder.

Thomas Stuber kehrte nach seinem Studiuman der Filmakademie Baden-Württemberg in seine Heimatstadt Leipzig zurück. Für „Von Hunden und Pferden“ gewann er den Deutschen Kurzfilmpreis und den Studenten-Oscar in Silber. Sein erster langer Kinofilm „Herbert“ kommt im März 2016 ins Kino.

 

Das Interview »Ich habe nicht die Aufgabe zu missionieren!“« hat Gisela Wehrl geführt und im Auslöser 4/ 2015 erschienen.

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Gemeinsam etwas bewegen – Superheldinnen des Alltags

Posted on 03 Februar 2016 by b.s.m.

„Die Superheldin, die in uns steckt, die uns inspiriert, die wir neu erfinden“ wollen vier Frauen des Vereins Kulturkosmos wecken. Continue Reading

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Doppelte Integration

Posted on 20 Januar 2016 by b.s.m.

„Jemand, der nichts zu essen hat, ist ein Wirtschaftsflüchtling. Wir brauchen halt alle etwas zu essen und wir wollen alle nicht frieren“, Continue Reading

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Portrait: Anke Späth

Posted on 14 Januar 2016 by b.s.m.

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Anke Späth bei der Arbeit am „lustigen König“, Foto: Sylvio Hoffmann

„Tote Insekten riechen unerträglich. Noch schlimmer wurde es, als wir tagelang mit nur einem Fisch gearbeitet und ihn dann auch noch mit Benzin verbrannt haben. Das Budget war zu klein um mehrere Fische zu kaufen.“ Jörg Weidner durchforstet tagelang das Internet, Flohmärkte und den Park nach toten Käfern und anderen Fundstücken, während Anke Späth schon mal schaut, wie man diese am besten zerlegt, seziert und präpariert. Statt Fernsehen gibt’s einen großen Glastisch und auf diesem werden dann die Tiere wieder zum Leben erweckt. „Nur die Herstellung des Schimmels war da geruchloser. Den Schimmel für die Eingangsszene des Films haben wir in einem Aquarium mit Staubsaugerfiltern herausgezüchtet.“

Handwerkern ohne kreative Einschränkungen

So berichten uns Anke Späth und Jörg Weidner zur DOK Leipzig von der Entstehung ihres Kurzfilms „Der lustige König“, der in diesem Jahr im Internationalen Wettbewerb Kurzfilm lief. Die Idee des liebevollen, surrealen Stop-Motion- Found-Material-Puppenfilms fußt auf den Galgenliedern von Christian Morgenstern, reichlich europäischen Märchen und dem lustigen König der Gebrüder Grimm. Ästhetisch beziehen sie ihre Inspiration aus ihrer damaligen Ateliergemeinschaft SKAM in Hamburg, wo Schimmel und Morbidität den Alltag prägten. Anke Späth und Jörg Weidner lernen sich 2004 an der HfbK Hamburg in der Trickfilmklasse von Udo Engel kennen.

Ein Käfer kann genauso stinken wie ein Fisch, der 3 Tage in einem warmen Studio zugebracht hat

„Dionysos“ (2007) von Anke Späth und Jörg Weidner, Foto:

„Dionysos“ (2007) von Anke Späth und Jörg Weidner, Foto: Sylvio Hoffmann

Udo Engel war begeisterter Trickfilmer und freut sich sehr über das Engagement der beiden jungen Studenten. Jörg Weidner arbeitet gerade an „Das Wurstpferd“ und Anke Späth baut ihm dafür „Eule“. So beginnt die Zusammenarbeit. Ihr erstes gemeinsames Werk ist dann 2007 „Dionysos“. Noch in Hamburg starten sie Ende 2008 die Projektentwicklung für „Der lustige König“. Nach der Räumung der Ateliergemeinschaft in Hamburg und der Arbeit in anderen Ateliers zieht Jörg Weidner nach Leipzig. Anke Späth zieht 2014 nach.

Die Projektförderung wurde inzwischen von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen bewilligt und gemeinsam können sie nun mit der Arbeit an „Der lustige König“ beginnen. Bis zum nächsten Projekt möchte Anke Späth gerne als Orthopädietechnikerin arbeiten. Sie sieht in diesen beiden Arbeitsfeldern sehr viele Parallelen: Die handwerkliche Arbeit am Detail mit außergewöhnlichen und gewöhnlichen Materialien, das Erschaffen von Einzelstücken und das Studium von Bewegungen und Bewegungsabläufen …

Wir freuen uns sehr, Anke Spät seit diesem Jahr als Mitglied im Filmverband Sachsen begrüße zu dürfen.

Der Text »Handwerkern ohne kreative Einschränkungen« ist von Claudia Reh und im AUSLÖSER 4/ 2015 erschienen.

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Portrait: Bony Stoev

Posted on 05 Oktober 2015 by b.s.m.

Bony Stoev – ein junger, enthusiastischer, aufstrebender Sounddesigner, Foto: Mesut ahin, Jeremias Erbe

Bony Stoev – ein junger, enthusiastischer, aufstrebender Sounddesigner, Fotos: Mesut Sahin, Jeremias Erbe

Bony Stoev wurde 1991 in Bulgarien geboren. 10 Jahre später kehrte er mit seiner Mutter nach Deutschland zurück und lebte in der Nähe von Dresden.
Nach der Schule zog es ihn nach Berlin für eine Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton. In seiner Freizeit begann er als Freelancer für verschiedene Projekte zu arbeiten. Seit diesem Jahr ist er Mitglied im Filmverband Sachsen. Seit 2012 ist er als Autor bei Delamar tätig und rezensiert die neuesten technischen Entwicklungen im Tonbereich. Delamar ist eines der wichtigsten Fachmagazine für Musiker und Kreative. Regelmäßig erscheinen Testberichte und Tutorials rund um das Thema Ton im Video. Und zusammen mit dem bekannten Blogger und Podcaster Matthias Fromm begrüßt er regelmäßig spannende Gäste aus den unterschiedlichsten Tonbereichen auf www.phonolog.fm. Unter anderem Tobias Fleig, Mischtonmeister diverser Tatorte und Filme wie „Nachtzug nach Lissabon“, und Thomas Koch, Klangkünstler aus Berlin.

Seine Arbeit bewegt sich vom Mixing über Sounddesign bis hin zu kompletten Tonproduktionen, kreativem Sound Design, Mischungen für TV und Web sowie der Aufbereitung und Restauration von Audiomaterial. Großartige Referenzen gehen zum Beispiel aus Kooperationen mit Sascha Quade, Peter Wedel, aber auch Sebastian Linda hervor. Für ihn hat er unter anderem bei “Travel where you live” die komplette Tongestaltung übernommen. Für Bony Stoev gibt es zwei Ebenen der Tongestaltung. „Die erste ist die handwerkliche: Durch unsere Hörerfahrung erwarten wir, dass wir zum Beispiel von Menschen, die wir im Film laufen sehen, auch die Schritte hören. Diese sollten natürlich in die akustische Umgebung der Szene eingebettet sein und nicht zu Irritationen führen. Die zweite ist die kreative Ebene. Diese dient in meinen Augen dazu, Emotionen hervorzurufen und das nötige Gänsehaut-Feeling im Zuschauer zu wecken. Wenn zum Beispiel eine Winter-Szene gezeigt wird, kann das Geräusch des Windes dazu dienen, ein Kälte-Gefühl hervorzurufen oder beim Sprung von einer Klippe in einen See erzeugen Whoosh-Klänge das nötige „Wow”-Gefühl.“ 100 Klänge pro Minute brauchte es zum Beispiel bei “Travel where you live”. Weitaus mehr sollen in diversen Projekten folgen.

Bony Stoev
Internet: http://www.www.bony-stoev.de

 

Der Text »100 Klänge pro Minute« ist von Chime Yangzom sowie Claudia Reh und im AUSLÖSER 2/ 2015 erschienen.

 

 

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Jetzt erschienen: Auslöser 3/ 2015

Posted on 02 Oktober 2015 by b.s.m.

Der AUSLÖSER berichtet als sächsisches Medienfachblatt über das Geschehen in der Film-, Video- und TV-Landschaft des Freistaates Sachsen. Continue Reading

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Portrait: Lars dos Santos Drawert

Posted on 02 Oktober 2015 by b.s.m.

Lars dos Santos Drawert, Foto: Kathleen Biermann, Simone Schnipp

Lars dos Santos Drawert, Fotos: Kathleen Biermann

Seine Filmographie ist lang, vielseitig und international, aber was ihn fasziniert ist unabhängig vom Genre und allumfassend. Seine Stärke als Kameramann ist der persönliche Blick um Nähe herzustellen: „Ein Gefühl dafür zu bekommen, was den Protagonisten oder die Figur ausmacht.“ – Das ist es, was ihn nicht aufhören lässt und immer voran treibt. Es fasziniert ihn Bilder zu finden, die den Charakter des Menschen vor der Kamera auf den Punkt bringen – erfahrbar und spürbar werden lassen.

„Der persönliche Blick sagt mehr als Worte”

Seine Erfahrungen und sein Wissen gibt er zunehmend auch als Dozent an der Fernseh Akademie Mitteldeutschland und dem SAE-Institut in Leipzig und in Brasilien an den Nachwuchs weiter. Zu seinem Repertoire gehören der Kurzspielfilm, Dokumentationen sowie Image- und Werbefilme.

„Ein Blick – das Verhältnis von Protagonist zur Kamera. Das fasziniert mich am meisten.“

Im Animationsfilmbereich startete er vor vielen Jahren als Cutter von „Captain Bligh“. Er lief auf insgesamt 70 Festivals rund um den Globus, u.a. bei der „Berlinale“ und dem „Olympia Filmfestival“ in Griechenland. Im Dokumentarfilmbereich zeichnet sich Lars Drawert besonders durch seine „sensible Kameraführung“ im Film „Über die Schwelle“ aus (so das Urteil der Jury). Dabei handelt es sich um eine mehrfach ausgezeichnete Dokumentation, im SWR gesendet und mit dem Preis für die Beste Kamera beim Internationalen Filmfestival Henri Langlois Poitiers 2007 in Frankreich ausgezeichnet. Ebenfalls zahlreich rund um den Erdball ausgestrahlt und z. B. in Bangkok und Moldawien auf Festivals gelaufen ist der Dokumentarfilm „Die Gesichter des Kaffees“. Entstanden in Koproduktion mit dem SWR, begleitet er drei Familien, die durch das zweitwichtigste Handelsgut der Erde miteinander verbunden sind. Am 18.4.2015 wurde im MDR einer seiner letzten Filme ausgestrahlt. „Atropos“ ist eine Produktion der Celluloid Fabrik und gewann den 1. Preis “Goldener Reiter” beim Filmfest Dresden 2012 und den 1. Preis beim Kurzsuechtig Festival 2011. „Neben der schauspielerischen Leistung des Hauptdarstellers Heinz W. Krückeberg beeindruckte vor allem die Umsetzung. Komplett ohne Schnitt, in einem Take setzten Neumann und sein Kameramann Lars dos Santos Drawert den 20-Minüter in die Tat um.“ (Kreuzer Leipzig, April 2011)

Lars dos Santos Drawert ist seit 2014 Mitglied im Filmverband Sachsen. Als wesentlichen Aspekt seiner Arbeit als Freelancer sieht er die Vernetzung
mit anderen Filmschaffenden. Es ist ihm wichtig Foren zu schaffen, die sich auch über widersprüchliche Interessen hinweg gründen und gemeinsame Anliegen bündeln. Seine Zukunft sieht er offen. Trotz seiner regionalen Verbundenheit treibt ihn seine Arbeit immer wieder rund um den Globus. Vielleicht nach …

Lars dos Santos Drawert wird 1976 im Dresdner Umland geboren. Nach einer Lehre zum Gestaltungstechnischen Assistenten von 1996 bis 1998 in Krefeld
wird er vorerst Fernsehassistent beim Lokalfernsehen und beschäftigt sich parallel insbesondere mit Portraitfotografie und Musik und dreht erste
Beiträge und Kurzfilme als Kameramann. Von 2001 bis 2007 studiert er Kamera an der Filmakademie in Ludwigsburg. Nach Auslandsaufenthalten in Polen
und Brasilien arbeitet er als Freelancer in Leipzig und Rio. 2008 ist er am Aufbau der deutsch-brasilianischen Produktionsfirma „Jatobá Filmes“ beteiligt.

Internet: www.larsdrawert.de

 

Der Text »Dirk Lienig« ist von Claudia Reh und im AUSLÖSER 2/ 2015 erschienen.

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Portrait: Kamera Ludwig

Posted on 29 September 2015 by b.s.m.

Den Startschuss für den Aufbau einer Niederlassung in der sächsischen Metropole gab Martin Ludwig bereits 2006. Gemeinsam mit dem Licht- und Kamerabühnenverleih Maier Bros. teilte sich Ludwig Kameraverleih in den ersten Jahren Geschäftsräume in der Konsumzentrale auf der Industriestraße in Plagwitz. Das gemeinsame Konzept ging auf und beide Firmen konnten sich in der mitteldeutschen Region als zuverlässige und innovative Dienstleister im Bereich professioneller Film- und Fernsehtechnik etablieren. In diesem Jahr erfolgte der Umzug auf dem Konsumgelände in inzwischen eigene Lagerräume auf über 400qm Gesamtfläche.

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„Das Produktionsaufkommen ist spürbar gestiegen und so kamen wir nicht umhin, uns zu vergrößern. Aus Platzmangel haben wir uns innerhalb der Konsumzentrale neue Räumlichkeiten angemietet. Mit dieser Erweiterung können wir nun auch großzügige Testmöglichkeiten anbieten. Ebenso neu ist eine gesicherte Nachtschleuse für Equipmentrückgaben außerhalb der regulären Öffnungszeiten“, so Ingo Lögers, Niederlassungsleiter Ludwig Kameraverleih
Leipzig.

Die insgesamt 3 festen Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun, um das Auftragsvolumen in der bekannten und gewohnten Qualität zu bewerkstelligen.

Von Alexa XT, Alexa Plus, Red Epic, Sony F55/F5 und Canon C300/500 bis hin zu GoPro Kameras, bietet Ludwig Kameraverleih natürlich auch ein umfangreiches Spektrum gängiger 35mm PL Optiken – Festbrennweiten und Zooms – sowie EF Fotooptiken und eine breite Zubehörpalette, ausgerichtet nach den aktuellen technologischen Entwicklungen und Bedürfnissen professioneller Filmschaffender. „Bilder bewegen“ ist der Claim, dem sich die Firma Ludwig verpflichtet hat, und dafür schon bald die neue Phantom Flex 4K für Super Slow Motion Aufnahmen im
Programm haben wird.

„Für Konzertaufzeichnungen oder Livesendungen haben wir eine sehr flexible und individuell skalierbare, mobile Regie auf der Basis Sony HDC 2500 Kamerazügen im Programm“, so Martin Ludwig, Inhaber und Geschäftsführer. „Aufgrund unserer filialübergreifenden Disposition können wir in Echtzeit die Equipmentverfügbarkeit in all unseren weiteren Standorten prüfen und buchen“, erklärt Ingo Lögers, „und selbstverständlich können Abholungen sowie Rückgaben beliebig an allen Ludwig-Standorten ohne Weiteres erfolgen, nur wissen müssen wir’s vorab“.

Der Stammsitz von Ludwig Kameraverleih befindet sich in München. Neben der Niederlassung in Leipzig, gibt es weitere Niederlassungen in Köln, Berlin und Hamburg. Seit einigen Monaten wird eifrig an einem Konzept in Weimar gearbeitet. Angebunden an das ca. 220qm große Greenscreenstudio der dort ansässigen Nivre Film & Studio GmbH, wird auch hier in enger Kooperation mit Maier Bros, ähnlich dem Leipziger Modell, ein weiterer Standort aufgebaut. „Wir fühlen uns der Region sehr verbunden und freuen uns darüber, als verlässlicher Partner für die Film- und Fernsehlandschaft vor Ort zu sein“.

Ludwig Kameraverleih GmbH
Filiale Leipzig
Industriestraße 85, 04229 Leipzig
Tel. +49 (0)341-33 75 60 0
Fax +49 (0)341-33 75 60 29
leipzig@rental.de
www.ludwig-kamera.de

 

Der Text »Bilder bewegen« ist von Jana Endruschat und im AUSLÖSER 4/ 2013 erschienen.

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Workshop Bildgespräche vom 27. bis 29.11.2015

Posted on 21 September 2015 by christian_zimmermann

IMG_4718Die Interessengemeinschaft aus Filmschaffenden, die Filmachse (AT) sowie der Filmverband Sachsen e.V. haben Continue Reading

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