Tag Archive | "MDR"

Tags: ,

MDR-Rundfunkrat – Dr. Friedrich Kühn im Interview

Posted on 14 Dezember 2016 by christian_zimmermann

Dr. Friedrich Kühn berichtet von seinem ersten Jahr als Mitglied im Rundfunkrat Continue Reading

Kommentare deaktiviert für MDR-Rundfunkrat – Dr. Friedrich Kühn im Interview

Tags: , , , , , , ,

Vergesst das Fernsehen?

Posted on 30 März 2016 by b.s.m.

Das klassische TV-Sendermodell sei hinfällig, man brauche neue Finanzierungs- und Vertriebswege. So dieneue Dok-Leipzig-Chefin Leena Pasanen im Interview mit SpOn (26.10.2015).

Warum TV-Sender zu kritisieren noch nicht „rückwärtsgewandt“ ist

„Seitdem ich in Deutschland bin, werde ich immer wieder dazu aufgefordert, das deutsche Fernsehen für seine Förderpolitik zu kritisieren. Ich bin in Finnland bewusst aus dem Fernsehgeschäft ausgestiegen, weil ich nicht mehr an das klassische Sendermodell glaube. … Wir erleben gerade das, was die Musikbranche vor Jahren schon durchgemacht hat: Die Leute legen nicht mehr Wert auf die Verpackung eines Produkts – ob sie Musik als CD oder Schallplatte präsentiert bekommen, ist für sie nicht entscheidend. Genauso geht es Filminteressierten, denen ist es egal, auf welchem Weg sie an einen Film kommen.“ Doch wie viele Musiker können von der „Internet- Verwertung bzw. Selbstvermarktung“ leben? Welche Umsätze werden da generiert? Es hört sich viel an, wenn der Streaming-Anbieter Spotify mitteilt, dass er insgesamt rund 500 Mio. Euro an die Rechteinhaber gezahlt habe. Liegen darin nicht die Perspektiven, wenn zudem im Jahr 2014 die Streaming-Einnahmen die von CD-Verkäufen zum ersten Mal übersteigen? (Tonspion). Für Geoff Barrow von Portishead stellt sich dies anders dar. Er legte Ende April 2015 offen, wie viel er im Jahr zuvor über Streamingangebote verdient hat.

Wie rückwärtsgewandt ist die Kritik am Fernsehen? Foto: John Donges

Wie rückwärtsgewandt ist die Kritik am Fernsehen? Foto: John Donges

34 Millionen Streams spülten 2.300 Euro in seine Kasse. Portishead verdienten also pro Stream eines Songs gerademal 0,007 Cents. Anscheinend verdienen hier vor allem die Streaminganbieter sowie die Majors. Und so kritisiert Geoff Barrow die Universal Music Group auch dafür, dass sie seine Musik so günstig unter das Volk bringt. Ein Großteil der Bands hat deshalb die Schlussfolgerung gezogen, mehr Konzerte zu geben.Doch sollen die Dokfilmer, so wie eben die Musiker Konzerte geben, nun sich selbst vermarkten und mit ihren Filmen von Kino zu Kino ziehen? „Bis vor einiger Zeit war es vor allem im Fernsehen für den Erfolg eines Films entscheidend, was davor und danach programmiert war. Solche Überlegungen sind aber mittlerweile hinfällig: Die Leute konsumieren Filme und Fernsehen, wann und auf welcher Plattform es ihnen am besten passt. Meine 82-jährige Mutter schaut sich alles auf ihrem Laptop an. Das ist die Realität, der
wir uns stellen müssen.“ Doch stimmt das so? Kann man von einer großen Zahl einzelner Fälle auf die Allgemeinheit schließen? Auch heute noch ist im Fernsehen entscheidend, was vor oder nach einem Film läuft. Davon hängt die Zuschauerzahl ab. Zudem besteht fast immer eine Zusammenhang zwischen der Zuschaueranzahl im Live-TV sowie dem folgenden Zugriffszahlen in der Mediathek.

Es ist auch ein Irrglaube, dass die Menschen mehr im Netz per Livestream oder Abruf als im Fernsehen Filme sehen. Sicher, die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer nimmt zu, auch verweilen sie länger im Netz. Doch wenn ein Tatort eine Millionen Abrufe hat, ist das viel, die Fernsehreichweite liegt oftmals weit über 10 Millionen. Selbst Premiummarken erreichen im Netz also oftmals nicht mehr als 10 Prozent des Publikums. Wie das kommt? Das Internet wird eben nicht so umfangreich wie behauptet zum Fernsehkonsum genutzt.

Die Bevölkerung ab 14 Jahren aufwärts nutzt im Schnitt am Tag das Fernsehen 208 Minuten lang und das Internet 107 Minuten (Daten: Bernhard Engel und Christian Breunig, ARD/ ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2015, Media perspektiven, 7-8/2015, S. 310 ff., online). Die tägliche Nutzung des „medialen Internets“, also von Medienangeboten (Zeitungen, Radio, Fernsehen, Video, Audio, Blogs) liegt bei 26 Minuten. Im Schnitt nutzt jeder das Netz täglich drei Minuten für Fernsehen und drei Minuten für Videos, die nicht im Fernsehen laufen. Und wie sieht das für die 14 bis 29jährigen aus? Stellt es sich für sie wesentlich anders dar? Sie nutzen im Schnitt am Tag das Fernsehen 144 Minuten lang, also 64 Minuten weniger, und das Internet 187 Minuten, also 80 Minuten mehr als der Durchschnitt. Die Nutzung des „medialen Internets“ liegt bei ihnen mit 48 Minuten also nicht einmal doppelt so hoch wie im Schnitt der Gesamtbevölkerung.

Gerade einmal 14 Minuten täglich nutzen sie mediale Bewegtbildinhalte. 6 Minuten verbringen sie mit Fernsehen und 8 Minuten mit Videos, die nicht im Fernsehen laufen. Es ist also bislang nur eine Minderheit – freilich eine junge und online-affine – die nur noch auf dem Laptop oder Mobilgeräten schaut. Von dieser auf „alle“ zu schließen, ist schlicht unangebracht. So unangebracht, wie sich vorschnell vom Fernsehen als Finanzierungs- und Verbreitungssystem für Filme – auch Dokumentarfilme – zu verabschieden

„Fernsehsender zu kritisieren, halte ich deshalb für rückwärtsgewandt. Stattdessen müssen wir sehen, was es für neue, nachhaltige Modelle der Finanzierung und des Vertriebs geben kann.“ Wer das Fernsehen, so wie Leena Pasanen, nicht kritisiert, der hat es aufgegeben. Konsequenterweise müsste sie dann auch fordern, den Rundfunkbeitrag abzuschaffen. Doch davon einmal abgesehen: Welche Modelle sollen das sein? Welche Summen fließen über die Sender und die Filmfördereinrichtungen in Filme und müssten dann über das „Netz“ bzw. andere Wege generiert werden?

ARD und ZDF haben jährlich ca. 8,7 Mrd. Euro zur Verfügung. Für dieses Geld sollen sie Programm machen. Dafür haben die für den Rundfunk in Deutschland zuständigen Parlamente der Bundesländer ihnen und auch den Privatsendern in Paragraf 6 des Rundfunkstaatsvertrages als Prämissen vorgegeben:

  • dass die Fernsehveranstalter zur Sicherung von deutschen und europäischen Film- und Fernsehproduktionen als Kulturgut sowie als Teil des audiovisuellen Erbes beitragen sollen,
  • die Vielfalt im deutschsprachigen und europäischen Raum darstellen und zur Förderung von europäischen Film- und Fernsehproduktionen den Hauptteil ihrer insgesamt für Spielfilme, Fernsehspiele, Serien, Dokumentarsendungen und vergleichbare Produktionen vorgesehenen Sendezeit europäischen Werken entsprechend dem europäischen Recht vorbehalten sollen,
  • einen wesentlichen Anteil an Eigenproduktionen sowie Auftrags- und Gemeinschaftsproduktionen aus dem deutschsprachigen und europäischen Raum enthalten sollen.

Dies ist die Grundlage, auf der die Sender Programm machen dürfen. Warum soll man nicht einfordern, dass sie sich daran auch halten? Leena Pasanen meint, dass es Filminteressierten egal ist, „auf welchem Weg sie an einen Film kommen. Hauptsache, er ist dann verfügbar, wenn es ihnen passt.“ Das mag im Einzelfall stimmen. Im Einzelfall kann es für Produzenten und Dokfilmer auch sinnvoll sein, sich vom Fernsehen zu verabschieden. Einigen kann es dadurch besser gehen. Doch der Mehrheit? Was bedeutet dies für die gesamte Branche? Welche Mittel kann man so generieren? Wie viele Menschen werden Filme vor allem im Netz sehen und dafür noch jeweils bezahlen?

Und – was sind sie zu bezahlen bereit? Welche Perspektive hat also die (Dok)-Filmbranche, wenn sie das Fernsehen „vergisst“? Auf viele Fragen ist die Antwort offen. Dok-Leipzig sollte sich dieser Fragen annehmen – am besten im Rahmen des Festivals 2016.

 

Heiko Hilker lebt in Dresden und arbeitet als Geschäftsführer
des Dresdner Instituts für Medien, Bildung und Beratung. Er ist Mitglied im MDR-Rundfunkrat.

 

Der Artikel »Vergesst das Fernsehen?« ist von Heiko Hilker und im Auslöser 4/ 2015 erschienen.

 

 

Kommentare deaktiviert für Vergesst das Fernsehen?

Tags: , , , , , , , , ,

Doppelte Integration

Posted on 20 Januar 2016 by b.s.m.

„Jemand, der nichts zu essen hat, ist ein Wirtschaftsflüchtling. Wir brauchen halt alle etwas zu essen und wir wollen alle nicht frieren“, Continue Reading

Kommentare deaktiviert für Doppelte Integration

Tags: , , , , , , ,

Jetzt: Auslöser 4/ 2015

Posted on 08 Dezember 2015 by b.s.m.

Der AUSLÖSER berichtet als sächsisches Medienfachblatt über das Geschehen in der Film-, Video- und TV-Landschaft des Freistaates Sachsen.
Continue Reading

Kommentare deaktiviert für Jetzt: Auslöser 4/ 2015

Tags: , , , , , ,

Portrait: Lars dos Santos Drawert

Posted on 02 Oktober 2015 by b.s.m.

Lars dos Santos Drawert, Foto: Kathleen Biermann, Simone Schnipp

Lars dos Santos Drawert, Fotos: Kathleen Biermann

Seine Filmographie ist lang, vielseitig und international, aber was ihn fasziniert ist unabhängig vom Genre und allumfassend. Seine Stärke als Kameramann ist der persönliche Blick um Nähe herzustellen: „Ein Gefühl dafür zu bekommen, was den Protagonisten oder die Figur ausmacht.“ – Das ist es, was ihn nicht aufhören lässt und immer voran treibt. Es fasziniert ihn Bilder zu finden, die den Charakter des Menschen vor der Kamera auf den Punkt bringen – erfahrbar und spürbar werden lassen.

„Der persönliche Blick sagt mehr als Worte”

Seine Erfahrungen und sein Wissen gibt er zunehmend auch als Dozent an der Fernseh Akademie Mitteldeutschland und dem SAE-Institut in Leipzig und in Brasilien an den Nachwuchs weiter. Zu seinem Repertoire gehören der Kurzspielfilm, Dokumentationen sowie Image- und Werbefilme.

„Ein Blick – das Verhältnis von Protagonist zur Kamera. Das fasziniert mich am meisten.“

Im Animationsfilmbereich startete er vor vielen Jahren als Cutter von „Captain Bligh“. Er lief auf insgesamt 70 Festivals rund um den Globus, u.a. bei der „Berlinale“ und dem „Olympia Filmfestival“ in Griechenland. Im Dokumentarfilmbereich zeichnet sich Lars Drawert besonders durch seine „sensible Kameraführung“ im Film „Über die Schwelle“ aus (so das Urteil der Jury). Dabei handelt es sich um eine mehrfach ausgezeichnete Dokumentation, im SWR gesendet und mit dem Preis für die Beste Kamera beim Internationalen Filmfestival Henri Langlois Poitiers 2007 in Frankreich ausgezeichnet. Ebenfalls zahlreich rund um den Erdball ausgestrahlt und z. B. in Bangkok und Moldawien auf Festivals gelaufen ist der Dokumentarfilm „Die Gesichter des Kaffees“. Entstanden in Koproduktion mit dem SWR, begleitet er drei Familien, die durch das zweitwichtigste Handelsgut der Erde miteinander verbunden sind. Am 18.4.2015 wurde im MDR einer seiner letzten Filme ausgestrahlt. „Atropos“ ist eine Produktion der Celluloid Fabrik und gewann den 1. Preis “Goldener Reiter” beim Filmfest Dresden 2012 und den 1. Preis beim Kurzsuechtig Festival 2011. „Neben der schauspielerischen Leistung des Hauptdarstellers Heinz W. Krückeberg beeindruckte vor allem die Umsetzung. Komplett ohne Schnitt, in einem Take setzten Neumann und sein Kameramann Lars dos Santos Drawert den 20-Minüter in die Tat um.“ (Kreuzer Leipzig, April 2011)

Lars dos Santos Drawert ist seit 2014 Mitglied im Filmverband Sachsen. Als wesentlichen Aspekt seiner Arbeit als Freelancer sieht er die Vernetzung
mit anderen Filmschaffenden. Es ist ihm wichtig Foren zu schaffen, die sich auch über widersprüchliche Interessen hinweg gründen und gemeinsame Anliegen bündeln. Seine Zukunft sieht er offen. Trotz seiner regionalen Verbundenheit treibt ihn seine Arbeit immer wieder rund um den Globus. Vielleicht nach …

Lars dos Santos Drawert wird 1976 im Dresdner Umland geboren. Nach einer Lehre zum Gestaltungstechnischen Assistenten von 1996 bis 1998 in Krefeld
wird er vorerst Fernsehassistent beim Lokalfernsehen und beschäftigt sich parallel insbesondere mit Portraitfotografie und Musik und dreht erste
Beiträge und Kurzfilme als Kameramann. Von 2001 bis 2007 studiert er Kamera an der Filmakademie in Ludwigsburg. Nach Auslandsaufenthalten in Polen
und Brasilien arbeitet er als Freelancer in Leipzig und Rio. 2008 ist er am Aufbau der deutsch-brasilianischen Produktionsfirma „Jatobá Filmes“ beteiligt.

Internet: www.larsdrawert.de

 

Der Text »Dirk Lienig« ist von Claudia Reh und im AUSLÖSER 2/ 2015 erschienen.

Kommentare deaktiviert für Portrait: Lars dos Santos Drawert

Tags: , , , , , , , , ,

Bundesweiter Kurzfilmtag » 21. Dezember

Posted on 15 Dezember 2014 by b.s.m.

Wann ist der Kurzfilmtag? Am kürzesten Tag im Jahr, der ist bekanntlich am 21. Dezember. Der Kurzfilmtag wird in diesem Jahr zum dritten Mal gefeiert. Bundesweit sind über 180 Veranstaltungen geplant – unter anderem in Lichtspielhäusern (Kinos), Theatern, Museen, Galerien, Clubs und im öffentlichem Raum, eine Film-Übersicht gibt es hier. Mittlerweile sind es über 28 Kurzfilm-Veranstaltungen alleine in Dresden!

Bundesweiter Kurzfilmtag - 21. Dezember 2014

Bundesweiter Kurzfilmtag – 21. Dezember 2014

MDR-Kurzfilmnacht zum kürzesten Tag des Jahres, 22. Dezember, 0:05 Uhr 

Der MDR präsentiert in dieser Nacht »eine Auswahl des regionalen Kurzfilmschaffens«, los geht´s mit:

22.12.2014, 0:10 Uhr
DAS MÄDCHEN MIT DER VIOLINE
Regie: Sebastian Blech, 2013 16:32 min.

22.12.2014, 0:25 Uhr
DAS PAKET
Regie: Marco Gadge, 2009, 9:10 min

22.12.2014, 0:35 Uhr
OUTSCOURCING
Regie: Markus Dietrich, 2007, 5:21 min

22.12.2014, 0:40 Uhr
DÄUMELINCHEN
Regie: Theresa Braun, 2013, 13 min

22.12.2014, 0:55 Uhr
DAS OPFER
Regie: Jens Dörre, 2011, 13:22 min

Informationen und mehr zu den Filmen unter: www.mdr.de/tv/kurzfilmnacht_nachschauen100.html

 

Über den KURZFILMTAG

Als Vorbild für den deutschen KURZFILMTAG dient die französische Initiative „Le Jour Le Plus Court“, die ihre Premiere 2011 in Frankreich feierte. Der bundesweite KURZFILMTAG findet seit 2012 unter der Koordination der AG Kurzfilm statt. Der KURZFILMTAG wird auch in Dänemark, Finnland, Irland, Italien, Kanada, Kroatien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, Serbien, Spanien, Tschechien sowie Zypern gefeiert. Der dritte deutsche KURZFILMTAG wird unterstützt von der Filmförderungsanstalt, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Sächsischen Staatskanzlei, der AG Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater, dem Hauptverband Deutscher Filmtheater (HDF), dem Bundesverband kommunale Filmarbeit, der Europäischen Filmakademie und First Steps. Medienpartner sind ARTE, EinsPlus, 13th Street und filmecho/filmwoche.

 

Alles zum 3. Bundesweiten Kurzfilmtag unter: www.kurzfilmzag.com

 

 

 

Kommentare deaktiviert für Bundesweiter Kurzfilmtag » 21. Dezember

Tags: , , ,

MDR-Produzentenbericht 2013 – Filmverband Sachsen kritisiert weiter schwindende Bindung an die Region

Posted on 12 Dezember 2014 by b.s.m.

Als richtige und wichtige Entwicklung begrüßt der Filmverband Sachsen e.V. (FVS), dass der Mitteldeutsche Rundfunk im Jahr 2013 gut 3,5 Millionen Euro mehr für Auftrags- und Koproduktionen mit Film-Produktionsunternehmen ausgegeben hat als im Jahr zuvor. Continue Reading

Kommentare deaktiviert für MDR-Produzentenbericht 2013 – Filmverband Sachsen kritisiert weiter schwindende Bindung an die Region

Tags: , , , , , , , , , ,

Drei-Punkte-Plan für das Medienland Sachsen vereinbart

Posted on 13 Juni 2014 by b.s.m.

Um die Finanzierung von Filmvorhaben im Freistaat Sachsen zu verbessern, haben sich die Verantwortlichen der Film- & Medienbrachen Sachsens mit Vertretern der Finanzwirtschaft getroffen und eine gemeinsame »Drei-Punkte-Erklärung« vereinbart. Continue Reading

Kommentare deaktiviert für Drei-Punkte-Plan für das Medienland Sachsen vereinbart

Tags: , , , , , ,

Der MDR unter den „Nimmersatten“?

Posted on 18 Februar 2013 by b.s.m.

Der MDR plant im Jahr 2013 657 Mio. EUR an Einnahmen. Er hat 2015 feste sowie über 1400 fest-freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese werden nach Tarif bezahlt. Intendantin und Direktoren sind besser bezahlt als Ministerpräsidenten und Ministerinnen. Der MDR veranstaltet Feste der Volksmusik und produziert einen zusätzlichen Tatort. Er verfügt über eine große Zahl an Tochterfirmen, die Gewinne erwirtschaften. Doch lebt der MDR auf einer Insel der „Nimmersatten“?

Vor 12 Jahren, im Jahr 2001, lag die Rundfunkgebühr bei 16,15 EUR im Monat. Seitdem ist sie um 1,83 EUR gestiegen. Die Gesamteinnahmen aus der Rundfunkgebühr wuchsen in den 10 Jahren von 2001 bis 2011 von 6,65 Mrd. EUR auf 7,54 Mrd. EUR, also um 13%. Doch der MDR profitierte davon nicht. Verbuchte man im Jahre 2001 Einnahmen in Höhe von 682 Millionen EUR, so waren es 2011 ca. 662 Mio. EUR. 2001 kamen 565 Millionen EUR aus der Rundfunkgebühr, 2011 waren es nur noch 533 Millionen EUR.

Doch wie kann es sein, dass trotz steigender Gebührenhöhe und wachsender Gesamteinnahmen die Einnahmen des MDR sinken? Dies hat vor allem zwei Gründe: Die Bevölkerung und damit die Zahl der Gebührenzahler nimmt im MDR-Gebiet ab. Zudem nimmt jeder, der das MDR-Sendegebiet verlässt, seinen Rundfunkbeitrag mit. (Wenn 10.000 Beitragszahler nach Bayern ziehen, dann steigen die Einnahmen des Bayrischen Rundfunks um 2,15 Millionen EUR, die des MDR sinken um diesen Betrag.)

Zudem hat sich die soziale Lage im MDR-Gebiet verschlechtert. So verdoppelte sich innerhalb von 10 Jahren der Anteil derjenigen, die von der Rundfunkgebühr befreit waren. Lag die Befreiungsquote 2001 mit 6 % noch unter dem Bundesdurchschnitt, so stand sie 2011 mittlerweile bei 12,3% .

Doch nicht nur diese Effekte sorgen dafür, dass die letzten Jahre für den MDR keine reichen Jahre waren. Seit Jahren steigt der Anteil, den der MDR für die GSEA (Gemeinschaftseinrichtungen und –aufgaben der ARD) aufbringen muss – weil die Ausgaben in den GSEAs steigen. 2013 zahlt der MDR dafür 122 Mio. EUR.
Das sind 4 Mio. EUR mehr als in 2011. Das eigene Fernsehprogramm soll 149 Mio. EUR kosten, die Radioprogramme 62 Mio. Aus den GSEA werden u.a. die degeto und die Sportrechtefirma SportA finanziert, die GEZ ist dort zu finden wie auch das ARD-Hauptstadtstudio und die Spartenprogramme. Seit Jahren steigen auch die Kosten für das ERSTE, die mittlerweile bei über 1,6 Mrd. EUR liegen. Ca. 10 Prozent davon zahlt der MDR. Allerdings ist es schwer genau herauszubekommen, welche Summen in die einzelnen Programmflächen des ERSTEN investiert werden. Bekannt ist, dass im Jahre 2010 der Sport im ERSTEN mit 450 Mio. EUR (ca. 27% der Kosten des Programms), im ZWEITEN mit 350 Mio. EUR (22% der Kosten des Programms) und in den DRITTEN mit 100 Mio. EUR zu Buche schlug und dabei zwischen 6 und 8% der Sendezeit ausmachte. Ein großer Teil dieser Mittel fließt in wenige Sportarten, wie Fußball, Boxen und Biathlon. Man müsste nur die Prioritäten im Programm verschieben und könnte Dutzende Millionen EUR anders einsetzen, in der ARD wie im MDR. Auch ein Vergleich der Kosten einzelner Programmformate wäre sinnvoll.

Die Mittel, die in die Altersversorgung fließen, steigen von Jahr zu Jahr. Die Mitarbeiter von ARD und ZDF leben nun einmal überdurchschnittlich lange. In den nächsten vier Jahren müssen 1,5 Mrd. EUR dazu genutzt werden, die betrieblich zugesicherte Altersversorgung mit zu finanzieren. So kann man, tarifvertraglich abgesichert, nach 30 Jahren gut bezahlter journalistischer Tätigkeit seine – sicher nicht schlechte – Rente um bis zu 2.000 EUR aufstocken.

Und so wird klar: die Spielräume des MDR sind kleiner, die Abhängigkeiten größer, als viele denken. Die Spielräume in der ARD sind größer. Allerdings sind die kleinen und mittleren Sender in einem Knäuel von zumeist versteckten Abhängigkeiten gefangen. Gegen das Vorurteil des „Nimmersatten“ kann da nur eines helfen: Transparenz. (von Heiko Hilker)

 

 

 

Kommentare deaktiviert für Der MDR unter den „Nimmersatten“?

Tags: , , , , ,

Chance nicht genutzt – Kommentar zur Vergabe des „Thüringer Tatorts“

Posted on 04 August 2012 by christian_zimmermann

In mitten des Sommerlochs lässt der MDR die Katze aus dem Sack: der „Thüringer Tatort“ wird von FFP new media Köln / München produziert. Als echte und positive Überraschung kann die Besetzung gewertet werden.

 

Ein Kommentar

Mit Alina Levshin („Kriegerin“), Friedrich Mücke („Friendship!“) und Benjamin Kramme („Was am Ende zählt“) wird ein Team auf Verbrecherjagd gehen, welches tatsächlich als innovativ angesehen werden kann und dem Anspruch auf Verjüngung gerecht wird.

Doch der MDR wäre nicht er selbst, wenn hinter dieser Innovation nicht die gleichen Denkmuster zu Tage treten, welche den Sender bereits die letzten Jahre prägten. Denn so innovativ das Ermittlerteam sein mag, bei den verantwortlichen Produzenten ging man auf Nummer sicher und unterzeichnete den Vertrag mit FFP new media Köln / München (u.a. 77 Folgen „Rosamunde Pilcher“ für das ZDF). Es ist eine ziemliche Überraschung, dass mit Tom Bohn ein ausgewiesener Fachmann für Independentproduktionen gemeinsam mit einer der seichtesten Produktionsfirmen der Republik gemeinsame Sache macht. Wo sich an dieser Stelle die in den Vergabebedingungen geforderte „regionale Kompetenz“ versteckt, wird noch festzustellen sein.

Und damit zeigt sich erneut, dass Anspruch und Wirklichkeit bei der fünftgrößten ARD-Sendeanstalt auseinander klaffen. Denn die „Zukunft des MDR“, welche die neue Intendantin bei Ihrem Auftritt vor dem Rundfunkrat  im Oktober vorstellte, sah auch vor, dass der MDR „Als mediale Stimme des Ostens, die wirtschaftlich und politisch unabhängig ist, … auch Vermittlungsfaktor für Lebensleistungen, Veränderungswille und Gestaltungskraft der Bürger in den neuen Bundesländern sein [muss].“

Die Vergabe des Tatortes konterkariert dieses Ansinnen nun. Man fragt sich ernsthaft, ob unter den eingereichten 105 Konzepten von 86 Produktionsfirmen kein konkurrenzfähiges Konzept aus hiesigen Gefilden vorlag. Leider muss man feststellen, dass 20 Jahre Vergabepraxis des MDR dazu führen, dass offenbar keiner regionalen Produktionsfirma ausserhalb des DREFA-Verbundes zugetraut wird, eine solche Herausforderung erfolgreich zu bestehen.

Erneut und wie schon seit Jahren wird das ‚ostdeutsche Bild‘ von den alteingesessenen und etablierten Produktionsfirmen aus den klassischen Medienstandorten München, Köln oder Hamburg gezeichnet. Wie oben genannter Anspruch mit der jetzigen Vergabe erreicht werden soll, entzieht sich jeder Logik. Der MDR steht unverändert in der Pflicht, mit den im Sendegebiet erhobenen Gebühren eine größere Wertschöpfung zu gewährleisten. Eine weitere Chance bietet sich nun mit der Neuvergabe des „Polizeiruf 110“, welcher in Magdeburg spielen wird. Doch ob sich bis zur Entscheidung wesentliche Änderungen in den Köpfen der verantwortlichen Redakteure ergeben werden, ist nach der Tatort-Entscheidung leider zu bezweifeln.

cezett

Kommentare deaktiviert für Chance nicht genutzt – Kommentar zur Vergabe des „Thüringer Tatorts“

Advertise Here
Advertise Here

PARTNER SEITEN

  • 1 SMWK
  • 2 KdFS
  • 3 MDM
  • 4 SLM
  • 5 DIAF
  • 6 SLUB
  • 8 Hellerau
  • 9 filmportal
  • a crew united
  • b onlinefilm.org
  • fairTV e.V. Interessenverband für faire TV-Produktionen in Deutschland
  • Grüner Drehpass
  • IG Freie
  • Netzwerk-Kultur-Dresden