Tag Archive | "TV"

Tags: , , , , , , ,

Vergesst das Fernsehen?

Posted on 30 März 2016 by b.s.m.

Das klassische TV-Sendermodell sei hinfällig, man brauche neue Finanzierungs- und Vertriebswege. So dieneue Dok-Leipzig-Chefin Leena Pasanen im Interview mit SpOn (26.10.2015).

Warum TV-Sender zu kritisieren noch nicht „rückwärtsgewandt“ ist

„Seitdem ich in Deutschland bin, werde ich immer wieder dazu aufgefordert, das deutsche Fernsehen für seine Förderpolitik zu kritisieren. Ich bin in Finnland bewusst aus dem Fernsehgeschäft ausgestiegen, weil ich nicht mehr an das klassische Sendermodell glaube. … Wir erleben gerade das, was die Musikbranche vor Jahren schon durchgemacht hat: Die Leute legen nicht mehr Wert auf die Verpackung eines Produkts – ob sie Musik als CD oder Schallplatte präsentiert bekommen, ist für sie nicht entscheidend. Genauso geht es Filminteressierten, denen ist es egal, auf welchem Weg sie an einen Film kommen.“ Doch wie viele Musiker können von der „Internet- Verwertung bzw. Selbstvermarktung“ leben? Welche Umsätze werden da generiert? Es hört sich viel an, wenn der Streaming-Anbieter Spotify mitteilt, dass er insgesamt rund 500 Mio. Euro an die Rechteinhaber gezahlt habe. Liegen darin nicht die Perspektiven, wenn zudem im Jahr 2014 die Streaming-Einnahmen die von CD-Verkäufen zum ersten Mal übersteigen? (Tonspion). Für Geoff Barrow von Portishead stellt sich dies anders dar. Er legte Ende April 2015 offen, wie viel er im Jahr zuvor über Streamingangebote verdient hat.

Wie rückwärtsgewandt ist die Kritik am Fernsehen? Foto: John Donges

Wie rückwärtsgewandt ist die Kritik am Fernsehen? Foto: John Donges

34 Millionen Streams spülten 2.300 Euro in seine Kasse. Portishead verdienten also pro Stream eines Songs gerademal 0,007 Cents. Anscheinend verdienen hier vor allem die Streaminganbieter sowie die Majors. Und so kritisiert Geoff Barrow die Universal Music Group auch dafür, dass sie seine Musik so günstig unter das Volk bringt. Ein Großteil der Bands hat deshalb die Schlussfolgerung gezogen, mehr Konzerte zu geben.Doch sollen die Dokfilmer, so wie eben die Musiker Konzerte geben, nun sich selbst vermarkten und mit ihren Filmen von Kino zu Kino ziehen? „Bis vor einiger Zeit war es vor allem im Fernsehen für den Erfolg eines Films entscheidend, was davor und danach programmiert war. Solche Überlegungen sind aber mittlerweile hinfällig: Die Leute konsumieren Filme und Fernsehen, wann und auf welcher Plattform es ihnen am besten passt. Meine 82-jährige Mutter schaut sich alles auf ihrem Laptop an. Das ist die Realität, der
wir uns stellen müssen.“ Doch stimmt das so? Kann man von einer großen Zahl einzelner Fälle auf die Allgemeinheit schließen? Auch heute noch ist im Fernsehen entscheidend, was vor oder nach einem Film läuft. Davon hängt die Zuschauerzahl ab. Zudem besteht fast immer eine Zusammenhang zwischen der Zuschaueranzahl im Live-TV sowie dem folgenden Zugriffszahlen in der Mediathek.

Es ist auch ein Irrglaube, dass die Menschen mehr im Netz per Livestream oder Abruf als im Fernsehen Filme sehen. Sicher, die Zahl der Nutzerinnen und Nutzer nimmt zu, auch verweilen sie länger im Netz. Doch wenn ein Tatort eine Millionen Abrufe hat, ist das viel, die Fernsehreichweite liegt oftmals weit über 10 Millionen. Selbst Premiummarken erreichen im Netz also oftmals nicht mehr als 10 Prozent des Publikums. Wie das kommt? Das Internet wird eben nicht so umfangreich wie behauptet zum Fernsehkonsum genutzt.

Die Bevölkerung ab 14 Jahren aufwärts nutzt im Schnitt am Tag das Fernsehen 208 Minuten lang und das Internet 107 Minuten (Daten: Bernhard Engel und Christian Breunig, ARD/ ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation 2015, Media perspektiven, 7-8/2015, S. 310 ff., online). Die tägliche Nutzung des „medialen Internets“, also von Medienangeboten (Zeitungen, Radio, Fernsehen, Video, Audio, Blogs) liegt bei 26 Minuten. Im Schnitt nutzt jeder das Netz täglich drei Minuten für Fernsehen und drei Minuten für Videos, die nicht im Fernsehen laufen. Und wie sieht das für die 14 bis 29jährigen aus? Stellt es sich für sie wesentlich anders dar? Sie nutzen im Schnitt am Tag das Fernsehen 144 Minuten lang, also 64 Minuten weniger, und das Internet 187 Minuten, also 80 Minuten mehr als der Durchschnitt. Die Nutzung des „medialen Internets“ liegt bei ihnen mit 48 Minuten also nicht einmal doppelt so hoch wie im Schnitt der Gesamtbevölkerung.

Gerade einmal 14 Minuten täglich nutzen sie mediale Bewegtbildinhalte. 6 Minuten verbringen sie mit Fernsehen und 8 Minuten mit Videos, die nicht im Fernsehen laufen. Es ist also bislang nur eine Minderheit – freilich eine junge und online-affine – die nur noch auf dem Laptop oder Mobilgeräten schaut. Von dieser auf „alle“ zu schließen, ist schlicht unangebracht. So unangebracht, wie sich vorschnell vom Fernsehen als Finanzierungs- und Verbreitungssystem für Filme – auch Dokumentarfilme – zu verabschieden

„Fernsehsender zu kritisieren, halte ich deshalb für rückwärtsgewandt. Stattdessen müssen wir sehen, was es für neue, nachhaltige Modelle der Finanzierung und des Vertriebs geben kann.“ Wer das Fernsehen, so wie Leena Pasanen, nicht kritisiert, der hat es aufgegeben. Konsequenterweise müsste sie dann auch fordern, den Rundfunkbeitrag abzuschaffen. Doch davon einmal abgesehen: Welche Modelle sollen das sein? Welche Summen fließen über die Sender und die Filmfördereinrichtungen in Filme und müssten dann über das „Netz“ bzw. andere Wege generiert werden?

ARD und ZDF haben jährlich ca. 8,7 Mrd. Euro zur Verfügung. Für dieses Geld sollen sie Programm machen. Dafür haben die für den Rundfunk in Deutschland zuständigen Parlamente der Bundesländer ihnen und auch den Privatsendern in Paragraf 6 des Rundfunkstaatsvertrages als Prämissen vorgegeben:

  • dass die Fernsehveranstalter zur Sicherung von deutschen und europäischen Film- und Fernsehproduktionen als Kulturgut sowie als Teil des audiovisuellen Erbes beitragen sollen,
  • die Vielfalt im deutschsprachigen und europäischen Raum darstellen und zur Förderung von europäischen Film- und Fernsehproduktionen den Hauptteil ihrer insgesamt für Spielfilme, Fernsehspiele, Serien, Dokumentarsendungen und vergleichbare Produktionen vorgesehenen Sendezeit europäischen Werken entsprechend dem europäischen Recht vorbehalten sollen,
  • einen wesentlichen Anteil an Eigenproduktionen sowie Auftrags- und Gemeinschaftsproduktionen aus dem deutschsprachigen und europäischen Raum enthalten sollen.

Dies ist die Grundlage, auf der die Sender Programm machen dürfen. Warum soll man nicht einfordern, dass sie sich daran auch halten? Leena Pasanen meint, dass es Filminteressierten egal ist, „auf welchem Weg sie an einen Film kommen. Hauptsache, er ist dann verfügbar, wenn es ihnen passt.“ Das mag im Einzelfall stimmen. Im Einzelfall kann es für Produzenten und Dokfilmer auch sinnvoll sein, sich vom Fernsehen zu verabschieden. Einigen kann es dadurch besser gehen. Doch der Mehrheit? Was bedeutet dies für die gesamte Branche? Welche Mittel kann man so generieren? Wie viele Menschen werden Filme vor allem im Netz sehen und dafür noch jeweils bezahlen?

Und – was sind sie zu bezahlen bereit? Welche Perspektive hat also die (Dok)-Filmbranche, wenn sie das Fernsehen „vergisst“? Auf viele Fragen ist die Antwort offen. Dok-Leipzig sollte sich dieser Fragen annehmen – am besten im Rahmen des Festivals 2016.

 

Heiko Hilker lebt in Dresden und arbeitet als Geschäftsführer
des Dresdner Instituts für Medien, Bildung und Beratung. Er ist Mitglied im MDR-Rundfunkrat.

 

Der Artikel »Vergesst das Fernsehen?« ist von Heiko Hilker und im Auslöser 4/ 2015 erschienen.

 

 

Kommentare deaktiviert für Vergesst das Fernsehen?

Tags: , , , , , , , , , ,

Workshop der MDM in Leipzig

Posted on 17 April 2015 by b.s.m.

Die Mitteldeutsche Medienförderung lädt Filmproduzenten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu einem Workshop Continue Reading

Kommentare deaktiviert für Workshop der MDM in Leipzig

Tags: , , , , , , ,

Leipzig lädt zur Fernsehmesse ein

Posted on 18 September 2014 by b.s.m.

In diesem Jahr veranstaltet die Sächsische Landesmedienanstalt (SLM) am 6. und 7. Oktober 2014 die alljährliche Fernsehmesse in Leipzig. Continue Reading

Kommentare deaktiviert für Leipzig lädt zur Fernsehmesse ein

Tags: , , , , , , ,

Medientreffpunkt Leipzig 2014

Posted on 31 März 2014 by b.s.m.

In diesem Jahr widmet sich der »Medientreffpunkt Mitteldeutschland« in Leipzig dem großen Thema: »Macher«. Anfang Mai trifft sich die die Medienbranche in der Messestadt. Es geht um den Wandel des Journalismus, um neue Geschäftsmodelle (Stichwort: Micropayment) und die vielversprechenden Relevanzstrategien.   Continue Reading

Kommentare deaktiviert für Medientreffpunkt Leipzig 2014

Tags: , , , , , , , , ,

MIXED ZONE 2

Posted on 27 Februar 2013 by b.s.m.

Zum zweiten Mal findet die  “MIXED ZONE” der IG-FF mit Produzenten und Vertretern der anderen Fachverbände am 12. März in Leipzig statt. Erwartet werden Vertreter der Filmschaffenden (Bundesvereinigung der Filmschaffenden Verbände), des MFFV (Mitteldeutscher Produzentenverband), des Filmverbandes Sachsen, der Freischreiber (Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten) und des BVFK (Bundesverband Fernsehkameraleute).

 

Auf der Agenda stehen u.a. die Auswertung der „aktuellen Rahmenvertragsverhandlungen mit dem MDR .. und unser Gespräch mit dem Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi im April“. Weiteres Thema ist die „Beratung über gemeinsame Ziele von Produzenten und Verbänden“.

 

MIXED ZONE 2
Dienstag, 12. März 2013, um 20:00 Uhr
Horns Erben
Arndtstr. 33
04275 Leipzig

 

Weitere Informationen unter: www.ig-ff.de

Kommentare deaktiviert für MIXED ZONE 2

Tags: , , , , , , , , ,

RACCONTI #2 | BLS sucht Konzepte für TV-Serien

Posted on 05 Oktober 2012 by b.s.m.

Mit dem Programm RACCONTI #2  fördert die  Business Location Südtirol (BLS) professionelle Serien- und Drehbuchautoren aus dem deutsch-italienischen Sprachraum.  Ab sofort können  Konzepte für TV-Serien eingereicht werden, Bewerbungsschluss ist der 15. November 2012. Grundlage für den Plot bildet der Schauplatz: Südtirol.

Die entstehenden TV-Serien sollen sowohl auf den deutschen als auch den italienischen Fernsehmarkt ausgerichtet sein und ihren Schauplatz in Südtirol haben. Zugelassen sind alle Genres und Formate wie Serien, Reihen und Mehrteiler – ausgenommen Daily Soaps.

 

RACCONTI #2  hat  folgende Rahmenbedingungen gesetzt:

  • Zielgruppe: Zuschauer im italienischen und deutschen Sprachraum.
  • Schauplatz: Südtirol
  • Formate: Serien (30-45 Min. Länge), Reihen (90 Min. Länge), Mehrteiler (90 Min. Länge, 2-6 Folgen) und Web-Serien (3-8 Min. Länge). Nicht zugelassen sind Daily Soaps
  • Herausforderung: “Go local, think universal”. Entwerfen Sie eine originelle und hochwertige Serie, die das Potential hat, als Koproduktion zwischen Italien/Deutschland bzw. Italien/Österreich realisiert zu werden. Diese Serie sollte nicht nur in Südtirol spielen – sie sollte im Idealfall nur in Südtirol spielen können, also eine starke inhaltliche Verbindung zur Region haben. (siehe Richtlinien für die Bewerbung)

 

Timeline RACCONTI #2

Einsendeschluss: 15. November 2012 

TEILNEHMERAUSWAHL
20. Dezember 2012

WORKSHOP 1
27. Februar – 2. März 2013 in Südtirol

WORKSHOP 2
1.- 4. Mai 2013 in Südtirol

DRAMATURGISCHES COACHING (ONLINE)
März/April und Mai/Juni 2013

PITCH BEI INCONTRI #2
17.-19. April 2013 in Südtirol

FINAL PITCH UND VERGABE DEVELOPMENT AWARD
Anfang Juli 2013 in München und September 2013 bei einem italienischen Filmfestival (tba)

RACCONTI #2 RESIDENCY
Dreiwöchiger Aufenthalt in Südtirol, Antritt innerhalb Dezember 201

 

Die Anmeldung ist ausschließlich über das Online-Formular möglich.

Flyer: RACCONTI #2 | PDF-Dokument

 

Kontakt und weitere Informationen:

BLS Business Location Südtirol • Alto Adige
Dompassage 15
39100 Bozen/ Italien

www.bls.info

Ansprechpartnerin: Carmen Cian
Production & Location Service
Tel.: +39 0471 066 626
E-Mail: cian@bls.info

 

Kommentare deaktiviert für RACCONTI #2 | BLS sucht Konzepte für TV-Serien

Advertise Here
Advertise Here

PARTNER SEITEN

  • 1 SMWK
  • 2 KdFS
  • 3 MDM
  • 4 SLM
  • 5 DIAF
  • 6 SLUB
  • 8 Hellerau
  • 9 filmportal
  • a crew united
  • b onlinefilm.org
  • fairTV e.V. Interessenverband für faire TV-Produktionen in Deutschland
  • Grüner Drehpass
  • IG Freie
  • Netzwerk-Kultur-Dresden