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1. Juni 2018


CYNETART

11. bis 14. Oktober 2018

Alle zwei Jahre schreiben die Trans-Media-Akademie Hellerau (TMA) und ihre Partner den internationalen CYNETART Wettbewerb aus. Die Ausschreibung richtet sich insbesondere an Künstlerinnen und Künstler (auch im Kollektiv) sowie Forscherinnen und Forscher, die sich in ihrer künstlerischen und forschenden Praxis mit Neuen Medientechnologien auseinandersetzen mittels Formaten wie Installation, Objekte, Performance, Netzkunst-Projekten und VR-Arbeiten.


Das Thema dieses Wettbewerbes ist STUPOR – aus dem Lateinischen stupere, „fassungslos sein oder verblüfft sein“:
Personen in einem stuporösen Zustand sind starr, stumm und scheinen nur insofern bewusst zu sein, als die Augen offen sind und den umgebenden Objekten folgen. In einem solchen Zustand kann der innere emotionale Zustand der äußeren Erscheinung entgegengesetzt sein, mit anderen Worten, eine intensive Emotion und ein erregter Zustand innerhalb des Körpers wird nicht nach außen kommuniziert.


Als polemisch verdichtetes Bild für Dissoziation und Nichtresonanz in Gesellschaft und Kunst ist dieses als Nukleus ästhetischer Produktion auch Leitmotiv für die Ausschreibung des Wettbewerbes 2018. Die Ambivalenz des Themas ergibt sich aus der negativ klinischen Bedeutung heute und der ursprünglichen lateinischen Bedeutung, denn jemanden „fassungslos oder verblüfft“ zu machen ist eine durchaus leicht nachvollziehbare Erwartung an Kunst.


Die Art der Kunst, die gesucht wird, ist schockierend, aber nicht als „the latest MUST SEE“ einer hedonistisch korrekten Begeisterungs- und Akklamationsindustrie, zu der der Medienkunstbetrieb in aller Bescheidenheit auch gehört. Insofern symbolisiert ein psychiatrisches Symptom (Körper-) Haltung Scheitern und Verweigerung, ist es Ausdruck der Selbstseins-Behauptung gegenüber einer Erwartung des Angesagten. Der Unglaube an die und die nihilistische Verweigerung gegenüber den neoliberalen Optimierungs-, Produktions- und Anpassungserwartungen bedeutet Nichtwahrnehmung und Aussortierung am Sex-, Arbeits-, Wohnungs- oder eben auch am Kunstmarkt. Es ist die Abwendung von der Vorstellung von Fortschritt und Verbesserung als Ziel künstlerischer Hervorbringung, insbesondere zur Ausmerzung des Anderen, Bösen, Überkommenen, auch des Kranken, Dysfunktionalen. Es ist subversiv gegenüber dem Axiom der intellektuellen und moralischen Überlegenheit einer Kunst, die sich auf der „richtigen“ Seite wähnt und doch nur den Verwertbarkeitsansprüchen ihres Marktes gerecht wird. Als Schutzraum der Bewusstheit und des Bewusstseins steht der Begriff Stupor für die Haltung der Reaktionsverweigerung gegenüber der Anmaßung, dass alle mitmachen. Freiheit ist, dass ich nicht mitmachen muss. Therapie wird verweigert.


Bei Fragen zur Anmeldung: competition2018@cynetart.de

CYNET ART 2018

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